Großfürstin Zarewna Anastasia von Russland (Anastasia Nikolajewna Romanowa, russisch: Великая Княжна Анастасия Николаевна), (* 5./18. Juni 1901 in Peterhof; † 17. Juli 1918 bei Jekaterinburg) war die jüngste Tochter des letzten russischen Zarenpaares, Nikolaus II. und Alexandra Fjodorowna, geborene Prinzessin Alix von Hessen-Darmstadt.
Sie wurde nach ihrer Tante "Anastasia" benannt. Man sagte ihr eine gewisse List und einen sarkastischen Witz nach. Sie litt an Spreizfüßen - "Hallux valgus", was besonders die großen Zehen ihrer beiden Füße betraf. Anastasia war keine gute Schülerin, dennoch liebte sie Sprachen. Die Kinder sprachen Englisch mit der Mutter, Russisch mit dem Vater, Deutsch mit den Verwandten der Mutter aus Hessen und lernten Französisch. Dabei war Anastasia die Begabteste. Gleichzeitig nannte die Mutter sie "imp" oder "Shvibzik", das russische Wort für "Kobold", da niemand vor ihren oft derben Scherzen sicher war.
In der Nacht zum 17. Juli 1918 wurde sie im Alter von 17, mit dem Rest ihrer Familie im Ipatjew-Haus bei Jekaterinburg von Bolschewiki ermordet. Die Legende, dass Anastasia überlebt haben soll, hielt sich lange. Als 1994 die Leichen der Romanows exhumiert wurden, fehlten in der Tat zwei Körper. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, ob die Leiche von Anastasia oder Maria fehlt. Fest steht, dass zwei Leichen verbrannt wurden, wahrscheinlich Alexei und die Kammerzofe Demidowa, die mit der Familie erschossen wurde. Man geht also davon aus, dass Anastasia und Maria unter den Toten in der gefundenen Grube waren.
Für diverse Frauen, wie die Amerikanerin Eugenia Smith und einer Frau, die sich später selbst Anna Anderson nannte, bot es sich an, sich als Anastasia auszugeben, denn sie war die Jüngste der Töchter. Mittlerweile haben DNS-Tests bestätigt, dass Anna Anderson die polnische Fabrikarbeiterin Franziska Schanzkowsky war, die Verletzungen aufwies, nachdem sie in einer Waffenfabrik eine Granate fallengelassen hatte. Diese Verletzungen schrieb sie selbst den Bajonetten und Schusswunden durch die Mörder im Ipatiev-Haus zu. Anderson weigerte sich ihr ganzes Leben lang, Russisch zu sprechen, was Psychologen einem Trauma durch die Erlebnisse der Hinrichtung der Familie zuschrieben. Zudem wusste sie auch recht wenig über das Leben der Zarenfamilie, im Gegensatz zur Russin Bilichodse, die sogar einzelne Tapetenmuster aus dem Palast und einige Details aus dem Intimleben der Romanow-Familie kannte. 1950 wurde sie in den Gulag gebracht. Dort verliert sich ihre Spur in den Weiten Sibiriens.
2000 wurde Anastasia mit ihrer Familie von der Russisch-Orthodoxen Kirche heilig gesprochen.
siehe auch: Ermordung der Zarenfamilie
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