Der Augsburger Quadrant war das erste Präzisionsgroßinstrument der neueren Astronomie-Geschichte.
Paul Hainzel, ein Patrizier, Bürgermeister und begeisterter Astronom aus Augsburg, hatte ihn 1571[1] mit Hilfe des Astronomen Tycho Brahe (* 1546; † 1601) errichten lassen.
Der Augsburger Quadrant wurde aus massivem Eichenholz hergestellt und nach den Bauplänen[2] von Tycho Brahe zusammengefügt. Der Quadrant stand im Garten von Hainzels Anwesens in Augsburg-Göggingen auf einer Anhöhe und hatte mit seinem Radius von etwa 5,5 Metern eine Höhe von 20 Metern. Mit diesem Instrument konnte die Zenitdistanz und Position von Gestirnen genau vermessen werden. Die Genauigkeit des aus Messing gefertigten Viertelkreises betrug bis dahin nicht erreichte 10 Bogensekunden.
Mit dem Quadranten konnte Heinzel 1573 die geographische Breite seines Standortes auf 48 Grad und 22 Bogenminuten bestimmen[3], ungefähr zwei Kilometer vom tatsächlichen Wert entfernt. Ebenso wurde damit die genaue Position der Supernova von 1572 gemessen und in Tycho Brahes Astronomiae Instauratae Progymnasmata publiziert.
Brahe hat mit dem Quadranten jedoch niemals selber Messungen durchgeführt. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung hatte er Augsburg bereits seit längerem verlassen. Der Quadrant wurde in einem starken Sturm im Dezember 1574 zerstört.
Der Quadrant wurde nach den Originalplänen von Tycho Brahe 2006 wieder nachgebaut (in kleinerem Maßstab) und in Göggingen im Römerturm, an dem vermutlich ursprünglichen Ort, als Teil einer Dauerausstellung der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
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