Autochthon

Der Ausdruck autochthon (von Altgriechisch αὐτός (autós = selbst) und χθών (chthōn = Erde), also etwa „einheimisch“, „eingeboren“ oder „alteingesessen“) bezeichnet:

  • in der Sozio- und Ethnologie die ursprüngliche Bevölkerung eines Gebietes, die Ureinwohner eines Landes und deren im Land und mit anderen Völkern unvermischt gebliebene Nachkommen (siehe auch: Indigene Völker), in der Sprachwissenschaft analog selbstständige Sprachen. Diese Ursprünglichkeit muss jedoch nicht real sein und kann imaginiert oder erfunden sein (vgl. Herkunftssage) und (ähnlich wie "indigen") als Selbstbeschreibung einen propagandistischen Charakter annehmen.
  • In der Biologie und Ökologie versteht man unter autochthonen Arten Lebewesen, die sich durch die Prinzipien der Ökologie von alleine in einem Gebiet angesiedelt haben, „heimische Arten“. Das Gegenteil dazu sind allochthone Arten, die sich maßgeblich erst durch die Kulturtätigkeit des Menschen verbreitet haben. Autochthone Arten, die nur in einem bestimmten Gebiet vorkommen, werden auch endemisch genannt.
  • In der System-Ökologie versteht man unter autochthonen Teilen der Nahrungskette solche, die im Ökosystem auf der Basis der Primärproduktion entstanden sind, im Gegensatz zu allochthonen, von außerhalb hereingetragenen oder eingedrungenen.
  • In der Geologie vor Ort entstandene Gesteine, siehe Autochthon (Geologie)
  • In der Medizin steht die Bezeichnung für entwicklungsphysiologisch ortsständige Strukturen, wie zum Beispiel die autochthone Rückenmuskulatur

Siehe auch:

Wiktionary
Wiktionary: autochthon – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
Artikel Autochthon aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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