Assimilation beschreibt in der Lernpsychologie einen Prozess, über den das, was wahrgenommen wird, so verändert wird, dass es zu den gegenwärtig vorhandenen Strukturen passt.
Beispiel: Hunde-Schema: Ein Kind sieht ein wuscheliges, vierbeiniges Wesen (Hund), die Mutter betitelt dieses als Hund - das Kind sieht später Schafe auf einer Wiese und sagt: Hund - es hat alle vierbeinigen, wuscheligen Wesen unter dem Namen Hund abgespeichert.
Ein weiteres Beispiel nach Spitzer ist das Lernen der Vergangenheitsform bei kleinen Kindern: zunächst zeigt sich, dass die unregelmäßigen Formen gelernt werden, etwa: ich gehe - ich ging. Erst später erkennen Kinder eine Regelmäßigkeit beim Bilden der Vergangenheitsform, z.B. bei ich koche - ich kochte. Viele Kinder neigen in dieser Lernphase dazu, diese neue Regel auf alle Verben anzuwenden, also auch "ich gehe - ich gehte" oder sogar in Mischform "ich gingte". Hier zeigt sich also ein überreglementiertes Verhalten durch die Assimilation neuen Wissens. Erst ganz zu letzt wird die Unterscheidung zwischen regelmäßigen und unregelmäßigen Verben erlernt und die zuvor bestehende (falsche) Assimilation der Regel auf unregelmäßige Verben wie gehen wird nun richtig angewendet.
Die zu Grunde liegende neuronale Funktion ist hierbei die Fähigkeit unseres Gehirns aus vielen Beispielen oder Wahrnehmungen Regeln herauszubilden. Das geschieht bei neu gelerntem zunächst einmal recht schnell. Dadurch können sich junge Kinder in kurzer Zeit in ihrer Umwelt zurecht finden. Beispiel: Bereits nach wenigen Monaten erkennt ein Baby ein Lächeln. Es hat also bereits aus vielen Gesichtern eine Regel herausgebildet wie ein Lächeln aussieht. Diese Fähigkeit Regeln oder Muster zu erkennen beruht auf Anknüpfungen des Gehirns an bereits bekanntes. Dabei spielen Vergleiche die tragende Rolle: Bestimmte Informationen aus der kognitiven Auswertung erzeugen immer gleiche Muster, die dann mit Erinnerungen und Emotionen verknüpft werden können und somit immer ein ähnliches Gefühl oder Verhalten hervorrufen. Da dieser Lernprozess jedoch bei jedem Menschen aufgrund anderer Grundstrukturen des Gehirns auch anders erfasst wird (man spricht hier deshalb auch davon, dass Wissen im Gehirn "konstruiert" wird) kann man Lernen oder Informationsaustausch nicht als kopieren von Information ansehen, sondern spricht hier von Assimilation - also der Anpassung der Information an die bereits vorhandenen "Daten" oder Erinnerungen/persönlichem Wissen
Die gedankliche Assimilation besteht aus der Einverleibung von Objekten in die Verhaltensschemata; Schemata, die nichts anderes sind als verfügbare Handlungen, die der Mensch in der Wirklichkeit effektiv wiederholen kann.