| Landesflagge | Landeswappen |
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| (Details) | (Details) |
| Basisdaten | |
| Hauptstadt: | Stuttgart |
| Fläche: | 35.751,65 km² (3.) |
| Einwohner: | 10.738.753 (3.) (31. Dezember 2006) |
| Bevölkerungsdichte: | 300 Einwohner je km² (6.) |
| BIP – Total – Anteil BIP Deutschland |
2005 330,715 Mrd. € 15 % |
| Schulden: | 3.682 € pro Einwohner (Ende 2005) |
| Schulden gesamt: | 41,07 Mrd. € (2006) |
| Arbeitslosenquote: | 4.8% (Juni 2007) |
| ISO 3166-2: | DE-BW |
| Offizielle Website: | www.baden-wuerttemberg.de |
| Politik | |
| Ministerpräsident: | Günther Oettinger (CDU) |
| Regierende Parteien: | CDU-FDP/DVP-Koalition |
| Sitzverteilung im Landtag (139 Sitze): |
CDU 69 SPD 38 B90/Grüne 17 FDP/DVP 15 |
| letzte Wahl: | 26. März 2006 |
| nächste Wahl: | 2011 |
| Parlamentarische Vertretung | |
| Stimmen im Bundesrat: | 6 |
| Karte | |
Baden-Württemberg ist ein Land im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland. Nach Einwohnerzahl und Fläche steht es unter den deutschen Ländern an dritter Stelle.
Die wichtigsten Naturräume sind das sich nach Norden öffnende Neckarland im Zentrum und im Norden, das Oberrheintal im Westen und das Alpenvorland im Südosten. Dazwischen liegen die bedeutenden Mittelgebirge des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alb.
Im Süden grenzt das Land überwiegend an Bodensee und Hochrhein, im Westen an den Oberrhein. Im Norden zieht sich die Landesgrenze über Odenwald und Tauberland, im Osten über Frankenhöhe und Ries, entlang von Donau und Iller sowie durch das westliche Allgäu.
Benachbarte deutsche Länder sind Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen. Im Süden grenzt Baden-Württemberg an die Schweiz (Kantone Schaffhausen, Aargau, Thurgau, St. Gallen(nur über den Bodensee verbunden), Zürich, Baselland und Baselstadt), im Westen an Frankreich (Region Elsass). Über den Bodensee ist es auch mit dem österreichischen Bundesland Vorarlberg verbunden.
Inhaltsverzeichnis |
Baden-Württemberg grenzt im Osten an Bayern, im Norden an Bayern und Hessen. Seine Süd- und Westgrenze werden durch Rhein und Bodensee gebildet (mit kleinen Ausnahmen wie Schaffhausen), wobei die Schweiz der südliche, Frankreich und Rheinland-Pfalz die westlichen Nachbarn sind. Im Südosten bildet der Bodensee eine gemeinsame Grenze mit Österreich (Vorarlberg); eine Landgrenze gibt es allerdings nicht. Nach Fläche und Einwohnerzahl steht das Land an dritter Stelle unter den deutschen Ländern.
Der geographische Mittelpunkt Baden-Württembergs liegt in der Stadt Tübingen, in dem kleinen Wald Elysium, in dessen Nähe auch Botanische Gärten sind. Ein drei Tonnen schwerer kegelförmiger Stein aus dem Frankenjura symbolisiert diesen Punkt. Er hat eine Neigung von 11,5°, dies soll die Hälfte der Erdneigung darstellen.
Innerhalb Baden-Württembergs werden nach geologischen und geomorphologischen Kriterien fünf Großräume unterschieden:[1]
Baden-Württemberg ist also vergleichsweise stark gekammert und weist ein Nebeneinander unterschiedlicher Naturräume auf.
Der wichtigste Faktor der Bodenbildung ist in Baden-Württemberg das jeweils anstehende Gestein, während die anderen Faktoren (Klima, Vegetation, Hydrographie und Relief) hier weniger wichtig sind. Den o. g. geologischen und geomorphologischen Naturräumen kann man deshalb grob jeweils bestimmte Bodentypen zuordnen.[2] Eine genauere Karte dieser naturräumlichen Gliederung einschließlich Angaben zu den jeweiligen Böden findet sich hier.
