Autobahnraststätte

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  • Was bitte heißt „inzwischen pachten manche mehrere Raststätten zugleich; Kritik: man erhöhte die Pacht“ ?
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Eine Autobahnraststätte dient hauptsächlich der Erholung während längerer Fahrtdistanzen im Fernverkehr und bietet für den Schwerlastverkehr die erforderlichen Stellplätze, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten zu können. Der Autobahnraststätte ist in der Regel eine Tankstelle angeschlossen - mit Waschräumen, Toiletten sowie Babywickelräumen und häufig auch behindertengerechten Einrichtungen für die Reisenden. Ferner verfügen Rastanlagen meistens über Einkaufs-Möglichkeiten, öffentliche Telefone und Internetzugang und oftmals über einen Kinderspielplatz. Meist sind die Raststätten durchgehend geöffnet.

Feng-Shui-Rasthaus Gruibingen (A8)
Feng-Shui-Rasthaus Gruibingen (A8)
Kunst-Raststätte Illertal-Ost (A7)
Kunst-Raststätte Illertal-Ost (A7)
Raststätte „Freienhufener Eck Ost“ an der A13 Dresden-Berlin
Raststätte „Freienhufener Eck Ost“ an der A13 Dresden-Berlin

Viele Autobahnraststätten haben ein separates Restaurant. Es ist meist in einem weiteren Gebäude abseits der Tankstelle untergebracht. Bei einigen Anlagen befinden sich auch Tankshop und Raststätte unter einem Dach. Selten gibt es Raststätten, die als Brückenrestaurant quer über die Autobahn führen und somit beiden Fahrtrichtungen dienen.

Inhaltsverzeichnis

Autobahnraststätten in Deutschland

Die Rastanlagen in Deutschland betreibt meist die Gesellschaft Tank & Rast. Sie hat heute einen Marktanteil von rund 90% an der Autobahn und ging aus einem ehemals bundeseigenen, 1998 privatisierten Unternehmen hervor. Tank & Rast unterhält mit 340 Tankstellen und 370 Raststätten, zu denen 50 (noch an keine Kette angeschlossene, teils zu renovierende) Hotels zählen, an rund 390 Standorten etwa 720 Servicebetriebe (Tankstellen, Raststätten, Hotels) an der Autobahn.

Das staatlich vorgesehene Betreibermodell setzt auf eine primär mittelständische Pächterstruktur, die Tank & Rast gemeinsam mit seinen Pächtern umsetzt (inzwischen pachten manche mehrere Raststätten zugleich; Kritik: man erhöhte die Pacht). An vielen Standorten finden die Autobahnreisenden auch das Angebot bekannter Ketten vor, diese Unternehmen sind jedoch in der Regel in Form von kleineren integrierten Modulen repräsentiert.

In den letzten Jahren hat Tank & Rast ca. 400 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Raststätten investiert und eine Vielzahl von Betrieben komplett neu gebaut. Mit der Marke Serways führt das Unternehmen zur Zeit eine Dienstleistungsmarke ein, die das gesamte Angebot auf einer Autobahnrastanlage (Gastronomie, Shops, weitere Serviceleistungen) umfasst. Unter der Bezeichnung Sanifair wurde gleichzeitig ein neues Toilettenkonzept integriert, das die Benutzungsgebühr bei Einkauf im Shop oder im Restaurant zurückerstattet. Auch nehmen an diesem auf Qualität ausgerichteten Konzept Markenartikler wie Barilla, Nordsee, Lavazza, Burger King, McDonald's und Segafredo teil. Darüber hinaus bieten die Rastanlagen auch regional erzeugte und angebaute Nahrungsmittel und Spezialitäten an.

Ein Novum sind die 2006 im Rahmen der Modernisierungsaktivitäten von Tank & Rast eingeführten Autobahnhinweisschilder. Zusätzlich zum Namen der Raststätte zeigen sie Informationen über das konkrete gastronomische und Service-Angebot an, das den PKW- oder LKW-Fahrer an der Raststätte erwartet. Die Lastwagenmaut hatte deren Umsatz zunächst gekürzt.

Im Durchschnitt findet man in Deutschland alle 60 Autobahnkilometer eine Tank- und Raststätte des Unternehmens. Etwa 500 Millionen Reisende besuchen die Raststätten im Jahr. Beim jährlichen europaweiten ADAC-Raststättentest stellen Rastanlagen aus dem Netz der Autobahn Tank & Rast regelmäßig den Sieger.

