Asperg

Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Asperg
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Asperg hervorgehoben
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ludwigsburg
Koordinaten: 48° 54′ N, 9° 8′ O
Höhe: 270 m ü. NN
Fläche: 5,80 km²
Einwohner: 12.991 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 2240 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 71673–71679
Vorwahl: 07141
Kfz-Kennzeichen: LB
Gemeindeschlüssel: 08 1 18 003
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
71679 Asperg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Ulrich Storer

Asperg ist eine Stadt im Strohgäu am Fuße des Berges Hohenasperg, im Einzugsbereich der Landeshauptstadt Stuttgart. Die Stadt gehört zum Landkreis Ludwigsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Durch seine Lage und seine charakteristische Form als isolierter, 90 m hoher Keuperberg mit steilen Abhängen und einem breiten Oberflächenplateau, in einer ansonsten mäßig hügeligen Umgebung, ist der Hohenasperg weithin sichtbar, beispielsweise von der A 81 aus rechts der Fahrtrichtung, wenn man sich von Norden her Ludwigsburg nähert. Das Gemeindegebiet erstreckt sich von 241 bis 356 Meter Höhe.

Geschichte

Blick vom Hohenasperg auf Asperg
Blick vom Hohenasperg auf Asperg
Hohenasperg, Blick vom Kleinaspergle
Hohenasperg, Blick vom Kleinaspergle
Festung Hohenasperg
Festung Hohenasperg

In vorchristlicher Zeit, um 500 vor Christus, war der Hohenasperg keltischer Fürstensitz mit einer Fluchtburg. Zahlreiche keltische Grabstätten in der näheren Umgebung sind so ausgerichtet, dass sie freie Sicht auf den Hohenasperg bieten, beispielsweise das große Hügelgrab bei Hochdorf oder die Grabstätte an der Katharinenlinde bei Schwieberdingen. Einen ganz besonders guten Blick auf den Hohenasperg bietet das am südlichen Rand von Asperg liegende Kleinaspergle, von dem seit einer Grabung im Jahre 1879 bekannt ist, dass es sich um ein keltisches Hügelgrab handelt.

Um 500 nach Christus, nach dem Sieg der Franken über die Alemannen, wurde der Hohenasperg fränkischer Herrensitz und Thingstätte. Der damalige Name war „Ascisberg“.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Asperg bereits 819, als der Gaugraf Gozberg seinen dortigen Besitz dem Kloster Weißenburg im Elsass schenkt. Größere Bedeutung erlangte der Ort aber erst im 13. Jahrhundert mit der Gründung der bis 1909 selbstständigen Stadt Hohenasperg. 1510 erhält auch Asperg das Stadtrecht. 1519 kommt es durch Truppen des Schwäbischen Bundes unter Georg von Frundsberg zur Belagerung des Hohenaspergs, wo sich Herzog Ulrich von Württemberg aufhält.

Am 12. Mai 1525 wurde der Bauernführer Jäcklein Rohrbach vom Burgvogt des Aspergs gefangen genommen und dort bis zur Auslieferung an den Truchsess von Waldburg festgesetzt. Ab 1535 wurde der Berg als Festung ausgebaut, die Bewohner wurden an den Fuß des Berges umgesiedelt.

Im Dreißigjährigen Krieg wird die Burg 1634 bis 1635 von einer württembergisch-protestantischen Besatzung, verstärkt durch schwedische Truppen, gegen eine Belagerung durch kaiserliche Truppen verteidigt. Die Belagerung endet schließlich mit der Übergabe an die kaiserlichen Truppen.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg geht die Festung wieder in württembergischen Besitz über. 1688 und 1693 wird die Festung durch französische Truppen besetzt, danach verliert sie ihre Bedeutung für die Landesverteidigung und wird Garnison und Staatsgefängnis. 1718 wird Asperg in das Oberamt Ludwigsburg eingegliedert, wird aber bereits 17 Jahre später wieder Sitz eines eigenen Amtes. 1781 erfolgt dann die endgültige Eingliederung in das Oberamt Ludwigsburg.