Vor allem drei Faktoren bestimmen das Klima in Baden-Württemberg:[3]
Temperaturen
Durch seine südliche Lage ist Baden-Württemberg gegenüber anderen Bundesländern hinsichtlich der Temperaturen begünstigt, wobei auch innerhalb des Landes ein Nord-Süd-Gefälle der durchschnittlichen Temperaturen sichtbar wird. Die Tiefenräume des Landes weisen Jahresmitteltemperaturen von 9 °C auf und gehören damit zu den wärmsten Gebieten Deutschlands: das Oberrheinische Tiefland, der Kraichgau und das Neckartal unterhalb Stuttgarts. Weitere begünstigte Gebiete sind der Umkreis des Bodenseegebietes, das Hochrheingebiet und das Taubertal. Mit der Höhe sinkt die Durchschnittstemperatur, und der Südschwarzwald ist mit durchschnittlich 4 °C das kälteste Gebiet Deutschlands. Eine Ausnahme von dieser Regel ist die im Winter vorkommende Inversionswetterlage, bei der höhere Lagen wärmer sind als tiefer gelegene, weil bei windstillem Hochdruckwetter die von den Höhen abfließende Kaltluft sich in Beckenräumen sammelt. Extreme Kältewerte lassen sich deshalb in der Baar beobachten, hier kann es im Winter zu sibirischen Temperaturen von unter -30 °C kommen.
Für die Landwirtschaft wichtig ist die Länge der Vegetationsperiode, gemessen in frostfreien Tagen: im Landesdurchschnitt sind dies 170, in Gunsträumen wie dem Oberrheinischen Tiefland, dem zentralen Neckarbecken und dem Bodensee über 200 frostfreie Tage. Dagegen weisen die Höhenlagen des Hochschwarzwalds, der Baar und einige winterkalte Talräume der Alb nur 120 frostfreie Tage auf.
Niederschlag
Die mit dem Westwind herantransportierten Luftmassen stauen sich v. a. an Schwarzwald und Odenwald, daneben auch an der Schwäbischen Alb, den höheren Lagen der Keuperwaldberge und den Voralpen. Deshalb ist dort auf der Luvseite der Niederschlag reichlich (über 1000 mm pro Jahr, im Südschwarzwald stellenweise sogar über 2000 mm), während auf der Leeseite im Regenschatten wesentlich weniger Niederschlag fällt, weshalb es hier ausgeprägte Trockengebiete gibt (im nördlichen Oberrheinischen Tiefland, der Freiburger Bucht und dem Taubergrund fallen etwa 600 mm, im mittleren Neckarraum und der Donnauniederung bei Ulm etwa 700 mm).
Wo es keine Sperren für den Westwind gibt, sondern flache Hügellandschaften wie den Kraichgau oder weite Täler, dringen die ozeanischen Luftmassen viel leichter nach Osten vor, weshalb die regionalen Klimaunterschiede hier geringer sind.
Aufgrund der bergigen Topographie spielten und spielen die Flüsse und ihre Täler eine erhebliche Rolle für Besiedlung, Verkehrswesen und Geschichte des Landes. Neben dem Rhein sind an erster Stelle Neckar und Donau zu nennen. Der Neckar entspringt am Rande des Schwarzwaldes bei Villingen-Schwenningen und durchfließt das Zentrum des Landes, bis er im Nordwesten bei Mannheim in den Rhein mündet. Der dortige Rheinpegel ist mit 85 m ü. NN der niedrigste Punkt des Landes. Der Rhein bildet komplett die westliche Landesgrenze – zugleich auch in ihrer ganzen Länge die Westgrenze Badens – von Mannheim bis Karlsruhe zu Rheinland-Pfalz, südlich davon zu Frankreich und zur Schweiz. Die Donau nährt sich aus zwei Schwarzwald-Quellflüssen und fließt in etwa ostnordöstlich, wobei sie die Schwäbische Alb nach Süden und Oberschwaben nach Norden begrenzt und hinter Ulm ins Bayerische wechselt. Unter den übrigen Flüssen sind die längsten die „Zwillingsflüsse“ Kocher und Jagst, die den Nordosten des Landes durchfließen. Ganz im Nordosten grenzt das Landesgebiet an den Main.
Menschen lebten auf dem Gebiet des heutigen Baden-Württemberg nachweislich bereits vor einer halben Million Jahren. Der bei Mauer gefundene Homo heidelbergensis und der bei Steinheim an der Murr entdeckte Homo steinheimensis zählen mit einem Alter von 500.000 bzw. 250.000 Jahren zu den ältesten menschlichen Funden in Europa überhaupt.
Bei Kleinkems im Südwesten befindet sich das älteste deutsche Jaspisbergwerk aus der Steinzeit im Massiv des Schwarzwaldvorgebirges.
Nachweise kulturellen Lebens in Baden-Württemberg reichen ca. 35.000 bis 40.000 Jahre zurück. So alt sind die Funde der ältesten bekannten Musikinstrumente der Menschheit (eine Elfenbeinflöte, ausgegraben 1979 im Geißenklösterle) und Kunstwerke (Löwenmensch), die in Höhlen der Schwäbischen Alb entdeckt wurden.
