Ein Angerdorf ist ein planmäßig um einen Platz (in Form eines Auges) angelegtes Dorf, dessen bezeichnendes Merkmal der Anger, ein im Gemeindebesitz befindlicher Platz, ist. Die Gehöfte umschließen den Anger, der auch als Gemeindeweide dienen kann oder auf dem öffentliche Gebäude (Kirche, Rathaus) stehen können. Angerdörfer kommen in Mitteleuropa vor allem auf Grundmoränenplatten und in Lößgebieten vor, in Deutschland vor allem in Ost- und Ostmitteldeutschland. Sie wurden während der deutschen Ostkolonisation im Mittelalter oft angelegt und sind darum in vielen westungarischen Dörfern noch unverbaut erhalten.