Die Redewendung „jemandem einen Bärendienst erweisen“ bedeutet, jemandem in gutem Willen einen Dienst zu erbringen, dessen Resultat für den Empfänger ungewollt negative Folgen hat.
Die Redensart geht vermutlich auf die Fabel L'ours et l'amateur des jardins (dt.: Der Bär und der Gartenfreund) des französischen Dichters Jean de La Fontaine zurück.
In ihr treffen sich ein Bär und ein alter Gartenfreund, beide einsam und auf der Suche nach Gesellschaft. Sie beschließen zusammen zu leben und jeder geht seiner Tätigkeit nach: Der Bär beschafft Wild und der Gartenfreund pflegt seinen Garten. Eines Tages setzt sich eine Fliege auf das Gesicht des schlafenden Greises. Der Bär will seinem Freund helfen und verjagt die Fliege, indem er einen großen Stein nach ihr wirft. Weder die Fliege noch der alte Mann überleben.
Ein dem Bärendienst ähnlicher Begriff ist der, der griechischen Mythologie entstammende, Lichasdienst. In der Heraklessage ist Lichas der Diener des Herakles, der seinem Herren - im Glauben ihm einen Gefallen zu tun - auf Weisung von dessen Gemahlin Deianira das Hemd des Kentauren Nessus überbringt. Dieses ist mit dem vom Gift der Hydra verunreinigten Blut des Pferdemenschen getränkt und bereitet seinem Träger schwerste Qualen. Lichas, der dies nicht weiß, übergibt das Nessus-Hemd dem Herakles im Glauben diesem einen Gefallen zu tun - und beschwört so dessen Untergang herauf (Ovid Metamorphosen IX, 211).
Übersetzt ins Deutsche von Ernst Dohm (1819-1883):