Ein Amateur (franz. für „Liebhaber“) ist eine Person, die - im Gegensatz zum Profi - eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne einen Beruf daraus zu machen.
Der Begriff sagt wenig über die Sachkenntnis von Amateuren aus, die durchaus professionelles Niveau haben kann. Dagegen wird der Begriff amateurhaft abwertend im Sinne von „nicht auf professionellem Niveau“ gebraucht. Aus diesem Grund wird zur Beschreibung einer zwar als Amateur ausgeübten aber dennoch als professionell anzusehenden Leistung häufig der Begriff der "Semi-Professionalität" verwendet.
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Im Sport ist die Bezeichnung Amateure häufig unscharf und bietet daher immer wieder Anlass für Kritik. So wurden im deutschen Fußballsport die zweiten Mannschaften der Männer bis 2005 als „Amateure“ deklariert, obwohl die Spieler ihren Lebensunterhalt in der Regel durch den Sport finanzieren. In den Zeiten des Kalten Krieges führte der Amateur-Begriff in den kommunistischen Staaten zu Kritik im Westen. (siehe auch: Staatsamateur). Der Amateurstatus war lange Zeit Voraussetzung für die Teilnahme an Olympischen Spielen (Amateurstatut). In vielen Sportarten verschwindet die offizielle Trennung in Profis und Amateure nach und nach. In den meisten Fußball-Meisterschaften wird zwischen Vertragsamateuren und Vertragsprofis unterschieden. Die Grenze geht nach Gehalt, ein Vertragsamateur hat entweder kein Gehalt oder eines, welches für den Lebensunterhalt zu niedrig ist. In den meisten Profiligen gibt es eine Beschränkung für die Zahl der Vertragsamateure, die in einem Meisterschaftsspiel eingesetzt werden dürfen.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein spielten Amateure in der Wissenschaft eine nicht unerhebliche Rolle, z. B. in der Physik einige Bierbrauer, welche die Thermodynamik erforschten. Ebenso war Alfred Rust, der wichtige Erkenntnisse in der Archäologie gewann, genaugenommen ein Amateur. Zufolge der weitgehenden Spezialisierung im 20. Jahrhundert werden solche Übergänge von Amateuren zu reinen Forschern aber immer seltener. Allerdings tragen etwa in der Astronomie auch heute noch Amateure und so genannte Astrovereine mit Entdeckungen neuer Himmelskörper zur Forschung bei.
Ähnliches gilt für den Bereich des Amateurfunkdienstes, dessen Teilnehmer sich selbst eher als Funkamateure denn als Amateurfunker bezeichnen, um der bereits zuvor erwähnten Abwertung durch den Begriff Amateur entgegen zu treten. Ersteres ist gleichzeitig der Begriff, den das Amateurfunkgesetz definiert. Auch Funkamateure tragen zur wissenschaftlichen Entwicklung, insbesondere im Bereich der Funktechnik bei. Viele von Ihnen beschäftigen sich neben einer bezahlten (professionellen) Tätigkeit im Bereich der Funk-und Elektrotechnik zusätzlich mit Amateurfunk oder sind über dieses Hobby zu einer entsprechenden Profession gekommen.
Auch auf dem Feld des Theaters und der Kleinkunst spielen engagierte Amateure eine nicht unbedeutende Rolle. Laienspielgruppen bzw. Amateurtheater, aber auch Schultheater erarbeiten in ihrer Freizeit nicht selten Aufführungen bis hin zu nahezu professionellem Niveau. Das Amateur-Kabarett Mindener Stichlinge, seit 40 Jahren aktiv, arbeitete u.a. erfolgreich mit Profis wie Hanns Dieter Hüsch und Herbert Feuerstein zusammen.
Hingegen ist die Informatik ein neues Betätigungsfeld für Amateure. Open-Source-Projekte wie Linux haben weiterhin höchstes Niveau und profitieren vom Vorteil, viele engagierte Anhänger zu haben. Dadurch werden anfallende Softwarefehler rascher als z. B. bei Windows korrigiert, und die Betriebssysteme werden in zunehmendem Maß professionell eingesetzt.
| Wiktionary: Amateur – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |