| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Detmold | |
| Kreis: | Herford | |
| Koordinaten: | 52° 12′ N, 8° 36′ O | |
| Höhe: | 59–175 m ü. NN | |
| Fläche: | 59,30 km² | |
| Einwohner: | 44.994 (31. Dez. 2006) | |
| Bevölkerungsdichte: | 759 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 32257 | |
| Vorwahl: | 05223 | |
| Kfz-Kennzeichen: | HF | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 58 004 | |
| Stadtgliederung: | 12 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Bahnhofstraße 13 + 15 32257 Bünde |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Anett Kleine-Döpke-Güse (CDU) | |
| Lage der Stadt Bünde im Kreis Herford | ||
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Bünde (niederdeutsch: Buine) ist eine kreisangehörige Mittelstadt im nordöstlichen Nordrhein-Westfalen und liegt rund 20 km nördlich von Bielefeld. Bünde ist mit rund 45.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im ostwestfälischen Kreis Herford (Regierungsbezirk Detmold). Die heutige Stadt Bünde entstand erst 1969 in einer Kommunalreform. Bünde wurde jedoch bereits 853 erstmals als "Buginithi" schriftlich erwähnt. Als ehemaliges Zentrum der europäischen Zigarrenindustrie ist die Stadt auch als Zigarrenstadt Bünde bekannt.
Inhaltsverzeichnis
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Bünde liegt in der Ravensberger Mulde zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge. Ein Großteil des Stadtgebietes liegt in den Flussniederungen der Else. Der tiefste Punkt liegt bei 59 m ü. NN im Osten, wo die Else das Stadtgebiet verlässt. Der höchste Punkt des Stadtgebietes liegt bei 175 m ü. NN im Norden, wo das Gebiet langsam zum Wiehengebirge hin ansteigt. Das Gebiet wird nicht durch natürliche, naturräumliche Grenzen klar begrenzt. Die nächstgelegenen Großstädte sind das 20 km südlich gelegene Bielefeld und das 30km westlich gelegene Osnabrück.
Die Stadt liegt in der Ravensberger Mulde und wird in West-Ost-Richtung von der Else durchquert, der auch zahlreiche kleinere Bäche im Stadtgebiet von Süden oder Norden her zufließen. Ein Beispiel ist der von Norden kommende Gewinghauser Bach, der auf seinem Weg zur Else ein Moorgebiet im Stadtteil Ennigloh-Gewinghausen durchfließt. Bünde ist stark zersiedelt mit mehren Siedlungskernen rund um die Kernstadt Bünde. Historische waren diese Siedlungen eigenständige Gemeinden. Insbesondere im Süden des Stadtgebietes bilden die besiedelten Gebiete eine durchgehende Agglomeration mit den Städten Herford und der Gemeinde Hiddenhausen. Das nicht besiedelte Land weist kaum größere Waldgebiete auf. Die Gegend zählt aufgrund der hohen Fertilität zum Altsiedelland und wird wie der übrige Kreis Herford intensiv landwirtschaftlich genutzt, die Auen der im Winter oft überschwemmten Else aber auch extensiv. Hauptsächlich wird auf den fruchtbaren Lössgebieten Getreide und Mais aber auch zunehmend Raps kultiviert. Folgende Tabelle zeigt die genaue Flächennutzung.[1]
| Fläche nach Nutzungsart |
Siedlungs- und Verkehrsfläche |
Landwirt- schaftsfläche |
Wald- fläche |
sonstige Freiflächen |
|---|---|---|---|---|
| Fläche in Hektar | 2.122 | 3.466 | 248 | 93 |
| Anteil an Gesamtfläche | 35,8% | 58,5% | 4,2% | 1,6% |
Das Gebiet gehört naturräumlich zur Ravensberger Mulde gehören. Die Ravensberger Mulde ist ein leichtwelliges, zwischen 50 und 140 m ü. NN liegendes Hügelland. Zahlreichen kleine Täler (sog. Sieke) schneiden oft unvermittelt und tief in das sonst nur schwach kuppierte Land ein. Geologisch liegen im Wesentlichen Liasplatten mit Lößauflage vor, die durch Zertalung im Pleistozän zum Hügelland umgestaltet wurden. Unter der Lößdecke finden sich teilweise Geschiebelehme. Weitere Hinterlassenschaft der Eiszeiten sind die häufig anzutreffenden Findlinge. Das Elsetal und der Unterlauf der Werre weiter im Osten bilden die tiefliegende, in westöstlicher Richtung verlaufende Urstromtal der Else-Werre-Niederung. Mit dem 105 m ü. NN hohen und damit eigentlich nicht als Berg zu bezeichnenden Doberg verfügt Bünde über eine der umfangreichsten Fossilienlagerstätten aus der Zeit des Oligozän nördlich der Alpen. Der Hügel im Süden der Stadt überragt seine Umgebung um etwa 30 m. Er besteht aus den Sedimenten des Oligozän-Meeres und gibt Auskunft über die Meeresfauna der damaligen Zeit. Herausragende Fundstücke sind im Doberg-Museum ausgestellt.
Bünde hat eine Fläche von 59,3 km². Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 10,7 km, die Ost-West-Ausdehnung 11 km.