Die Nutzung als Gefängnis ist dafür verantwortlich, dass der Asperg einem Bonmot zu Folge „Württembergs höchster Berg“ ist: Es dauere nur fünf Minuten um hinauf zu kommen, aber ewig um wieder herunter zu gelangen. 1737 wird Joseph Süß Oppenheimer, der Finanzberater des württembergischen Herzogs, verhaftet und in einem dubiosen politischen Prozess zum Tode verurteilt. Der Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart saß 1777 bis 1787 als Staatsgefangener hier ein. Schubarts Schicksal vor Augen, verfasste Friedrich Schiller sein Drama Die Räuber - und entging selbst der möglichen Festungshaft auf dem Hohenasperg durch Flucht nach Mannheim in der benachbarten Kurpfalz.

Weitere Inhaftierte auf dem Hohenasperg waren der Schriftsteller Berthold Auerbach, der hier in den Jahren 1837-1838 einsaß, Friedrich Kammerer (1833), der Arzt und Dichter Theobald Kerner (1850-1851), der Theologe Karl von Hase, der Satiriker Johannes Nefflen, der Dichter Leo von Seckendorff, der Schriftsteller Theodor Griesinger und zahlreiche weitere, meist politische Häftlinge, die in der Regel wegen ihrer antimonarchistischen Haltung ins Gefängnis kamen.

Seit 1894 befindet sich auf dem Hohenasperg ein Gefängnis für den zivilen Strafvollzug. Inzwischen ist dort das Zentralkrankenhaus für den Baden-Württembergischen Strafvollzug untergebracht. Der letzte prominente Häftling war Peter Graf, Vater der Tennisspielerin Steffi Graf, der 1995 einige Wochen im Haftkrankenhaus auf dem Hohenasperg verbrachte.

Religionen

Seit der Einführung der Reformation ist Asperg vorwiegend evangelisch geprägt. Mit der Michaelskirche und der Johanniskirche gibt es heute zwei Gemeinden der Evangelischen Landeskirche in Asperg. Dazu kommt noch eine Gemeinde der Landeskirchlichen Gemeinschaft.

Die römisch-katholische Kirchengemeinde gibt es in Asperg seit 1950; seit 1999 ist diese Teil einer Seelsorgeeinheit, zusammen mit den katholischen Gemeinden in Markgröningen und Tamm. Weiterhin gibt es in Asperg die Neuapostolische Kirche, die Evangelisch-methodistische Kirche und die Arche, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehört.

Einwohnerentwicklung

  • 1608: 83
  • 1856: 1.927
  • 1900: 2.609
  • 2006: 12.991

Eingemeindungen

  • 1909: Hohenasperg

Politik

Bürgermeister

  • 1954-1980: Walter Trefz
  • 1980-1994: Otto Sinz
  • 1994-2007: Ulrich Storer

Gemeinderat

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 13. Juni 2004 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 22 Mitglieder an.

CDU 30,0 % -1,5 7 Sitze ±0
Die Grünen 25,2 % +3,2 6 Sitze +1
FW 24,5 % +0,7 5 Sitze -1
SPD 13,1 % -2,6 3 Sitze ±0
FDP/DVP 7,2 % +0,2 1 Sitz  ±0

Wappen und Flagge

In Gold auf grünem Dreiberg eine grüne Aspe, beseitet von zwei aufrechten, mit den Enden auswärts gekehrten schwarzen Hirschstangen.

Die Asperger Stadtfarben sind seit 1933 Grün-Gelb.

Städtepartnerschaften

Wirtschaft und Infrastruktur

Asperg ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein im Bereich Württembergisch Unterland des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr

Durch die Frankenbahn (Stuttgart - Würzburg), auf der die Linie S5 (Bietigheim - Stuttgart) verkehrt, hat Asperg Anschluss an das Stuttgarter S-Bahnnetz; die Fahrzeit vom Stuttgarter Hauptbahnhof beträgt rund 20 Minuten. Über die Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Ludwigsburg-Süd ist Asperg von der Bundesautobahn A 81 (Heilbronn - Stuttgart - Singen) aus in wenigen Minuten erreichbar.

