Andrew S. Tanenbaum

Andrew S. Tanenbaum
Andrew S. Tanenbaum

Andrew Stuart "Andy" Tanenbaum (* 1944 in New York City) ist Professor für Informatik an der Freien Universität Amsterdam (Niederlande). Bekannt wurde er vor allem als Entwickler des UNIX-artigen Systems Minix und als Autor mehrerer Fachbücher zu diversen Themen der Informatik.

Er verbrachte seine Kindheit und Jugend in White Plains (New York) und studierte danach am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston. Nachdem er dort den Bachelor erhalten hatte, promovierte er 1971 an der University of California, Berkeley in Berkeley, Kalifornien.

Nach der Heirat zog er mit seiner niederländischen Frau in ihre Heimat (behielt aber die US-amerikanische Staatsbürgerschaft) und begann als Professor für Informatik in Amsterdam zu arbeiten, wo er bis heute Vorlesungen hält, Doktoranden betreut und Leiter des Fachbereiches ist (seine scherzhafte Bezeichnung für diesen Posten ist Chefkoch und Chefflaschenspüler). Er war außerdem bis zum 1. Januar 2005 technischer Direktor der ASCI, der Advanced School for Computing and Imaging.

Inhaltsverzeichnis

Fachbücher von Tanenbaum

Tanenbaum ist bekannt für seine wichtigen Informatik-Lehrbücher zu den Themen Rechnerarchitektur, Computernetze und Betriebssysteme, die neben einem hohen Informationsgehalt gegenüber vielen anderen Werken zu gleichen Themen auch den Vorteil haben, dass sie relativ einfach zu lesen und teilweise fast humoristisch geschrieben sind. Nach eigenen Angaben schrieb er 13 Bücher; die wichtigsten davon sind:

Er schrieb Minix, ein einfaches, POSIX-konformes und Unix-ähnliches Betriebssystem zu Lehrzwecken, das Linus Torvalds zur Entwicklung von Linux brachte. Minix, Version 3 ist seit dem April 2000 unter der modifizierten BSD-Lizenz lizenziert.[1] Damit ist Minix, Version 3 freie Software und kompatibel zur GNU-GPL.[2]

Linux-Kritik

Aufsehen erregte Andrew Tanenbaum auch durch ein Posting in comp.os.minix im Januar 1992. Mit 'LINUX is obsolete' übte er harsche Kritik an dem neuen Betriebssystem. Er meinte, dass der monolithische Kernel von Linux technisch überholt sei und moderne Betriebssystemarchitekturen auf einen Mikrokernel setzen sollten um Erfolg zu haben. Außerdem sei Linux fest mit der x86-Prozessor-Architektur verbunden, während ein vernünftiges Betriebssystem portabel sein müsse.

Ein Ausschnitt aus der inzwischen in die Geschichte eingegangenen Debatte verdeutlicht die Unterschiede in den Meinungen über das verteilte Programmieren:

Tanenbaum:

Ich denke, dass die Koordination von 1000 Primadonnen, die überall auf der ganzen Erde leben, genauso einfach ist wie Katzen zu hüten [...] Wenn Linus die Kontrolle über die offizielle Version behalten will und eine Gruppe fleißiger Biber in verschiedene Richtungen strebt, tritt das gleiche Problem auf. Wer sagt, dass eine Menge weit verstreuter Leute an einem komplizierten Stück Programmcode hacken können und dabei die totale Anarchie vermeiden, hat noch nie ein Softwareprojekt gemanagt.

Torvalds:

Nur damit niemand seine Annahmen für die volle Wahrheit nimmt, hier meine Stellungnahme zu 'Kontrolle behalten' in 2 Worten: I won't (dt. etwa: Ich werde [es] nicht [tun])

Siehe dazu auch: Geschichte von Linux

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Homepage von minix3.org: "License"
  2. vgl. Internetseite von gnu.org: "Various Licenses and Comments about Them"
Quelle:
Artikel Andrew S. Tanenbaum aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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