Ali Mohammed Ghedi (* 1952 in Mogadischu) ist seit Dezember 2004 Premierminister in der Übergangsregierung Somalias. Ali Mohammed Ghedi wird nicht als Karrierepolitiker angesehen, sondern als Intellektueller. Man hoffte, dass es ihm gelingen wird, die verschiedenen Kriegsherren des Landes zu einen. Ghedi wird politischer Einfluss in Mogadischu zugeschrieben, den er zur Bewältigung der weitgehend chaotischen Verhältnisse in Somalia dringend benötigt.
Ali Mohammed Ghedi war bei seiner Amtsübernahme in politischen Kreisen noch unbekannt. Er bekam seinen Sitz im Parlament, als einer der Kriegsherren seinen Posten zu Ghedis Gunsten verließ. Vereidigt wurde Ghedi im Exil des Somalischen Parlaments in Kenia. Als seine größte politische Stärke wird die Mitgliedschaft im Hawiye-Clan von Mogadischu gesehen, dem zweitgrößten Clan des Landes. Der seit 2004 amtierende Präsident Abdullahi Yusuf Ahmed gehört einem anderen großen Clan, den Darod, an und ist in Mogadischu eher unpopulär.
Seit Ausbruch des Konflikts gilt Ghedi als ein Politiker, der für die Aussöhnung unter den Konfliktparteien steht. Als Gründungsmitglied und Präsident des Somalia NGO Consortiums, einer Dachgruppe der Nichtregierungsorganisationen in Somalia, besuchte er viele Treffen zur Aussöhnung in Somalia sowie im Ausland. Er gilt als Vereiniger, der während des Krieges niemals in Verbindung mit einer der kriegsführenden Parteien gestanden haben soll. In den 1970ern hat er allerdings seinen Militärdienst absolviert. Ghedis Wahl zum Premierminister war ein Versuch, ein Gleichgewicht im Land herzustellen und nach 13 Jahren des Bürgerkriegs aufgrund von Konflikten zwischen den Clans eine größere Akzeptanz der Regierung in der Bevölkerung zu erreichen.
Nachdem er in seiner Geburtsstadt Mogadischu die Schule abgeschlossen hatte, ging er an die Universitäten von Somalia und später nach Italien, um Veterinärmedizin zu studieren. Bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges war er Dozent und Forscher an der Somali National University. Nach der Schließung der Universität widmete er sich den Tieren, deren Bestand durch den Konflikt gefährdet war. Als Berater arbeitete er für verschiedene regionale Züchter.
Von Nairobi aus leitete er ein international gefördertes Programm zum Erhalt der Artenvielfalt in Somalia.
Er ist Premierminister eines Kabinetts, das weder Behörden noch Häuser zur Zusammenkunft hat. Als eines der ärmsten Länder der Erde hat Somalia nur eine sehr eingeschränkte Infrastruktur.
Am 3. Juni 2007 wurde ein schweres Selbstmordattentat auf das Haus von Ghedi in Mogadischu verübt, bei dem mindestens sieben Menschen getötet und eine Vielzahl weiterer verletzt wurden. Ghedi selbst überstand den Anschlag unverletzt. Es handelte sich um den dritten Anschlag auf Ghedi.