Bünde grenzt im Norden an Hüllhorst im Kreis Minden-Lübbecke, im Osten an Kirchlengern, im Süden an Hiddenhausen, Enger und Spenge, im Nordwesten an Rödinghausen und das im niedersächsischen Landkreis Osnabrück gelegene Melle.
Die Stadt Bünde besteht aus mehreren früher unabhängigen Gemeinden und der Stadt Bünde, die gemäß dem Status als Stadt als Stadtteile bezeichnet werden. Die Bezeichnung Stadtteil trifft jedoch nicht unbedingt auf den dörflichen Charakter einiger Stadtteile zu. Die Stadt gliedert sich in die folgenden zwölf Stadtteile, wobei der größte Stadtteil Bünde-Mitte die Kernstadt und das historische Bünde darstellt.
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1Stand 30. Juni 2005
Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Klimadaten im langjährigen Mittel (1971–2000) für das etwa 10 km Luftentfernung entfernte Herford zeigt nachstehende Tabelle.
| Monat | Jan | Feb | Mär | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | Jahr |
| Temperatur in °C | 1,8 | 2,2 | 5,3 | 8,4 | 13,0 | 15,6 | 17,7 | 17,4 | 13,8 | 9,8 | 5,4 | 3,1 | 9,5 |
| Niederschlag in mm | 72 | 49 | 65 | 53 | 65 | 82 | 69 | 71 | 73 | 61 | 64 | 80 | 804 |
Im langjährigen Mittel (1961–1990) hatte die Region durchschnittlich 1473 Sonnenstunden pro Jahr (Beobachtungsstation: Herford).[2] Die Wetterdaten für Bünde dürften im langjährigen Mittel nicht bedeutend von den angegebenen Daten aus Herford abweichen, da die Städte in etwa gleich hoch und in vergleichbarer naturräumlichen Lage liegen.
Das Stadtwappen (zwei sich die Hand reichende Ritter) spielt auf die Sachsen Hengist und Horsa an, die der Sage nach im 5. Jahrhundert an dieser Stelle einen Bund zur Eroberung Englands schlossen. Zu dieser Zeit lebte im Bünder Land der Sachsenstamm Engern. Bünde gehört zu den ältesten Siedlungen des fruchtbaren Ravensberger Landes. Der Name Bünde weist vermutlich auf die Lage auf einer Anhöhe hin, die früher Buhn (vgl. Bühne) genannt wurde, woraus sich bis 1222 der Name Bünde entwickelte. Am 22. Mai 853 wurde Bünde erstmals als "Buginithi" in einer Schenkungsurkunde erwähnt: Ludwig der Fromme verschenkte die Bünder Kirche an das Stift Herford. Bereits im Mittelalter gewann Bünde, dank der zentralen Lage, eine gewisse Bedeutung. Kirche, Markt und Gerichtsbarkeit zogen neben Bauernhöfen auch Händler und Handwerker sowie Tagelöhner und Kötter an. Im 11. Jahrhundert entstand das Kirchspiel Bünde aus dem Dorf und 15 Bauerschaften. Das heutige Stadtgebiet gehörte seit 1530 zur Grafschaft Ravensberg (mit Ausnahme der Stadtteile Spradow und Dünne). Der Bischof von Osnabrück und die Lippischen Edelherren verlieren die Gerichtshoheit. Die Stadt fiel über die Grafschaft Ravensberg 1614 an Brandenburg-Preußen. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. verlieh dem Ort Bünde 1719 die Stadtrechte – zunächst jedoch keine Vollstadt sondern Titularstadt. 1816 bis 1832 war es Kreisstadt des Kreises Bünde, aber immer noch nicht Vollstadt – wurde also weiter nach einer Landgemeindeordnung verwaltet. 1832 ging der Kreis Bünde im Kreis Herford auf. 1843 werden die Stadt Bünde, die Gemeinden Ahle, Dünne, Ennigloh, Holsen, Hunnebrock, Hüffen, Muckum, Spradow, Südlengern, Werfen und der Gutsbezirk Steinlake zum Amt Bünde zusammengeschlossen. Bünde wurde erst 1902 durch Austritt aus dem Amt Bünde (ab 1902: Amt Ennigloh) amtsfreie Vollstadt.
