| Wappen | Karte |
|---|---|
![]() Wappen von Antwerpen |
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| Basisdaten | |
| Staat: | Belgien |
| Region: | Flandern |
| Provinz: | Antwerpen |
| Arrondissement: | Antwerpen |
| Fläche: | 204,51 km² |
| Einwohner: | 461.496 |
| Bevölkerungsdichte: | 2.257 Einwohner/km² |
| Website: | http://www.antwerpen.be/ |
| Bürgermeister: | Patrick Janssens |
| Arbeitslosigkeit: | 16,72% |
| Durchschnittseinkommen: | 12.474 Euro/Einwohner |
Antwerpen (veraltet niederdeutsch: Antorf, franz.: Anvers) ist eine Hafenstadt in Belgien und Hauptstadt der Provinz Antwerpen. Der flämische Ort ist die größte Stadtgemeinde des Landes mit 457.749 Einwohnern (1. Januar 2005). Die Gemeinde Antwerpen besteht aus den Distrikten Antwerpen, Berchem, Berendrecht-Zandvliet-Lillo, Borgerhout, Deurne, Ekeren, Hoboken, Merksem, und Wilrijk. Auch die Stadt Mortsel wird zur Agglomeration Antwerpen gerechnet.
Inhaltsverzeichnis |
Antwerpen liegt am Fluss Schelde, 88 km vor ihrer Mündung in die Nordsee und nahe der Grenze zu den Niederlanden. In südlicher Richtung von Antwerpen kommt man zur belgischen Hauptstadt Brüssel.
Auf dem Boden der Stadt Antwerpen lässt sich bereits ein gallo-römischer vicus nachweisen. Das belegen Funde von Ton- und Glasscherben aus dem 2. und 3. Jahrhundert n.Chr., die 1952–1961 bei Grabungen nahe der Schelde ans Licht kamen.
Im 7. Jahrhundert begann die Christianisierung. Urkundlich erwähnt wurde die Stadt erstmals 726. Im Jahr 836 wurde die Stadt von den Normannen verwüstet. Ende des 11. Jahrhunderts kam Antwerpen zum Herzogtum Brabant im Ostfrankenreich bzw. im Heiligen Römischen Reich (Deutscher Nation). Der Ort erhielt 1291 die Stadtrechte. Eine erste Blütezeit erlebte die flämisch-niederdeutsche Stadt im 14. Jahrhundert. Sie war dank des Hafens und des Tuchhandels ein führender Handelsplatz und ein Finanzzentrum Europas. 1315 wurde sie Hansestadt. Antwerpen fiel 1430 an Burgund, 1477 an Habsburg. In Antwerpen wurde „Niederdeutsch” gesprochen.
1556 setzte sich nach heftigen Kämpfen die Reformation wie in den gesamten spanischen Niederlanden durch. Im 16. Jahrhundert war die Stadt reichste Handelsstadt Europas. Durch die darauffolgenden Konflikte zwischen den Habsburgern und den vom Reich losgelösten Niederlanden folgte der Niedergang. Einer der Gründe war eine Bestimmung des Westfälischen Friedens von 1648, dass die Schelde nicht mehr als Schifffahrtsweg genutzt werden durfte. Das entzog dieser Handelsstadt ihre wirtschaftliche Grundlage.
Seit 1863 erlebte Antwerpen – jetzt zum neuen Staat Belgien gehörend – einen erneuten Aufschwung als belgischer Hafen, das Schifffahrtsverbot fiel endgültig. Es wird militärisch zur Festung Antwerpen mit einem kompletten Gürtel von Forts ausgebaut, die als Reduit (Rückzugsbollwerk, innere Festung) dienen sollte. Davon existieren heute noch einige Bauwerke.
In Antwerpen fanden 1903 die ersten Gymnastik-Weltmeisterschaften statt. 1920 war Antwerpen Austragungsort der Olympischen Sommerspiele.
Während des Zweiten Weltkriegs war Belgien wie im ersten Weltkrieg Durchzugsgebiet zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich. Die Stadt wurde daher im Mai 1940 zuerst von der reichsdeutschen Wehrmacht besetzt und im September 1944 von vorrückenden englischen Truppen. In Antwerpen lag die Nachschubbasis für die alliierten Streitkräfte und ein wichtiger Hafen, der auch durch Beschuss mit V-2-Raketen nicht zerstört wurde. Trotzdem erlitt die Stadt weitgehend Zerstörungen. Nach dem Krieg wurde Antwerpen modern wieder aufgebaut.
Besonders die beträchtliche jüdische Bevölkerungsgruppe der Stadt war vom Hitlerischen Rassenwahn im Zweiten Weltkrieg betroffen. Heute ist die Stadt wieder ein großes Zentrum des orthodoxen Judentums in Europa.
1993 war Antwerpen Kulturhauptstadt Europas.
Der niederdeutsche Name Andauerpa verweist auf die aufgeworfenen Ufer ”an der Bucht” (Scheldebucht).
Der Name stammt wahrscheinlich von niederdeutsch "an de warp", hochdeutsch für "an der Warft". Die ersten Siedler haben auf Warften gelebt (Begriff heute noch bei den Halligen bekannt), später hat man mangels Platz auf höher gelegenen Flächen "an der Warft" gesiedelt. Die "Handwerfer-Legende" ist nachträglich in die Welt gesetzt worden.
