Die Angeln waren ein westgermanisches Volk, das wohl vor allem aus dem gleichnamigen Landstrich Angeln im Norden des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein sowie seinen Nachbargebieten stammte.
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Im Jahr 98 erwähnt der römische Autor Tacitus die Angeln: Reudigni deinde et Aviones et Anglii et Varini et Eudoses et Suardones et Nuithones fluminibus aut silvis muniuntur. Er findet allerdings nur erwähnenswert, dass sie alle gemeinsam den Gott Nerthus (Erde) verehrten. Etwa ein halbes Jahrhundert später werden die Angeln von Ptolemäus erwähnt und den Sueben zugerechnet. Als kultisches Zentrum der Angeln gilt das Thorsberger Moor bei Süderbrarup; wie bereits der Name verrät, war der Ort dem Thor heilig. Über die Jahrhunderte versenkte man dort immer wieder Opfergaben, darunter auch römische Stücke und zahlreiche Waffen.
Im 2. oder 3. Jahrhundert wanderte vermutlich ein Teil der Angeln gemeinsam mit den Warnen nach Süden in das Gebiet der oberen Elbe, wo die Hermunduren und Markomannen ihre Reiche hatten. Die Angeln bildeten einen Teil der Oberschicht des Königreiches Thüringen. Auch nach der fränkischen Besetzung blieben Angeln im Land, worauf die Lex Angliorum et Werinorum hoc est Thuringorum, die Karl der Große um 800 aufzeichnen ließ, hinweist. Der "Engelin-Gau" im Bereich der Hainleite weist auf das Thüringer Siedlungsgebiet hin. Die "Engelsdörfer" (Feldengel, Kirchengel, Holzengel und Westerengel) im Kyffhäuserkreis haben ihren Wortstamm aus dieser Besiedlung erhalten. Auch sprachliche Eigenheiten haben sich bei heutigen Bewohnern eines Teiles des Hainleitegebiets erhalten.
Ab etwa 200, verstärkt dann ab etwa 440 wanderten viele Angeln gemeinsam mit Sachsen und Jüten nach Britannien aus. Dass die heutige Landschaft Angeln dabei wirklich von allen Bewohnern verlassen wurde, wie es spätere Berichte behaupten, ist eher unwahrscheinlich. Offenbar wurden die Germanen zunächst von den römischen Einwohnern der Insel als Hilfstruppen (foederati) angeworben, um das Land nach dem Abzug der kaiserlichen Truppen (410) gegen Angreifer zu schützen. Doch recht bald scheinen die germanischen Truppen unabhängige Herrschaften errichtet zu haben. Dabei siedelten die Angeln wohl insbesondere im Osten (East Anglia in den Grafschaften Cambridgeshire, Norfolk, Suffolk, Teile des südlichen Lincolnshire) und drangen im 6. Jahrhundert nach Norden bis Lothian (Schottland) vor und gründeten das Königreich Deira in Northumbrien. Die Namen der Völker verschmolzen zum Begriff der Angelsachsen. Der Name England für den südöstlichen Teil Britanniens leitet sich von den Angeln ab. Die angelsächsische Sprache, eine Schwestersprache der altsächsischen bzw. altniederdeutschen Sprache, wurde zur Grundlage der englischen Sprache.
An der Wende von der Spätantike zum Mittelalter begann die Christianisierung durch Augustinus von Canterbury. Die Hauptstämme vereinigten sich schließlich zu einem "englischen" Königreich unter Egbert von Wessex. Es gab immer wieder Angriffe der Dänen. 1066 wurden die Angeln von Wilhelm dem Eroberer bei der Schlacht von Hastings besiegt. Die Normannen vereinigten sich mit den Angeln unter einem Wahlkönig. Das Volk teilte sich in Freie (Earls) und Unfreie.
Für die Auswanderung der Angeln werden in der Geschichtsforschung mehrere Gründe diskutiert; keiner hat bisher allgemeine Zustimmung gefunden:
Die Angeln betrieben offenbar Ackerbau, züchteten Vieh und galten als gute Fischer. Die heutigen Bewohner der Landschaft Angeln werden Angeliter genannt.
Adelung-1793: Angeln · Volk, das
Brockhaus-1809: Die Angeln · Das Backs-Volk
Brockhaus-1911: Angeln [2] · Angeln · Völk · Völk [2] · Befahren Volk · Unbefahren Volk
Goetzinger-1885: Fahrendes Volk
Herder-1854: Angeln, Angli · Volk
Meyers-1905: Angeln [2] · Angeln [1] · Kaviar für das Volk · Volk · Völk · An Mein Volk · Befahren Volk · Deutsches Volk
Pierer-1857: Angeln [2] · Angeln [1] · Unbefahren Volk · Völk · Volk · Halbbefahren Volk · Alles für, nichts durch das Volk · Altgebacken Volk · Befahren Volk