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Der Begriff der Araber bezeichnet eine umfangreiche orientalische Bevölkerungsgruppe. Die Zuordnung einer Person zu dieser Gruppe kann auf unterschiedlicher Grundlage erfolgen:
Oft spielten mehrere oder alle Merkmale eine Rolle. So sind nach Sir Hamilton Gibb Araber solche Menschen, "für die die Mission des Propheten Mohammed und die Erinnerung an das Arabische Reich das zentrale historische Faktum sind und die darüber hinaus die arabische Sprache und ihr kulturelles Erbe als ihre gemeinsame Wurzel betrachten und an ihr festhalten."
Nachdem die Definition in unterschiedlichen Kulturkreisen und Zeiten stark voneinander abweicht, ist eine eindeutige Zuweisung nur im entsprechenden Kontext möglich, siehe auch Nichtaraber.
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Die ältesten Überlieferungen des Begriffes stammen von den Assyrern (Inschrift aus dem Jahre 853 v. Chr. unter Salmanassar III., 858 - 824 v. Chr.), aus der Genesis (10. Kapitel) und von Aischylos (Prometheus).
In den assyrischen Texten tauchen die Begriffe "Arabi", "Arabu" oder "Urbi" häufig als Bezeichnung für einen Landstrich oder für ein Volk auf, das in der nördlichen Region der arabischen Halbinsel lag bzw. lebte. Zu unterscheiden ist es vom Volk der Sabäer, die im Königreich Saba auf dem Staatsgebiet des heutigen Jemens lebten. Herodot und viele andere griechische und lateinische Schriftsteller bezeichneten als Arabien die ganze Arabische Halbinsel und als Araber alle ihre Bewohner (einschließlich derer der ostägyptischen Wüste zwischen Nil und Rotem Meer).
Bei den Resten der im Süden der arabischen Halbinsel lebenden Stämme (Sabäer) wird der Begriff zum ersten Mal von Personen, die auf der arabischen Halbinsel leben, gebraucht. Als Araber werden dort Beduinen bezeichnet. Somit dient das Wort der Trennung der sesshaften Bevölkerung von der nomadisierenden Bevölkerung.
In arabischer Sprache, aber noch in nabatäisch-aramäischer Schrift verfasst, tauchte das Wort 'raber im frühen vierten Jahrhundert nach Christus in einem Text der Grabinschrift von Namara auf und erzählt die Geschichte eines "Königs aller Araber" (Imru al-Qais), der die Oberherrschaft über alle Nomaden in Nord- und Zentralarabien beanspruchte.
Zur Herkunft des Wortes arab existieren mehrere Ansätze. Einige führen es zurück auf die semitische Wurzel "Westen", die von den Bewohnern Mesopotamiens auf die Völker westlich des Euphrattals angewandt wurde; auch "Abhar" für "reisen, weiterziehen" wird als möglich angenommen.
Die Bibel liefert im Buch Jeremia Kapitel 25, Vers 24 eine weitere Herkunftsmöglichkeit. Dort heißt es: "...alle Könige Arabiens und alle Könige des Völkergemischs, welche in der Wüste wohnen". Die hebräische Wortwurzel ajin-resch-bet hat auch die Bedeutung "vermischen". Mit dem Wort "Äräb" wird das Völkergemisch bezeichnet, welches in der Wüste wohnt.
Wie die Araber sind auch die Hebräer, aus Zentralarabien fortziehende Nomaden, Semiten. Beide Bezeichnungen, "Araber" und "Hebräer", könnten von dem Wort 'abara abstammen, das in beiden Sprachen für das nomadische "Umherwandern" steht. Das arabische "'abri" bedeutet noch heute "hebräisch", "'arabi" ("arabisch") könnte eine für Araber typische Metathese sein.
"aʿarābī أعرابي" und "ʿarabī عربي"; aʿarābīs sind die Nomaden, während ʿarabīs die Bewohner der Städte waren.
siehe: Araber in der Antike
Im Zuge der islamischen Expansion breiteten sich die Araber im 7. und 8. Jahrhundert von ihrem ursprünglichen Gebiet auf der arabischen Halbinsel nach Nordafrika, Spanien, Palästina, Syrien und Persien aus.
Die Bedeutung des Begriffes Araber unterlag einem gewissen Wandel:
Außerhalb des Orients sehr verbreitet ist die Bezeichnung 'Araber' auch für die Völker Irans, Afghanistans und Tadschikistans. Diese Bezeichnung ist jedoch falsch, da sich die Perser sowohl durch Sprache, Sitten und Gebräuche (iranischer Kulturkreis), Religionen, Politik, Ethnie und Lebensraum streng von den Arabern unterscheiden. Im Falle paschtunischer Afghanen hat deren eigener Ansippungsversuch zu der falschen Einordnung geführt, Ähnliches gilt für arabisierte Berber. Eine religiös begründete Zuordnung zu den Arabern ist ebenfalls bei muslimischen Türken oder Indonesiern problematisch. Auch die Somali führen sich selbst auf Einwanderer von der Arabischen Halbinsel zurück, obwohl es wahrscheinlicher ist, dass sie von anderen kuschitischsprachigen Ethnien im äthiopischen Hochland abstammen.
Durch die Nachbarschaft der Araber und Perser kam es in der gesamten Geschichte Irans immer wieder zu Kriegen zwischen diesen Völkern, zuletzt im ersten Golfkrieg. Um 641 unterlagen die Perser der islamischen Expansion, infolge derer sie die arabische Schrift und den islamischen Glauben annahmen. Der Irak als Südgebiet des Irans ging an die Araber verloren. Im heutigen Iran macht der Anteil der Araber an der Bevölkerung ca. 3% aus.
Allerdings beanspruchen iranische (und türkische) Sayyids (weitere 4% der Bevölkerung Irans) auch nach 13 Jahrhunderten die Rückführung ihrer Stammbäume auf Mohammed. In der neupersischen Sprache wie auch im Türkischen existiert - vergleichbar mit dem Anteil von Wörtern lateinischen oder französischen Ursprungs im Englischen - ein erheblicher Anteil arabischer Lehnwörter, vor allem in wissenschaftlichen und theologischen Bereichen.
Die große Mehrzahl der Araber sind Muslime der verschiedenen islamischen Konfessionen. Die Mehrheit bilden die Sunniten. Die Schiiten bilden nur im Iran die Mehrheit der muslimischen Einwohner. Im Marokko und Syrien befinden sich große alewitische Gemeinden.
Zu den christliche Arabern (linguistisch betrachtet, s. o.) zählt ein Teil der Angehörigen altorientalischer Kirchen, wie z.B. der koptischen Kirche. In Syrien, Irak, Jordanien und Palästina leben auch Östlich-Orthodoxe und katholische Araber. In neuerer Zeit gibt es auch kleine Gruppen von Protestanten, meist aufgrund von Missionstätigkeit.
Es ist umstritten, inwieweit Christen, die in den Ländern des arabischen Raumes leben und sich Araber nennen, tatsächlich arabischer Abstammung sind. Denn diese Bevölkerungsgruppen waren zum größten Teil schon Christen, bevor die Araber Ägypten und den Libanon besetzten und besiedelten. Es ist jedoch eine Tatsache, dass z.B. die Bevölkerung Syriens bereits in vorislamischer Zeit eine aramäische war und dies nach wie vor ist.
Durch die starke Ausweitung arabischer Kultur und politischer Systeme sowie arabistischer Ideologien sind die Christen in diesen Ländern zum Teil arabisiert worden.