Anschlussstellen und Zufahrten

Um die Rentabilität zu erhöhen, werden Raststätten in Ausnahmefällen manchmal auch nur an einer Richtungsfahrbahn errichtet und haben zusätzliche Zufahrten der anderen Richtungsfahrbahn. Eine besondere Stellung nimmt die Autobahnraststätte "Dammer Berge" ein: Sie wurde als Brücke über die Autobahn gebaut. Manche sind so platziert, dass man auch vom untergeordneten Straßennetz zufahren kann. Diese bildet auch eine Vereinfachung für den Zulieferverkehr und kann mitunter auch als Autobahnauffahrt ausgelegt sein (Beispiel Autobahnraststätte Bruchsal). Üblicherweise darf aber zwischen der regionalen Straße und der Autobahn keine Verbindung bestehen. Wohl ist es aber möglich, diese Zufahrten auch als Notauffahrt für Einsatzdienste, wie Feuerwehr oder Rettungsdienste zu benutzen. In diesem Fall dienen meist Schranken als Absperrung, damit normale Verkehrsteilnehmer nicht die Notauffahrten benutzen und dadurch möglicherweise Rettungseinsätze behindern. Während Autobahnraststätten in der Regel direkt auf der Autobahn platziert sind und oft eine eigene Ein- und Ausfahrt besitzen, zumindest eine Betriebszufahrt, befinden sich Autohöfe, die ebenfalls der Versorgung des Fern- und Schwerlastverkehr dienen, in der Nähe normaler Autobahnausfahrten.

Eine rechtliche Besonderheit ist, dass für Autobahnraststätten keine Sperrstundenregelung existiert (§ 15 Absatz 4 Bundesfernstraßengesetz). Jedoch ist zwischen 0:00 Uhr und 7:00 Uhr der Ausschank und der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken verboten.

Autobahnraststätten in Österreich

In Österreich werden die meisten Raststätten durch die Unternehmen Rosenberger, Autogrill, Mövenpick und Wienerwald betrieben. Auch in Österreich gibt es eigene Regelungen, die beispielsweise die Mindestabstände der Raststätten zueinander regeln. Dazwischen kann es vereinzelt Kioske geben, die aber nicht dieselben Angebote vertreten dürfen wie die angrenzenden Raststätten. Ein Beispiel ist der Rastplatz Triestingtal an der Süd Autobahn A2 zwischen den Raststätten Wöllersdorf und Guntramsdorf. Hier dürfen nur einzelne Biolebensmittel verkauft werden.

Autobahnraststätten in der Schweiz

In der Schweiz werden aktuell 34 Raststätten entlang dem Nationalstrassennetz von verschiedenen Unternehmen betrieben. Bei 9 Anlagen (a) kann die Autobahn mit dem Auto gequert und so die Fahrtrichtung gewechselt werden. Bei 7 Anlagen (b) kann die Autobahn zumindest zu Fuss überquert werden.

A1: La Côte (b), Bravois (a), Rose de la Broye (a), Grauholz (a), Deitingen, Gunzgen, Kölliken, Würenlos (b), Kempthal (a), Forrenberg, Thurau, St. Margrethen A2: Basel-Weil (b), Pratteln, Eggberg, Teufengraben, Luzern-Neuenkirch (a), Gotthard, Sand Gottardo, Bellinzona, Colderio (b) A3: Herlisberg, Fuchsberg (b), Glarnerland (b), Walensee A5: Pieterlen A6: Münsingen A9: Villette (b), Le Chablais, Grand St-Bernard (a) A12: La Gruyère (a) A13: Werdenberg (a), Heidiland (a), San Vittore

Siehe auch

Die folgenden deutschen und österreichischen Autobahnraststätten haben einen Artikel in Wikipedia:

sowie folgende historische Autobahnraststätte:

  • Rodaborn bei Triptis (Thüringen), 1936 erste deutsche Autobahnraststätte.

Literatur

  • Ralph Johannes, Gerhard Wölki: Die Autobahn und ihre Rastanlagen. Geschichte und Architektur. Imhof, Petersberg 2005, ISBN 3-932526-68-6

Weblinks

Quelle:
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