In Bünde war vom 15. Jahrhundert bis in die 1830-er Jahre die Flachsverarbeitung im Spinn- und Webergewerbe Haupt- und Nebentätigkeit vieler Bünder, aber vor allem der armen Heuerlinge und Kötter in den umliegenden Stadtteile, die früher noch selbstständige Gemeinden bildeten. Die Landbevölkerung litt vor allem unter der Hofteilung, die dazu führte, dass sogar im fruchtbaren Ravensberger Land, die Hofgröße nicht mehr ausreichte, um ihre Familien zu ernähren. Mit Einführung der mechanischen Webstühle brach dieses oft in Heimarbeit ausgeübte Handwerk völlig zusammen. 1860 musste beispielsweise die erst 1853 gegründete Strohflechtereigesellschaft endgültig ihre Türen schließen. Viele Bünder emigrierten dadurch und in den den Hungerjahren 1845-1848 aufgrund von Missernten nach Amerika. Von 1850 bis 1900 wanderten 1083 Bürger (teilweise auch illegal) aus.[3]
Der Bünder Raum als Teil der Kulturlandschaft des Ravensberger Landes wurde im 19. Jahrhundert intensiv von der Industrialisierung erfasst. Eine Besonderheit bedeutete in dieser Hinsicht die Entwicklung zu einem Zentrum der deutschen Tabakindustrie, wodurch Bünde als Zigarrenstadt bekannt wurde. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert hatten noch über 20 Zigarrenfabriken ihren Sitz in Bünde hatten und ein Großteil der in Deutschland vertriebenen Zigarren stammte aus der Zigarrenstadt. Andere Erwerbszweige, wie Druckereien, Kartonagen- und Zigarrenkistenhersteller wuchsen mit der steten Aufwärtsentwicklung der Zigarrenindustrie. Den Grundstein 1842 Gustav Meyer in einem eigens dafür angekauften Gebäude in der Eschstraße 21. Die Zigarrenindustrie beruht jedoch vor allem auf der Geschäftsidee des Tönnies Wellensiek aus Muckum, der in Bremen das Zigarrenmachen lernte, 1843 in Ennigloh in seinem Elternhaus einen Betrieb gründete und der bereits nach drei Jahren acht Arbeiter beschäftigte und in die Eschstraße nach Bünde-Mitte verlegt wurde. 1856 gründete Wellensiek zusammen mit August Steinmeier aus Meschede die Firma ´´Steinmeister & Wellensiek´´. 1849 bestanden im Kreis Herford bereits 18 tabakverarbeitende Betriebe. Oft wurden die Zigarren auch in Heimarbeit und in der ländlichen Umgebung der Stadt Bünde (jetzt: Bünde-Mitte) gerollt. Mit Bau der Eisenbahnlinie Löhne-Osnabrück im Jahr 1855 wurde der Transportweg des Rohtabaks, der aus den Niederlanden kam noch effizienter und so wuchs die Zigarrenindustrie rasant, so dass 1862 bereits 3.000 Menschen in Bünde (jetzt: Bünde-Mitte) beschäftigt waren. In Bündes Umgebung gab es über 2.000 Filialbetriebe. 1900 arbeiteten in 84 Betrieben bereits 3.372 Mitarbeiter, obwohl die Stadt Bünde (jetzt: Bünde-Mitte) damals nur rund 4.800 Einwohner hatte. Die Tabakindustrie brach mit der Nachfrage nach Zigarren in den 1960-er zusammen, auch weil die Bünder Fabrikanten nicht gleichzeitig mit der Herstellung der beliebter werdenden Zigaretten begannen.
Bei der Reichstagswahl 1933 erhält die NSDAP in Bünde 53% der Stimmen, im Amt Ennigloh, das damals selbständig neben der Stadt Bünde bestand, 44,4%. Bei den folgenden Kommunalwahlen erringen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit, stellen infolgedessen im Stadtrat 10 der insgesamt 18 Mandate und besetzen wichtige Amtspositionen. Es gelingt ihnen zwar nicht den amtierende Bürgermeister Dr. Moes abzulösen, sie können jedoch durch NSDAP-Beauftragte dessen politische Entscheidungen beeinflussen. 1943 finden Fliegerangriffe auf die Bahnstrecken statt, wobei auch Zivilisten getötet werden. Am 22. Februar 1944 erfolgte ein gezielter Bombenangriff auf die Stadt, dabei wurden 140 Sprengbomben und 160 Brandbomben abgeworfen. Am 2. April 1945 erreichen Teile der 5. US-Panzerdivision den Landkreis Herford, wodurch auch in Bünde die nationalsozialistische Herrschaft beendet wurde. Einen Tag später um 12 Uhr wird die Stadt Bünde und das Amt Ennigloh amerikanischen Truppen übergeben. Direkte Kampfhandlungen am Boden wurden in Bünde nicht berichtet, allerdings wurden auf dem Gebiet mehrfach Flugzeuge britische Flugzeuge abgeschossen. Die jüdische Bevölkerung wurde aus Bünde deportiert oder musste fliehen. Während des Krieges arbeiteten hunderte Italiner, Franzosen, Polen, Russen und andere Kriegsgefangene in Bünder Betrieben, z. B. bei der Firma Imperial. [4]
Noch im gleichen Jahr richten die Briten in Bünde die 'Control Commission for Germany' (CCG) für ihre Besatzungszone ein. Bis 1991 befand sich daher auch die sowjetische Militärmission in einem hermetisch abgeriegelten Gelände im Stadtteil Ennigloh, wo die sowjetischen Soldaten auch wohnten. Auf dem Gelände leben jetzt wieder Soldaten der 1. Panzerdivision der britischen Armee mit Sitz in Herford. Die alte Stadt Bünde wurde durch die Gebietsreform 1969 mit dem Amt Ennigloh und einem Teil des Amts Herford-Hiddenhausen zur heutigen Stadt vereinigt.
Die meisten Bewohner im Bünder Land dürften evangelisch sein. Danben gibt es jeoch weiter Kirchen und Religionsgemeinschaften. Eine genaue Statistik wird nicht erhoben oder publiziert. Anhaltspunkt kann jedoch die Religionszugehörigkeit der Bünder Schüler sein. Demnach sind rund 68% der Bünder Schüler im Schuljahr 2002/2003 evangelisch, 10% katholisch und 7,3% muslimisch. Die Restlichen sind Anhänger anderer Konfessionen oder sind konfessionslos. .[5]
Es gibt in Bünde sieben evangelisch-lutherische Kirchengemeinden mit eigenen Kirchen. Besonders die zwei evangelischen Kirchen im historische Zentrum Bündes, die Laurentiuskirche und die Pauluskirche sind erwähnenswert. Kirchengemeinden gibt es im Einzelnen in den Stadtteilen Dünne, Ennigloh, Holsen-Ahle, Hunnebrock-Hüffen-Werfen, Spradow, Südlengern (Bezirk Heide) und Bünde (Mitte).
Außerdem gibt es eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten.
Die Bünder Katholiken sind der Katholischen Gemeinde in Holsen zugeordnet, wo sich die katholische Kirche St. Michael befindet. In der Gemeinde war der spätere Weihbischof des Erzbistums Paderborn Matthias König Vikar.
Es gibt weiterhin eine Gemeinde der Zeugen Jehovas in Bünde-Mitte, eine Neuapostolische Kirche, die zum Bezirk Osnabrück gehört, eine Gemeinde Gottes in Ahle und eine Mennoniten Gemeinde.
Im Stadtteil Ennigloh (Amtshausstraße) gibt es eine muslimische Moschee, die sich in einem früher anderweitig genutzten Gebäude befindet. Betrieben wird die Moschee vom Verein Türkischer Arbeitnehmer. Außerdem gibt es eine alevitische Gemeinde.
Im Jahre 1814 bildete sich in Bünde eine jüdische Gemeinde, die anfangs nur aus fünf Familien bestand. 1815 wurde eine Synagoge errichtet. 1856 wurde der jüdische Synagogen Bezirk zu Bünde gegründet. Die Gemeindemitglieder wurden im Zweiten Weltkrieg deportiert oder mussten fliehen. Die Gemeinde existiert nicht mehr. Es wird jedoch an sie durch eine Gedenktafel in der Eschstraße erinnert. Außerdem markieren Stolpersteine den Wohnort deportierter oder vertriebener Jüdischer Bürger. [6]
Die alte Stadt Bünde (Bünde-Mitte) wurde durch die Gebietsreform 1969 mit dem Amt Ennigloh und einem Teil des Amts Herford-Hiddenhausen zur heutigen Stadt vereinigt. Die ehemals selbstständigen Gemeinden in den Ämtern verloren dadurch ihre Unabhängigkeit. Seitdem gab es keine weiteren Eingemeindungen.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand, d.h. früher für die Gemeinden des Amtes Ennigloh plus die Einwohner der Kernstadt Bünde–beachte auch Fußnoten am Tabellenende.
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1 Zum Amtsbezirk Bünde gehörten die Stadt Bünde und die Gemeinden Ahle, Dünne, Ennigloh, Holsen, Hüffen, Hunnebrock, Muckum, Spradow, Südlengern und Werfen sowie der Gutsbezirk Steinlacke. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“. [7]
2 Amt Ennigloh und Stadt Bünde zusammen. Aus Fortschreibungen des statistischen Landesamtes NRW oder Volkszählungsergebnissen. Angaben ab 1925 beziehen sich auf die Wohnbevölkerung.[8]
3 Aus Fortschreibungen des statistischen Landesamtes NRW. Angaben ab 1975 beziehen sich auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. [9]
Bünde hat den Status einer mittleren kreisangehörigen Stadt. Sie gehört zum Kreis Herford. Kreisstadt ist Herford. Seit 1999 wählen die Bürger den Oberbürgermeister in einer Direktwahl. Weiteres zu wählendes Organ ist der Stadtrat, der im Rathaus im Stadtteil Mitte zusammentritt.
Der Rat der Stadt Bünde besteht zurzeit aus 44 Sitzen. Die aktuelle Sitzverteilung nach der Kommunalwahl am 26. September 2004 sowie die Sitzverteilungen nach den Kommunalwahlen 1999 und 1994 zeigt die folgende Tabelle:
| Partei | 2004 | 1999 | 1994 |
|---|---|---|---|
| CDU | 19 | 21 | 19 |
| SPD | 15 | 17 | 22 |
| FDP | 3 | 3 | 0 |
| Grüne | 4 | 3 | 4 |
| UWG-Bünde | 3 | 0 | 0 |
| Gesamt | 44 | 44 | 45 |
Seit 1999 ist Anett Kleine-Dopke-Güse (CDU) Bürgermeisterin der Stadt Bünde. Sie wurde 1999 mit 54,8 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang gewählt. Sie wurde 2004 mit 54,2 Prozent der gültigen Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt.
Kleine-Dopke-Güses Vorgänger war Bürgermeister Gerhard Theß (SPD) der von 1997-1999 Bürgermeister war und davor Stadtdirektor (Das Amt Stadtdirektor wurde 1997 abgeschafft). Sein Amtsvorgänger war wiederum Siegfried Hagemann (SPD), der von 1990-1997 Bürgermeister war. Weitere Vorgänger:
Das Stadtwappen zeigt zwei sich die Hände reichende Ritter unter Waffen und in voller Rüstung auf rotem Grund. Das Motiv spielt auf die Sachsen Hengist und Horsa an, die der Sage nach im 5. Jahrhundert an dieser Stelle einen Bund zur Eroberung Englands schlossen. Das Gebiet um Bünde war tasächlich im frühen Mittelalter von dem sächsischen Engern besiedelt, ob jedoch Hengist und Horsa, deren Existenz nicht einmal eindeutig bewiesen ist, tatsächlich mit Bünde in Verbindung gebracht werden können, ist umstritten.
Am 27. August 2006 wurde in Bünde erstmals ein Bürgerentscheid durchgeführt. Initiiert wurde dieser durch eine Gruppe von Bünder Bürgern, die mit der von Rat und Bürgermeisterin geplanten aufwendigen Neugestaltung der Fußgängerzone „Eschstraße“ nicht einverstanden waren. Nach Meinung des Stadtrates ist dieser Umbau notwendig, um als Einkaufsstadt attraktiv zu bleiben. Die "Gegner einer Luxussanierung" befürworteten eine Wiederverwendung vorhandener Materialien wie Steine und Platten. Auch die geplanten Treppen zum Geländeausgleich der leicht abschüssigen Straße wurde im Sinne der Barrierefreiheit abgelehnt. Bei der Abstimmung erreichten die Befürworter der weniger aufwendigen Sanierung 4722 Stimmen, dagegen und somit für den Vorschlag der Stadt stimmten 5043. Das erforderliche Quorum von 7323 wurde somit nicht erreicht. Die Wahlbeteiligung lag bei nur 26,7%. 2007 wurde mit der Neugestaltung der Straße begonnen.
Bünde verfügt über kein Theater im eigentlichen Sinne. Von Zeit zu Zeit gastieren Theaterproduktionen im Stadtgarten, Kleinkunst, Kabarett, Comedy und Konzerte wird im Kultur- und Veranstaltungszentrum Universum dargeboten. Das Universum ist ein 1924 erbautes Kino im Stadtteil Ennigloh, das aufwendig renoviert wurde. Kinofilme zeigen die Bünder Lichtspiele (Büli) in zwei Sälen.
Das Museum Bünde liegt zentral auf der sog. Museumsinsel an der Fünfhausenstraße. Es umfasst den Striedieckschen Hof, den Spieker und das Dammhaus, die zu den ältesten Gebäuden Bündes zählen, sowie einen Neubau für die geologische Abteilung. Das Museum gliedert sich in insgesamt drei Bereiche: Das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum informiert seit 1937 anschaulich über die einzigartige Geschichte der Tabakverarbeitung im Raum Bünde. Es können u.a. historische Tabakspfeifen aus aller Welt, die größte rauchbare Pfeife der Welt mit einer Länge von über 3,5 Metern sowie eine über 1 Meter lange Zigarre besichtigt werden. Gleich nachdem er 1990 sein Amt als Ministerpräsident von Niedersachsen angetreten hatte, schickte Gerhard Schröder deshalb dem Deutschen Tabakmuseum im eine Autogrammkarte und eine Cohiba.Im Dobergmuseum - Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe befinden sich zahlreiche Fossilienfunde aus dem nahen Doberg, aber ebenso auch Fossilien aus der näheren und weiteren Umgebung von Bünde, insbesondere aus dem Wiehengebirge und der Herforder Liasmulde. Das Kreisheimatmuseum gewährt mit einer großen Bauernmöbelausstellung Einblicke in ländliches Arbeits- und Alltagsleben, das eng mit der Flachsverarbeitung verbunden war.
Die Kirchenmusik wird in Bünde geprägt von der Bünder Kantorei. Neben der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten führt sie unter Mitwirkung von professionellen Opernsängern und Orchestermusikern Werke wie die Matthäus-Passion, das Weihnachtsoratorium oder die Carmina Burana auf. Ein weiterer Chor ist der Shanty-Chor der Bünder Marinekameradschaft. Im Bereich der Popmusik hat es die Band Filips Firma zu einer gewissen regionalen Bekanntheit gebracht. Sie verortet sich selbst im Bereich "Acoustic Emo Pop" und tritt in Clubs, Kneipen und auf Newcomerfestivals auf. In Bünde begannen außerdem die Karrieren des Schlagersängers Gunter Gabriel, der Popsänger C. C. Catch und Maximilian Hecker.
Von der Nachkriegszeit bis hinein in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts musste historische Bausubstanz oftmals Neubauten weichen. Beispielhaft dafür können das Rathaus sowie das Warenhaus am Museumsplatz genannt werden. Für dessen Bau wurde eines der historischen Fachwerkviertel der Stadt abgerissen. Dennoch hat Bünde nach wie vor einige sehenswerte Bauwerke zu bieten.
Das Denkmal der Zigarrenpioniere Steinmeister & Wellensiek zeigt "Töns" Wellensiek mit der Handkarre, mit der er Tabak aus Bremen geholt haben soll und seinen Geschäftspartner Friedrich August Steinmeister.
Das historische Zentrum Bündes befindet sich rund um die Laurentiuskirche, eine der ältesten Kirchengründungen Westfalens (ca. 778-840, 853 erstmals schriftlich erwähnt). Das am Kirchplatz gelegene Pfarrhaus von 1822 wurde Anfang des 21. Jahrhunderts aufwändig restauriert. Am Rathausvorplatz stehen der Hof Rahning von 1677 (1748 abgebrannt, 1749 wiederaufgebaut) und das Haus Dahlkötter von 1555, in dem sich das Standesamt befindet, früher das Gefängnis der Polizeiwache befand und das zugleich das älteste Gebäude der Stadt ist. Beide Gebäude sind 4-Ständer-Fachwerkhäuser, wie sie auch oft in den Dorfschaften rund um Bünde gefunden werden, z. B. der Hof Hellmann in Holsen.Weitere Besipiele sind das dreischiffiges Vierständerhaus Hurlbrinksche Haus (erstmals erwähnt 1688), das Zweiständerhaus Dammhaus von 1559 und Striediecksche Hof von 1830, die zusammen die Anlage des Heimatmuseums bilden. Über den historischen Straßenzug Auf'm Tie und die Eschstraße, Bündes Fußgängerzone, gelangt man zur zweiten Bünder Stadtkirche, der Pauluskirche (errichtet 1869-1873). Die aus Wesersandstein im neugotischen Stil errichtete dreischiffige Hallenkirche wurde als Predigtkirche konzipiert, d.h. die Kanzel steht inmitten der zuhörenden Gemeinde
Über das ganze Innenstadtgebiet verteilt finden sich zahlreiche Villen aus der Blütezeit der Bünder Tabakindustrie, z.B. an der Bahnhofstraße, der Eschstraße und der Hindenburgstraße. Beispiele sind Villa Rehling des Zigarrenfabrikanten Carl-Heinrich Rehling in der Hindeburgstraße 3 von 1893/1904 oder die neubarocke Villa André (Hindenburgstraße 11) des Zigarrenfabrikanten Georg aus dem Jahre 1891. Die Villa André war nach dem Krieg ein Kindergarten für die Kinder der britischen Bestzungstruppen in Bünde. Weitere Beispiele sind die Villen Steinmeister (Eschstraße 43 nd 45) von 1843 bzw. um 1900, das Wohnhaus Wellensiek in der Eschstraße 35 von Anfang des 19. Jahrhunderts.
In die gleiche historische Epoche gehört auch der Tabakspeicher in der Nähe des Hauptbahnhofs. In rotem Backstein errichtet, erinnert er ein wenig an hanseatische Lagerhäuser. Es ist der einzige in Westfalen verbliebene Tabakspeicher, der noch immer seinem ursprünglichen Zweck dient. Der rote Backsteinbau wurde 1896 von der Bremer Zigarrenfirma Leopold, Engelhard & Biermann erbaut. 1930 hatte der Tabakspeicher zunächst ausgedient und wurde an die Reichsbahn verkauft. Er dient heute wieder als Tabaklager für die Zigarrenfabrik André. Außerdem werden dort Maschinen vom Deutschen Tabak- und Zigarrenmuseum gelagert.
Im Stadtteil Ennigloh steht das ehemalige Amtshaus des Amtes Ennigloh, im Jugendstil 1902 errichtet, als das Amt Ennigloh nach Austritt der Stadt Bünde aus dem Amt Bünde gegründet werden musste. Heute ist dort die Musikschule untergebracht. Das Jugendstilgebäude hat einen renaissanceartigem Südgiebel.
Das 1924 erbaute Universum ist eines der ältesten Kinos in Deutschland und nach seiner Schließung 1980 inzwischen zum erfolgreichen Veranstaltungszentrum für Kleinkunst, Kabarett, Comedy und Konzerte umgewandelt worden. In Bünde steht die nach eigenen Angaben älteste Discothek in Deutschland, die "Wilhelmshöhe". Sie wurde 1961 gegründet und ist auch noch heute im Familienbesitz der damaligen Gründer.
Weiterhin interessant ist die neue Feuer- und Rettungswache an der Dünner Straße, deren geschwungene Fassade und mit Stahlblech ausgeschlagen ein wenig an Frank Gehrys Bauten erinnert.
Zwischen den beiden Weltkriegen wurde im Stadtteil Dünne die kostengünstige Dünner Lehmbrote-Bauweise entwickelt; ein Bauverfahren, bei dem ungetrocknete Lehmziegel ohne Mörtel feucht übereinander gesetzt wurden. Diese teilweise unverputzte Bauweise breitete sich auch wegen des angenehmen Wohnklimas innerhalb Ostwestfalens aus; zwischen 1927 und 1933 entstanden etwa 300 solcher Lehmhäuser.
Größter Park ist der zentral gelegene Steinmeisterpark (zwischen Bismarckstraße, Goetheplatz und Nordring), der um einen kleinen künstlichen See herum angelegt. Im Stadtteil Ennigloh befindet sich das Dustholz, ein kleines Wäldchen, das von den Anwohnern der näheren Umgebung für Spaziergänge genutzt werden kann und in dem sich ein Minigolfplatz und ein Fischteich befinden.
