Das Antidiuretische Hormon (ADH) wird auch als Adiuretin bezeichnet. Die alte Bezeichnung für das Hormon ist Vasopressin, da es auch stark gefäßverengend wirkt.
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ADH wird in Kerngebieten (Nucleus supraopticus und Nucleus paraventricularis) des Hypothalamus (ein Teil des Zwischenhirns) von Nervenzellen produziert. Es entsteht aus einem 143 Aminosäuren langen Prohormon, von dem auch Neurophysin II und Copeptin abstammen, die beide vermutlich beim Transport von ADH eine Rolle spielen.
ADH wirkt hauptsächlich auf zwei Arten:
Peripher ist das antidiuretische Hormon ein Dursthormon. Bei Wassermangel im Organismus wird das Blutserum hyperton. Das wird von den Osmorezeptoren im Hypothalamus festgestellt, die wiederum die Freisetzung von ADH aus der Neurohypophyse veranlassen. ADH wird über das Blut zu den Epithelzellen des Sammelrohrs in der Niere transportiert. Diese Zellen sind normalerweise für Wasser nicht durchlässig und verhindern so die Rückresorption von Wasser aus dem Harn. ADH koppelt nun an membranständige Rezeptoren, die im Inneren der Zelle eine Freisetzung von Calcium auslösen, was wiederum zum Andocken von Vesikeln, die Aquaporine (AQP2) beinhalten, an die Zellmembran führt. Die Aquaporine werden in die Zellmembran eingebaut, diese wird dadurch durchlässig für Wasser, das osmotisch aus dem Harn zurück ins Blut gezogen wird.In der Niere bewirkt es so eine vermehrte Reabsorption von Wasser aus dem Primärharn des Sammelrohrs.
Ferner wirkt das antidiuretische Hormon gefäßverengend. Beide Wirkungen erhöhen den Blutdruck.
Zwölf Stunden vor der Blutabnahme muss eine Alkohol-, Nikotin- und Coffein-Karenz und 48 Stunden zuvor eine Medikamenten-Karenz eingehalten werden. Die Bestimmung erfolgt aus mindestens 4.0 mL, tiefgefrorenem EDTA-Plasma mittels Radioimmunoassay (RIA).
Der Referenzbereich für die Osmolalität im Serum liegt bei 280-310 mosmol/kg. Die Werte für 24-Stunden-Urin liegen bei 50-1200 mosmol/kg.
Bei ADH-Mangel kommt es zu einem starken Wasserverlust, dem Diabetes insipidus centralis. Bei Mangel oder Mutation des V2-Rezeptors an der Niere entstehen die gleichen Symptome jedoch spricht man dann vom Diabetes insipidus renalis. Beides kann zu einem unkontrollierten Wasserverlust von bis zu 20 Litern pro Tag führen.
Beim Syndrom der inadäquaten ADH Sekretion (SIADH, Überproduktion) kommt es zur verminderten Wasserausscheidung und zu einer Hyponatriämie. Dieses Syndrom kann sich bei Lungenkrebs einstellen, dessen Zellen vermehrt und unangemessenerweise ADH oder ADH-ähnliche Stoffe produzieren.
Bei Unterproduktion trinkt man übermäßig viel (ab 4 Liter bis zu 12 Liter pro Tag, Polydipsie = vermehrter Durst) und scheidet 5 bis 25 Liter Harn aus. Man muss deshalb vermehrt und häufiger Urin lassen (Polyurie).
Der Diabetes insipidus centralis kann durch die Gabe von ADH behandelt werden.
Vasopressin wird als stark blutdrucksteigernde Substanz auch erfolgreich bei der Reanimation eines Patienten mit Herzkreislaufstillstand eingesetzt. Die Hoffnungen, die in Vasopressin als Alternative zu Adrenalin gesetzt wurden, haben sich jedoch bis jetzt nicht erfüllt. Mehrere große randomisierte Studien konnten keinen Überlebensvorteil bei der Gabe von Vasopressin (40 IU einmalig) nachweisen. Da die Datenlage insgesamt jedoch als ungenügend bewertet wird, gibt es in den aktuellen Reanimationrichtlinien weder eine Empfehlung für noch gegen die Gabe von Vasopressin. In der praktischen preklinischen Reanimation wird daher kein Vasopressin eingesetzt.
Trink-Alkohol (Ethanol) hemmt die Produktion von Vasopressin (ADH), das im Körper dafür verantwortlich ist, das Wasser zurückzuhalten. Das ist der Grund dafür, dass man nach ausgiebigem Alkoholkonsum häufiger die Toilette aufsucht. Flüssigkeitsmangel führt zu Kopfschmerzen und zum "Nachdurst", sobald die Hemmung des ADHs durch Ethanol nachlässt.
Nikotin führt im Gegensatz zu Alkohol zu vermehrter ADH-Sekretion.
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