Armand-Jacques-Achille Leroy de Saint-Arnaud

Armand-Jacques-Leroy de Saint-Arnaud (* 20. August 1796 in Bordeaux; † 29. September 1854 im Schwarzen Meer an Bord der Bertholet) war ein französischer General und Staatsmann und Marschall von Frankreich.

Leben

Saint-Arnaud, geboren als Sohn eines Advokaten, trat 1815 als exaltierter Royalist in die Leibgarde Ludwigs XVIII., schied aber 1822 aus dem französischen Heer aus, um am griechischen Freiheitskampf teilzunehmen, und wurde erst 1831 wieder in den französischen Dienst aufgenommen.

Dem Marschall Bugeaud als Ordonnanzoffizier beigegeben, geleitete er 1832 Maria-Carolina von Bourbon-Sizilien, die Herzogin von Berry, nach Palermo und wurde 1837 zur Fremdenlegion nach Afrika versetzt. Hier erwarb er sich den Ruf eines tapferen, umsichtigen und wohlunterrichteten, aber auch zu Gewalttaten und Erpressungen geneigten Offiziers, wurde in demselben Jahr Kapitän, 1840 Bataillonschef, 1844 Oberst und Kommandeur der Subdivision Orléansville und 1847 Brigadegeneral.

Bei Ausbruch der Februarrevolution 1848 zufällig auf Urlaub in Paris anwesend, erhielt er das Kommando einer Brigade, mit der er erfolgreich gegen die Barrikaden kämpfte. Nach seiner Rückkehr nach Afrika erhielt er dann 1850 das Kommando der Provinz Constantine.

Abenteuerlustig und arg verschuldet, hoffte Saint-Arnaud durch den Prinz-Präsidenten Napoleon emporzukommen, schloss sich daher diesem eng an und wurde 1851 mit dem Kommando der zweiten Division der Armee von Paris betraut und am 26. Oktober 1851 zum Kriegsminister ernannt. Das im Oktober 1851 eingesetzte Kabinett diente hauptsächlich dazu um mit der Ernennung Saint-Arnauds die Einführung eines ergebenen Helfers zu kaschieren. [1] Mit Energie und großer Umsicht leitete Saint-Arnaud die Vorbereitungen zum Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 und die Durchführung desselben. Am 2. Dezember 1852 wurde Saint-Arnaud zum Marschall und später auch zum Großstallmeister des Kaisers (Grand Ecuyer de l'Empereur) ernannt.

Obwohl Saint-Arnaud seit längerer Zeit krank war wurde er 1854 zum Oberbefehlshaber der verbündeten Armee im Krimkrieg ernannt. Er leitete die Expedition auf die Krim und am 14. September die Landung bei Jewpatorija. Nach Schwierigkeiten bei der Koordination des Angriffs der Alliierten zwischen ihm und dem britischen Oberbefehlshaber Lord Raglan konnte er in der Schlacht an der Alma einen Sieg erringen. Am 9. Oktober begannen die alliierten Truppen mit der Einschließung Sewastopols. Bereits kurz nach Beginn der Belagerung musste Saint-Arnaud wegen seiner Erkrankung an der Cholera den Oberbefehl an General Canrobert abgeben. Er starb drei Tage danach, am 29. September 1854 an Bord der Bertholet, die ihn nach Frankreich zurückbringen sollte. Napoléon III. ließ ihn im Invalidendom beisetzen.[2]

Die von seinem Bruder herausgegebenen "Lettres du maréchal de Saint-Arnaud" (2. Aufl., Paris 1864, 2 Bde.) geben über die damaligen Begebenheiten interessante Aufschlüsse.

Karl Marx zeichnet in einem Artikel für die New-York Daily Tribune Nr. 4114 vom 24. Juni 1854 kein freundliches Bild seines Charakters.

  1. Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteuer und Imperator S. 158
  2. Heinz Rieder: Napoleon III. Abenteuer und Imperator S. 213

Weblinks


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