Mit dem Doberg verfügt Bünde über eine der umfangreichsten Fossilienlagerstätten aus der Zeit des Oligozän nördlich der Alpen. Der Hügel im Süden der Stadt überragt seine Umgebung um etwa 30 m. Er besteht aus den Sedimenten des Oligozän-Meeres und gibt Auskunft über die Meeresfauna der damaligen Zeit. Herausragende Fundstücke sind im Doberg-Museum der Stadt Bünde zu besichtigen.
In Bünde gibt es fast 50 Sportvereine, in denen etwa ein Drittel aller Bünder aktiv sind. Größte Sportstätten sind das Dustholzstadion und die Siegfred-Moning Sporthalle (beide in Ennigloh).
Jährliche Höhepunkte bilden das Frühlingsfest und der Zwiebelmarkt (am Wochenende des letzten Sonntages im September) mit reichlich Federweißer und Zwiebelkuchen. Beide Veranstaltungen finden in der Innenstadt statt. Während zum Frühlingsfest die Innenstadt von örtlichen Gärtnern mit zahlreichen Blumen und Pflanzen dekoriert wird, stehen beim Zwiebelmarkt Fahrgeschäfte und ähnliche Jahrmarktattraktionen im Mittelpunkt. Im Dezember gibt es einen eher kleinen Weihnachtsmarkt.
Die Stadt Bünde ist über die Anschlussstellen 27 (Bünde) und 28 (Hiddenhausen) der A 30 (E 30) an das Fernstraßennetz angebunden.
Bünde gehört dem Verkehrsverbund OstWestfalenLippe (Der Sechser) an. Der Bahnhof Bünde liegt an der Bahnstrecke Bad Bentheim–Minden (KBS 375), von der hier die Ravensberger Bahn (KBS 386) nach Rahden abzweigt. Er wird im Personenfernverkehr von der IC-Linie 77 Münster (Westf) Hbf–Osnabrück Hbf–Minden (Westf)–Hannover Hbf–Berlin Ostbf bedient. Der Bahnhof wird von folgenden Zugläufen im Personennahverkehr bedient:
Die Stadt verfügt seit 1996 über ein eigenes Stadtbussystem. Als Bustreffpunkt für das Rendezvous-System wurde ein zentraler Busbahnhof am Museumsplatz in unmittelbarer Nähe zur Fußgängerzone errichtet. Der Betreiber der Stadtbuslinien ist die Omnibus-Verkehrsgesellschaft Bollmeyer mbH & Co. KG. Der Bahnhof wird als wichtiger zweiter Umsteigepunkt der Stadt von einer Stadtbuslinie bedient. Vom ZOB am Bahnhof fahren die Regionalbusse nach Herford und Enger ab. Weitere Busse bzw. Anrufbusse bedienen Kirchlengern, Spenge und Rödinghausen.
Die Stadt Bünde ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und Mitglied im ADFC. Durch das Stadtgebiet verläuft u.a. der Else-Werre-Radweg (54,5 km von der Bifurkation zur Werremündung in Bad Oeynhausen) und die „BahnRadRoute“ Weser-Lippe (350 km von Bremen nach Paderborn). Bünde ist darüberhinaus als fahrradfreundliche Stadt ausgezeichnet worden. Das Radverkehrsnetz verbindet über seine 13 Linien alle Bünder Stadtteile und die umliegenden Gemeinden. Durch Ringe von 10, 20 und 35 km Länge entsteht eine spinnennetzförmige Verknüpfung. Die Mitte des Netzes und gleichzeitig Schnittpunkt aller Radverkehrslinien ist im Stadtzentrum an der Bolldammbrücke, Kreuzung Elsedamm / Frühlingsweg / Bahnhofstraße. Am Bahnhof gibt es eine elektronisch gesteuerte Fahrradabstellanlage. Das gesamte 120 km lange Radverkehrsnetz ist komplett beschildert. Die Darstellung der Linien in Rot und Ringe in Grün erleichtert zusätzlich die Orientierung. Das Konzept erreichte Bünde beim bundesweiten Fahrradklimatest 2005 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) bei den Städten unter 100.000 Einwohnern den 4. Platz. Zahlreiche Aktionen wie der Bünder Radelsommer , Volksradfahren "1000 Räder Bünde“, die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ und das Nachtradeln werben für die Fahrradnutzung.
Als Tageszeitungen erscheinen die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt. Das Lokalradio Radio Herford ist im Stadtgebiet auf 94,9 MHz zu empfangen.
In Bünde besteht seit 1879 ein Amtsgericht. Das noch heute genutzte Gebäude an der Hangbaumstraße wurde 1900 errichtet. Das Amtsgericht mit seinen rund 50 Mitarbeitern ist zuständig für die Stadt Bünde und die Gemeinden Kirchlengern und Rödinghausen. Es gehört zum Bezirk des Landgerichts Bielefeld und dieses zum Bezirk des Oberlandesgerichts Hamm. Ein neben dem Amtsgericht gelegenes Gefängnis wurde 1970 geschlossen und abgerissen. Die Polizeiinspektion Bünde gehört zur Kreispolizeibehörde Herford und ist für die Stadt Bünde und die Gemeinden Kirchlengern und Rödinghausen zuständig. Angegliedert ist die Polizeiwache Löhne.