Dass der Name Antwerpen sinngemäß "Hand werfen" bedeutet und auf die Brabo-Legende zurück geht (siehe: Brabobrunnen), ist eine später im 15. Jahrhundert erfundene Geschichte. Eine lokale Spezialität, kleine Schokoladenhände namens Antwerpse Handjes, erinnert an diese Legende.
Das durch den heiligen Amandus genannte Caloes soll ein früherer Name von Antwerpen gewesen sein. Später wurde der südlich von Caloes gelegene Stadtteil, bei welchem sich die durch Norbert von Xanten gestiftete Sankt-Michielsabtei befindet, unter dem Namen Kiel bekannt.
Der Name Antorf war ein (z.B. durch Albrecht Dürer) verwendetes, aber nun veraltetes Exonym.
Die Stadt hat viele bekannte Künstler hervorgebracht, darunter die Maler Rubens, van Dyck, Jacob Jordaens, Jan Brueghel den Älteren und seinen Sohn Jan Brueghel den Jüngeren sowie den sehr bedeutenden Buchdrucker und Verleger Christoph Plantin (16. Jahrhundert), dessen Haus jetzt in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde und das Plantin-Moretus-Museum beinhaltet. In Antwerpen befinden sich zahlreiche kulturelle Einrichtungen, etwa die Oper oder das Rubensmuseum. Antwerpen ist für seine Lebenskunst bekannt. Durch seine historische Hafenlage entwickelte sich eine außerordentliche metropolische Vielseitigkeit der Gastronomie mit internationalen Einflüssen.
Besonders im Viertel Zuid findet man Kultur auf engstem Raum konzentriert. Dieses Ambiente hat dafür gesorgt, dass sich hier inzwischen eine reiche, talentierte Modekultur entwickelt hat, deren Mittelpunkt die Modeabteilung der Königlichen Akademie der Schönen Künste, um die sich neben vielen Schriftstellern und Künstlern auch viele gemütliche Bars angesiedelt haben, bildet. Das Paradepferd der Art Deco ist zweifellos das Viertel Zurenborg.
In Antwerpen befindet sich eine der größten jüdischen Gemeinden Europas, daher prägen Orthodoxe Juden in einigen Vierteln das Stadtbild. Die Stadt ist außerdem katholischer Bischofssitz.
Traditionell gilt die Stadt als wichtigster Diamantenhandelsplatz der Welt. Neben vier Diamantenbörsen (die älteste und größte ist die Beurs voor Diamanthandel) haben sich etwa 1.600 Diamantenfirmen und ein Diamantenmuseum angesiedelt.
Waren es vor kurzem noch über 80 Prozent, so werden heute noch rund 60 Prozent aller Rohdiamanten in Antwerpen gehandelt, ein halbes Jahrtausend lang traditionell vor allem von jüdischen Händlern. In den letzten Jahren hat sich eine gewaltige Veränderung des Diamantenhandels ergeben, denn jetzt beherrschen weltweit dschainistische Inder bereits 55 Prozent des Geschäfts - und sie handeln zunehmend auch an anderen Orten, zum Beispiel in Dubai, wo der Handel steuerfrei ist. Dies fordern die Händler mittlerweile auch in Antwerpen, und die belgische Regierung plant eine Steueramnestie, mit der sie die für das Land so wichtigen Händler - Handel und Industrie des Diamantensektors beschäftigen immerhin 27.000 Menschen in der Stadt - davon abbringen will, die Stadt als Handelsplatz ganz zu verlassen.
In Antwerpen befindet sich die aus drei kleineren Universitäten hervorgegangene Universität Antwerpen und mehrerer wissenschaftliche Institute (z. B. Institut für Tropenmedizin).
Antwerpen besitzt eine Straßenbahn (sehe auch die Premetro Antwerpen). Außerdem führt eine Autobahnstrecke von Antwerpen über Eindhoven und Venlo bis zur Hafenstadt Duisburg. Der Hauptbahnhof von Antwerpen, ursprünglich ein Kopfbahnhof, wird langandauernden Umbauarbeiten unterworfen; dennoch bleibt das alte Hauptgebäude aus dem 19. Jahrhundert erhalten und wird in die Anbauten integriert.
Den Eisenbahngüterverkehr des Hafens mit dem weit über Belgien hinausreichenden Hinterland vermittelt der Rangierbahnhof Antwerpen-Noord, einer der größten in Europa. Ferner befinden sich in Antwerpen verschiedene Industriezweige, u. a. Fahrzeugbau und Erdölindustrie. Der Kennedy-Autobahntunnel verbindet die beiden Scheldeufer miteinander.
Der Hafen der Stadt ist einer der größten der Welt und der zweitgrößte Europas nach Rotterdam. Über den Albert-Kanal besteht eine Verbindung zum Binnenhafen von Lüttich.
Antwerpen ist eine Hochburg des Vlaams Belang (hdt.: Flanderns Belange).
Zusätzlich bestehen nicht besiegelte Partnerschaften mit:
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