Amplonius-Gymnasium

Das Amplonius-Gymnasium ist ein deutsches Gymnasium. Es befindet sich im niederrheinischen Rheinberg in Nordrhein-Westfalen. Im Schuljahr 1997/98 hatte das Amplonius-Gymnasium über 900 Schülerinnen und Schüler.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der Ursprung der Schule geht bis ins Jahr 1337 zurück. Damals wurde in einer Chronik erstmals eine Lateinschule erwähnt. Rektor war ein Priester namens Wiricus.

Amplonius Ratingk de Berka (1363–1435), ein Gelehrter und Leibarzt des Kaisers Sigismund, richtete eine Stiftung ein, um Schülern der Rheinberger Lateinschule ein Studium an der Universität Erfurt zu ermöglichen, dessen Rektor er war. Diese Stipendiaten konnten durch die Stiftung in der „Himmelspforte“ (Porta Coeli) in Erfurt unentgeltlich wohnen und an der Universität studieren. Aus diesen Studierenden wurde dann vom Rheinberger Magistrat der Rektor der Lateinschule bestimmt, der nach Erlangung der ersten akademischen Würde vier Jahre in Rheinberg unterrichten musste.

1366 wurde ein Geistlicher aus Orsoy namens Buelemann als Schulrektor erwähnt. Ab 1388 befand sich die Lateinschule am Markt, in der Nähe der Kirche. 1598 wurde sie zerstört. In der Marktstraße (der heutigen Underbergstraße) wurde daraufhin ein neues Schulgebäude errichtet. 1781 existierten insgesamt fünf Schulen in Rheinberg: Neben der Lateinschule eine französische, zwei katholische und eine reformierte Schule. 1785 wurde schließlich am St. Barbara-Garten eine Mädchenschule eingerichtet.

1816 wurde die Universität Erfurt aufgehoben und das Haus „Himmelspforte“ geschlossen. Die Amplonianische Stiftung wurde deshalb in Kapitalvermögen umgewandelt, die Lateinschule blieb hingegen weiter bestehen. 1873 wurde die Schule während des sogenannten Kulturkampfes in Preußen einem weltlichen Schulrektor unterstellt, nachdem bisher alle Schulleiter Geistliche waren. 1889 schließt die Lateinschule schließlich ihre Pforten.

1903 erfolgte die Neugründung einer privaten Rektoratsschule. Mit acht Schülern begann der Unterricht im Hause van Elsbergen an der Kamper Straße. Erster Schulleiter war Dr. Aloys Wittrup, der das Amt bis 1939 innehatte. 1905 errichtete die katholische Pfarrgemeinde an der Goldstraße ein neues Gebäude für die Rektoratschule. 1912 übernahm die Stadt die Schule unter Wahrung ihres katholischen Charakters. 1920/21 hat die Rektoratschule 121 Schüler. Ein erster Versuch, die Schule zu einem Progymnasium zu erheben, scheiterte am Geldmangel der Stadt.

Alle Heimschüler besuchten die städtische Rektoratschule, weshalb das Gebäude in der Goldstraße zu klein wurde. Daraufhin erfolgte ein Umzug ins Konvikt St. Josef an der Lützenhofstraße, das 1929/30 durch die Pallottiner-Kongregation, einer geistlichen Gemeinschaft, erbaut wurde. 1939 wurde die Schule zur Oberschule für Jungen erhoben. Gegen Ende des Krieges wurde die Schule kurzzeitig geschlossen.

Dr. Cäcilie Tolksdorf leitete nach Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebes im Oktober 1945 die Amtsgeschäfte, wurde aber bereits zwei Jahre später durch einen Mann abgelöst. 1946 wurde aus der städtischen Oberschule ein Progymnasium, das 1950 von 356 Schülern besucht wurde. 1951 wurde der erste Neubau eingeweiht, gleichzeitig erhielt Schule ihren heutigen Namen.

1956 wurde der zweite Bauabschnitt des Amplonius-Gymnasiums fertiggestellt. 1957 erfolgte die Erhebung zum voll ausgebauten Gymnasium, d. h. dass erst seitdem die Möglichkeit zur Durchführung des Abiturs besteht. Diese Möglichkeit wurde dann 1960 erstmals von 19 Abiturienten bzw. Abiturientinnen in Anspruch genommen.

1961 wurde mit dem Bau des dritten Bauabschnitts begonnen, der Turnhalle mit Lehrschwimmbecken, welches heute als Veranstaltungshalle genutzt wird („Kult-Pool“). 1970 verließen die Pallottiner-Patres nach 40 Jahren Rheinberg und das Konvikt wurde geschlossen. 1978 hatte das Amplonius-Gymnasium fast 1100 Schülerinnen und Schüler.

Aus der 1982 initiierten Schulpartnerschaft mit dem Lycée und dem Collège der nordfranzösischen Stadt Montreuil-sur-Mer wird 1993 eine Städtepartnerschaft.

Im Juni 1998 wurde mit dem naturwissenschaftlichen Trakt der letzte Bauabschnitt übergeben.

Leitmotiv

Im Eingangsbalken der ersten Rheinberger Lateinschule am Markt fand man folgende Inschrift von 1614:

„INSTRUE PRAECEPTIS ANIMUM NEC DISCERE CESSES
NAM SINE DOCTRINA VITA EST QUASI MORTIS IMAGO“

zu deutsch: „Ziere durch Lehren den Geist und unterlass nicht das Lernen, denn wenn Wissenschaft fehlt, ist das Leben ähnlich dem Tode“

Bekannte Absolventen

Weblinks

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