Öffentliche Einrichtungen

Es gibt ein Alten- und zwei Pflegeheime der kreiseigenen Kleeblatt Pflegeheime.

Bildungseinrichtungen

Mit dem Friedrich-List-Gymnasium, der Friedrich-Hölderlin-Schule (einer Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) sowie der Goetheschule (einer Grundschule) verfügt Asperg über drei Schulen. Lediglich die zuständige Realschule befindet sich in Tamm. Es gibt insgesamt elf Kindergärten (sechs städtische, zwei römisch-katholische, einen evangelischen, einen nach Waldorfpädagogik und einen Naturkindergarten).

Freizeit- und Sportanlagen

Sport- und Freizeitzentrum Osterholz: Seit 1985 gibt es das Sport- und Freizeitzentrum im Gebiet Osterholz, welches den Asperger Sportvereinen und Schulen zwei Rasenplätze, einen Hartplatz, eine 400 m Rundlaufbahn, eine komplette Leichtathletikanlage und zwei Kleinspielfelder bietet. Die Sportgaststätte bietet gut bürgerliche Küche. Nicht zu dem Zentrum gehörend, aber in direkter Nachbarschaft befinden sich die Tennisplätze des TC Asperg und das Naturfreundehaus.

Freibad: Das in den Sommermonaten von Mai bis September geöffnete Freibad befindet sich ca. 8 Gehminuten nördlich vom Asperger Bahnhof bzw. von der Bushaltestelle „Lehenbrücke“ entfernt. Es bestehen Abstellpätze für annähernd 500 PKW und ca. 700 Fahrräder. In den 60ern wurde auf dem Gewann „Lochwiesen“ das Freibad errichtet. In den folgenden Jahrzehnten musste das Bad immer wieder umgestaltet werden, da ein Absacken des Geländes zu teilweise gefährlichen Vertiefungen im Boden führte. Im Untergrund wurden später Matten verbaut, die ein weiteres Absacken verhindern sollen. Das Anfang des Jahrtausends modernisierte Freibad bietet ein beheiztes Schwimmerbecken mit Sprungturm, ein Nichtschwimmerbecken mit Rutschbahn und Schwimmkanal sowie ein Kinderbecken mit Plansch- und Erholungsbereichen.

Skating-Park: Direkt neben dem Parkplatz des Freibades befindet sich seit 1988 eine Skater-Anlage mit verschiedenen Trainingsmöglichkeiten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Die Schwabenbühne: Das ehemalige Gasthaus Hirsch in der Königstraße 22 beherbergt heute die Bühne für Auftritte der Schwabenbühne, eines örtlichen Theaterensembles. Schwäbischer Humor steht im Vordergrund und wird von dort aus auch über die Stadtgrenzen Aspergs gebracht.

Das Glasperlenspiel: Der gemeinnützige Verein steht Menschen offen, die dort alles von und über Theater, Tanz, Musik, Literatur und Wissenschaft erleben wollen. Aktuelle Veranstaltungsprogramme liegen regelmäßig in Behörden, Banken oder Läden aus.

Museen

Feuerwehrmuseum: In der ehemaligen Schillerschule (Schillerstraße 3, Haus der Vereine) befindet sich heute ein Feuerwehrmuseum, in dem historische Helme, Gerätschaften und Modellautos ausgestellt werden.

Weinbaumuseum: Ein Weinbaumuseum ist in der alten Kelter (Kelterstraße 11) untergebracht. Dort wird die Tradition des Asperger Weinbaus, sowie die Kelter- und Kellereitechnik der letzten zweihundert Jahre dem interessierten Publikum präsentiert.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1980: Walter Trefz, Altbürgermeister
  • 1988: Helmut Goebel, Stadtrat

Söhne und Töchter der Stadt

  • Adolf Burkhardt (* 10. April 1929; † 2. April 2004 in Weilheim an der Teck), lutherischer Pfarrer und Förderer des Esperanto.

Literatur

  • Horst Brandstätter: Asperg - Ein deutsches Gefängnis, Berlin: Wagenbachs Tachenbücherei 1978. ISBN 3-8031-2045-4

Weblinks

Quelle:
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