Als Arbeitsmarkt wird das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach Arbeitskraft in einer Volkswirtschaft bezeichnet.
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Auf dem Arbeitsmarkt wird Arbeitskraft in Zeiteinheiten zu Marktbedingungen nachgefragt, angeboten und getauscht. Menschen verkaufen gegen Arbeitsentgelt ihre Arbeitskraft zur Verrichtung konkreter Tätigkeiten an Arbeitgeber, für die sie bestimmte Produkte herstellen oder Dienstleistungen ausführen. Die Arbeitgeber überlassen ihnen dazu die notwendigen Rohstoffe und Arbeitsmittel.
Es wird unterschieden zwischen
Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Zuge der fortschreitenden Arbeitsteilung.
In den entwickelten Industrieländern können viele Menschen zwar über ihre persönlichen Arbeitsfähigkeiten, ihre Qualifikation und ihre Kompetenzen verfügen, aber sie haben nicht die - technischen, finanziellen, materiellen, organisatorischen - Produktionsmittel zur Verfügung, um selbst Güter zu produzieren. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verkaufen sie ihre Arbeitskraft an einen Unternehmer, der seinerseits über finanzielle, technische, materielle, organisatorische Mittel und auch über Kundenaufträge verfügt und "nur" noch Arbeitskräfte benötigt, um seine ansonsten leblosen und nutzlosen Arbeits- wie Geldmittel in Gang zu setzen.
Die in der öffentlichen Diskussion wichtigste Kennzahl des Arbeitsmarktes ist die Arbeitslosenquote.
Man kann den Arbeitsmarkt für Analysezwecke unterschiedlich strukturieren:
Die volkswirtschaftliche Statistik der BRD unterscheidet zwischen so genannten
Es ist in der deutschen Sprache üblich, denjenigen, der die Arbeit gibt (verrichtet), den Arbeitnehmer zu nennen, während der, der die Arbeit nimmt (Arbeitsleistung entgegennimmt), Arbeitgeber genannt wird. Um Begriffsverwirrung zu vermeiden wird im folgenden vom Arbeiter (Dienstleistungserbringer) und Unternehmer (Dienstleistungsempfänger) gesprochen.
Die Dienstleistungen, die auf dem Arbeitsmarkt gehandelt werden, unterscheiden sich von anderen Dienstleistungen (z.B. einen Haarschnitt beim Friseur) vor allem in diesen Punkten:
Auf dem Arbeitsmarkt wird trotz Globalisierung mehr Dienstleistung nachgefragt als angeboten (werden kann). Das angebotene Arbeitsentgelt für einfache Dienstleistungen deckt oft kaum die Lebenshaltungskosten (siehe Working Poor).
Seit 2003 werden auf dem Arbeitsmarkt drei Arbeitsverhältnisse unterschieden:
Dazu abgestuft werden entsprechend Sozialversicherungsbeiträge und Steuern eingezogen. Die Neuregelung beruht auf dem Hartz-Konzept und soll die Zahl der Arbeitsverhältnisse erhöhen.
Durch Umsetzung verschiedener Reformen versucht die Bundesregierung das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen. Den letzten Versuch dazu unternahm die SPD/Grüne-Regierung unter Kanzler Schröder mit der Einführung des Hartz-Konzepts.
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung befasst sich mit der theoretischen und empirischen Untersuchung von Arbeitsmarkt, Berufsgruppen- und Branchenentwicklung etc. in wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen. Für diese Disziplin wurde 1968 an der damaligen Bundesagentur für Arbeit das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gegründet. Hier wird das Forschungsfeld interdisziplinär von Soziologen, Ökonomen und Ökonometrikern untersucht.
Die Forschung unterscheidet zwischen Ländern mit liberalem (Bsp. USA), konservativem (Bsp. BRD) und sozialdemokratischen (Bsp. Schweden) Wohlfahrtsstaatsmodell und deren spezifischen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Analysiert man diese Modelle z.B. anhand ihrer Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis im Arbeitsmarkt, ergibt sich folgendes Bild: im liberalen Modell findet eine allgemein positive Entwicklung der Geschlechtergleichheit auf dem Arbeitsmarkt weitgehend zu Lasten gering verdienender Frauen statt. Im konservativen Modell ist v.a. eine hohe vertikale Segregation - d.h. geringe Aufstiegschancen von Frauen - zu beobachten. Das sozialdemokratische Modell produziert im Gegenzug eine starke horizontale Segregation, also eine Teilung des Arbeitsmarktes in spezifische Frauen- und Männerberufe.
Daten zum Arbeitsmarkt finden sich z.T. öffentlich zugänglich bei folgenden Untersuchungen:
Altersdiskriminierung, Institut Arbeit und Technik, Zeitarbeit, Gewerkschaft, Agenda 2010, Niedriglohn, Hartz IV