Unter einem Anamorphot versteht man ein Objektiv, das eine anamorphe Abbildung erzeugt.
Die Eigenschaft, in zwei senkrecht zueinander stehenden Richtungen ein Strahlbündel verschieden stark zu brechen, wird als "anamorph" bezeichnet, ein solches Linsensystem nennt man einen "Anamorphot".
Die Abbildungseigenschaften variieren mit der optischen Achse. Ein Anamorphot besitzt mindestens eine Zylinderlinse (Prinzip des Galilei-Fernrohrs),einen Zylinderspiegel oder ein Prismensystem (Prinzip von D. Brewster). Das Abbild eines Anamorphoten ist entweder auseinandergezogen oder zusammengestaucht. Anamorphoten werden für die anamorphe Bildaufzeichnung verwendet, um Filme im Scope-Verfahren (Cinemascope, Panavision, Superscope u.ä.) zu erzeugen und zu projizieren. Dabei wird der Anamorphot in der Kamera verwendet, um das Bild auf das vorhandene, fest vorgegebene Roh-Filmformat zu komprimieren und dann bei der Projektion wieder zu entzerren. Häufig werden Anamorphoten als Vorsatz-Objektive für bestehende Systeme (Filmkameras oder Kinoprojektoren, aber auch Video-Beamer) angeboten.
Das elliptische Strahlprofil des Lasers (Laserdioden) kann durch einen Anamorphot symmetrisiert werden.
Bei den technischen Daten von Anamorpoten wird das Stauchungsverhältnis angegeben, d.h., in welchem Maße das Bild komprimiert bzw. auseinandergezogen wird. Gängige Verhältnisse sind dabei Faktor 2 (für Cinemascope Kinofilme - daraus resultiert ein Seitenverhältnis von 1:2,35); Faktor 1,5 (Kino Seitenverhältnis 1:1,85), Faktor 1,33 (macht aus 4:3 ein 16:9-Bild - angewandt für Videoaufnahmen).