Das Finanzamt Bünde ist zuständig für die Städte Bünde und Löhne sowie die Gemeinden Kirchlengern und Rödinghausen. Bünde verfügt zudem über die Zentrale Steuerzeichenstelle, an der die Banderolen (Steuerzeichen) für alle Tabakprodukte abgegeben werden. Die so erzielten Einnahmen aus der Tabaksteuer betrugen 2005 etwa 14,2 Mrd. Euro. Die Zollstelle der Zigarrenstadt ist die einzige Zollstelle Deutschlands, an der Banderolen / Steuerzeichen für alle Tabakprodukte abgegeben werden.
Das Evangelische Lukas-Krankenhaus wurde 1890 gegründet. Es besitzt heute 380 Planbetten und ca. 700 Mitarbeiter, die jährlich rund 11.000 stationäre und 15.000 ambulante Patienten versorgen.
Die Bundesagentur für Arbeit ist in Bünde mit einer Geschäftsstelle vertreten, die auch für die Gemeinden Kirchlengern und Rödinghausen zuständig ist.
Schwimmäder: Öffentliche Schwimmbäder gibt es am Steinmeisterpark in Bünde Mitte (Freibad) und in Ennigloh (2006 renoviertes Hallenbad)
Bünde besitzt als Mittelzentrum mehrere weiterführende Schulen, die auch den Schülern der Nachbargemeinden dienen. Darunter fallen vor allem die zwei Gymnasien Gymnasium am Markt und Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die ehemals Jungen und Mädchengymnasium waren. Weiterhin hat Bünde zehn Grundschulen, eine Sonderschule, eine Hauptschule, eine Gesamtschule (Erich-Kästner-Gesamtschule mit Außenstelle in Kirchlengern), zwei Realschulen (Bünde-Mitte und Bünde-Nord), eine Berufsbildende Schule (Erich-Gutenberg-Berufskolleg) und eine Musikschule. Das Schulzentrum Nord in Ennigloh fasst das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Realschule Nord und die Gesamtscule räumlich zusammen. 2006 besuchten rund 8000 Schüler die Bünder allgemeinbildenden Schulen, davon 2009 die Grundschulen, 2370 die Gymnasien, 1600 die Realschulen und weitere 1529 die Gesamtschule. 1692 Schüler besuchten die Berufskollegs. [10]
In Bünde-Mitte ist die Stadtbibliothek in der ehemaligen Zweigstelle der Bundeszentralbank untergebracht.
Größter Arbeitgeber in Bünde ist der Küchengerätehersteller Imperial (760 Mtarbeiter). Aus der Blütezeit der Tabakindustrie sind noch die Traditionsunternehmen Arnold André (Hauptmarke: Clubmaster, 450 Mitarbeiter) und August Schuster in der Stadt verblieben. Der Beiname Zigarrenstadt erinnert daran, dass um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert noch über 20 Zigarrenfabriken ihren Sitz in Bünde hatten und ein Großteil der in Deutschland vertriebenen Zigarren hierher stammte. Traditionell sind auch die Küchenmöbelhersteller stark vertreten. Dies rührt zum Teil daher, dass nach dem Niedergang der Tabakindustrie das Know-how der Zigarrenkistenherstellung in die Proudktion von Möbeln einfloss. Weiterhin befindet sich der bekannte Modellbausatzhersteller Revell mit ihrem einzigen deutschen Standort in Bünde. Außerdem hat die international namhafte Firma Werner Kammann Maschinenfabrik (480 Mitarbeiter, Sieb- Offset- und Digitaldruckmaschinen) ihren Sitz in Bünde sowie der Spezialglashersteller Bünder Glas (670 Mitarbeiter) und eines der ältesten Tiefbauunternehmen in der Region, die Westerhold Tiefbau GmbH aus Bünde / Holsen.
Der staatlich anerkannte Erholungsort Randringhausen im Nordosten des Stadtgebiets dient schon seit dem 18. Jahrhundert als Kurgebiet. Zwei Kurhäuser für Moor-, Schwefel- und Bewegungsbäder stehen Gästen zur Verfügung. Für aktivere Kurgäste steht eine Finnenbahn bereit. Randringhausen setzt die jahrhundertealte Badetradition in Bünde fort, wurde doch hier bereits 1728 der erste Gesundbrunnen entdeckt. An die Zeit als Bad Bünde und seine Bäder deutet jedoch nur noch der Name Bäderstraße hin. Das waldreiche Erholungsgebiet Randringhausen umfasst ca. 266 ha und schließt das eigentliche Kurgebiet mit rd. 34 ha ein.
Folgende Persönlichkeiten sind in Bünde geboren:
Folgende Persönlichkeiten stammen nicht aus Bünde, haben aber in der Stadt gewirkt:
Bünde | Enger | Herford | Hiddenhausen | Kirchlengern | Löhne | Rödinghausen | Spenge | Vlotho