Das (auch der) Azimut (von arabisch as-sumut – „die Wege“, Plural von asamt – „der Weg“) ist ein Begriff aus der Astronomie, der einen bestimmten Winkel bezeichnet. Dieser Begriff wird sinngemäß auch in anderen Fachbereichen verwendet.
Die Definition der Astronomie lautet wie folgt: Das Azimut ist der Winkel zwischen der Meridianebene und dem Schnittpunkt des Vertikalkreises eines Gestirns oder eines Punktes auf der Erdoberfläche mit dem Horizont. Es wird meistens von Norden, manchmal aber auch von Süden gezählt – dann hat z. B. ein Stern im Westen ein Azimut von 90° statt 270°. Zur Berechnung des Azimuts eines Gestirns für einen gegebenen Zeitpunkt und einen gegebenen Beobachtungsort verwendet man zweckmäßigerweise das nautische Dreieck.
Die Geodäsie kennt außer diesem astronomischen Azimut, das aus Messungen hervorgeht, auch das ellipsoidische Azimut. Das sind die auf 0,01" (etwa 50 nrad) genau berechneten Richtungen in einem Vermessungsnetz auf dem Erd- bzw. Referenzellipsoid. Astronomisches und ellipsoidisches Azimut differieren um die Ost-West-Komponente der Lotabweichung. Im Gauß-Krüger-Koordinatensystem werden Winkel angegeben, die sich auf Gitternord (Hoch- oder x-Achse) beziehen.
In der Navigation (Seefahrt, Luftfahrt) nennt man das Azimut zwischen Standpunkt und Zielpunkt den Sollkurs, im Gegensatz zum tatsächlichen Kurs über Grund. Nautisch wird das Azimut auf Norden bezogen, siehe auch Kulmination. Die astronomische Navigation meint mit Azimut den Winkel vom gegissten Standort (gekoppelter Ort) zum gerechneten Bildpunkt (Fußpunkt) eines Gestirns.
In der Kartografie versteht man unter dem Azimut den im Uhrzeigersinn gemessenen Winkel zwischen geografisch-Nord (Nordpol) und einer beliebigen Richtung (z. B. Marschrichtung, Kompasspeilung etc.) auf der Erdoberfläche.
In der Artillerie wird das Azimut benutzt, um eine genaue Richtungsangabe zu machen, die Angabe erfolgt in Strich (Artilleriepromille).
Bei Windenergieanlagen wird die Bezeichnung Azimut für alles benutzt, was mit der horizontalen Windnachführung des Maschinenhauses zu tun hat. Das Azimutsystem dient zur Nachführung der Gondel und besteht aus Azimutlager, Azimutantrieb, Azimutgetriebe und Azimutsteuerung. Der Azimutantrieb besteht aus mehrstufigen Planetengetrieben, die von frequenzkontrollierten elektrischen Motoren angetrieben werden.
Bei Tonbandgeräten und Kassettenrekordern wird der in der Bandebene gemessene Winkel zwischen dem Tonkopfspalt und der Orthogonalen zur Bandlaufrichtung als Azimut bezeichnet. Dieser Winkel sollte im Idealfall gleich null sein, anderenfalls liegt ein Azimutfehler vor. Zur Herstellung des korrekten Azimuts sind die Tonköpfe entsprechend justierbar.