In der Hallstattzeit besiedelten die Kelten große Teile des Landes. Dies ist durch die zahlreichen Hügelgräber belegt, deren bekanntestes das Grab des Keltenfürsten von Hochdorf ist.
Zwischen 70 und 150 nach Christus eroberten die Römer unter den Feldherren Drusus und Tiberius den größten Teil des Gebiets, auf dem heute Baden-Württemberg liegt, und gliederten es in die römischen Provinzen Raetia und Germania Superior ein. Die intensive Romanisierung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen.
Die Römer wurden ab 260 nach Christus von den Alemannen vertrieben. Nach deren Unterwerfung durch das Fränkische Reich zwischen 496 und 746 bestanden im heutigen Landesgebiet die Herzogtümer Franken und Schwaben.
Im Hochmittelalter wurde das Gebiet aufgrund seiner hohen strategischen Bedeutung als Durchgangsland zwischen Deutschland und Italien zu einem der Kerngebiete des Deutschen Reiches, das immer im Zentrum der internen und externen Machtkämpfe des Reiches stand. Der Hochadel und die Klöster lenkten einen intensiven Landesausbau, in dessen Verlauf die Mittelgebirge erschlossen und zahlreiche Städte gegründet wurden, und erweiterten so ihre Machtbasis. Wichtige Familien waren neben den Herzogshäusern vor allem die fränkischen Salier und die schwäbischen Staufer, die sich zu ihrer Zeit den Kaiserthron erkämpften. Weitere wichtige Adelshäuser waren die Welfen und die Zähringer, die mit dem Aufbau der Stadt Freiburg die hochmittelalterliche Stadtgründungsphase einleiteten.
Nach dem Ende der Stauferdynastie im 13. Jahrhundert kam es zu einer lang andauernden Dezentralisierung der deutschen Territorien, die ohnehin traditionell schwache Zentralmacht verlor zunehmend an Gewicht. Dieser langfristige Trend wurde auch in Südwestdeutschland spürbar; der Zerfall beider Herzogtümer führte zur extremen territorialen Zersplitterung in Hunderte von kleinen Grafschaften, Reichsstädten, geistlichen Gebieten oder gar einzelnen ritterschaftlichen Dörfern.
Der Dezentralisierungstrend in Deutschland verlief gleichzeitig zu Zentralisierungsprozessen benachbarter Territorien, in denen sich starke Staaten bildeten. Deren Expansionsbestrebungen prägten auch die südwestdeutsche Geschichte, auch hier war der Tiefpunkt der Dreißigjährige Krieg, der verheerende Folgen hatte, von denen sich das Gebiet erst nach einem Jahrhundert wieder erholt hatte. Die Bevölkerung ging um mehr als die Hälfte, regional um zwei Drittel zurück, der Viehbestand war fast völlig vernichtet, ein Drittel des Nutzlandes lag brach.
In Deutschland setzte ab dem 18. Jahrhundert mit dem langsamen Aufstieg Preußens wieder eine Zentralisierung ein. Das nun randlich gelegene Südwestdeutschland wurde davon erst im 19. Jahrhundert erfasst, wobei auch hier nachbarliche Expansionsbestrebungen eine Rolle spielten. Die Mediatisierung infolge der Napoleonischen Kriege setzte einen Prozess in Gang, an dessen Ende nur noch drei Territorien standen: Württemberg, Baden und Hohenzollern; zudem war die Stadt Wimpfen eine hessische Exklave (siehe auch territoriale Besonderheiten). 1806 wurde Württemberg Königreich und Baden Großherzogtum. 1871 wurden beide Länder Teil des Deutschen Reichs; die hohenzollerschen Lande waren bereits 1850 an Preußen gefallen. 1919 gaben sich Baden und Württemberg demokratische Verfassungen. 1933 wurden die selbständigen Landesregierungen im Zuge der Gleichschaltung zu Gunsten nationalsozialistischer Gauleiter und Reichsstatthalter entmachtet.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die nördlichen Teile von Baden und Württemberg mit Bad Wimpfen zur amerikanischen Besatzungszone, die südlichen Teile sowie Hohenzollern zur französischen. Die Aufteilung erfolgte entlang der Kreisgrenzen, wobei zur amerikanischen Zone bewusst alle die Kreise geschlagen wurden, durch die die Autobahn Karlsruhe-München (heutige A 8) verlief. Die Militärregierungen der Besatzungszonen gründeten 1945/46 die Länder Württemberg-Baden in der amerikanischen sowie Württemberg-Hohenzollern und Baden (so genannt, obwohl es nur den südlichen Teil des Landes umfasste) in der französischen Zone. Diese Länder wurden am 23. Mai 1949 Teil der Bundesrepublik Deutschland.
Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland hielt in Artikel 118 die drei Länder dazu an, eine Vereinbarung über die Neugliederung ihrer Gebiete zu treffen. Für den Fall, dass eine solche Regelung nicht zustande kam, wurde eine Regelung durch ein Bundesgesetz vorgeschrieben. Als Alternativen kamen entweder eine Vereinigung zu einem Südweststaat oder die separate Wiederherstellung Badens und Württembergs (einschließlich Hohenzollerns) in Frage, wobei die Regierungen Württemberg-Badens und Württemberg-Hohenzollerns für ersteres, diejenige Badens für letzteres eintraten. Eine Übereinkunft der Regierungen über eine Volksabstimmung scheiterte an der Frage des Abstimmungsmodus. Das daraufhin am 4. Mai 1951 verabschiedete Bundesgesetz sah eine Einteilung des Abstimmungsgebiets in vier Zonen vor (Nordwürttemberg, Nordbaden, Südwürttemberg-Hohenzollern, Südbaden). Die Vereinigung der Länder sollte als akzeptiert gelten, wenn sich eine Mehrheit im gesamten Abstimmungsgebiet sowie in drei der vier Zonen ergab. Da eine Mehrheit in den beiden württembergischen Zonen sowie in Nordbaden bereits abzusehen war (man hatte hierzu Probeabstimmungen durchgeführt), favorisierte diese Regelung die Vereinigungsbefürworter. Die (süd-)badische Regierung strengte eine Verfassungsklage gegen das Gesetz an, die jedoch zunächst erfolglos blieb und erst 1956 zur Aufhebung der Abstimmung von 1951 führte.
Vor der Volksabstimmung, die am 9. Dezember 1951 stattfand, wurde ein erbitterter Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern des geplanten „Südweststaates“ geführt. Die führenden Vertreter der Pro-Seite waren der Ministerpräsident Württemberg-Badens Reinhold Maier und der Staatspräsident Württemberg-Hohenzollerns Gebhard Müller, Anführer der Südweststaat-Gegner war der Staatspräsident Badens Leo Wohleb. Bei der Abstimmung votierten die Wähler in beiden Teilen Württembergs mit 93 % für die Fusion, in Nordbaden mit 57 %, während in Südbaden nur 38 % dafür waren. In drei von vier Abstimmungsbezirken gab es eine Mehrheit für die Bildung des Südweststaates, so dass die Bildung eines Südweststaates beschlossen war. Hätte man das Ergebnis in Gesamtbaden gezählt, so hätte sich eine Mehrheit von 52 % für eine Wiederherstellung des (separaten) Landes Baden ergeben.
Das Land Baden-Württemberg wurde infolge der Volksabstimmung am 25. April 1952 gegründet. Reinhold Maier (FDP/DVP) bildete als erster Ministerpräsident eine Koalition aus SPD, FDP/DVP und BHE und schloss die CDU als stärkste Fraktion aus. Dies erzeugte Unmut sowohl bei den zwei südlichen Landesteilen, Südbaden und Südwürttemberg-Hohenzollern, die sich in der neuen Regierung nicht oder nur unzureichend vertreten fühlten, als auch bei Gebhard Müller, dem neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden, welcher die Nichtbeteiligung der CDU als persönlichen Affront gegen sich empfand.
Die Bundestagswahl vom 6. September 1953, die von Reinhold Maier zugleich zum Plebiszit über seine Politik erklärt worden war, brachte der CDU im Land die absolute Mehrheit. Reinhold Maier zog die Konsequenzen und trat als Ministerpräsident zurück. Sein Nachfolger wurde Gebhard Müller, der eine Allparteienregierung aus CDU, SPD, FDP/DVP und BHE bildete, welche bis 1958 Bestand hatte. Nachfolger Müllers wurde Kurt Georg Kiesinger als dritter Ministerpräsident des Landes.
Der Name des Landes war Gegenstand eines längeren Streites. Der im Überleitungsgesetz vom 15. Mai 1952 genannte Name Baden-Württemberg war zunächst nur übergangsweise vorgesehen, setzte sich jedoch letztlich durch, da kein anderer Name von allen Seiten akzeptiert wurde. Die am 19. November 1953 in Kraft getretene Landesverfassung wurde von der Verfassungsgebenden Landesversammlung beschlossen und nicht durch eine Volksabstimmung bestätigt.
1956 kam das Bundesverfassungsgericht zu der Auffassung, dass der Abstimmungsmodus 1951 das badische Votum nicht hinreichend berücksichtigt habe, und verfügte eine Neuauflage der Volksabstimmung im Landesteil Baden. Es stellte dabei fest, dass durch den Abstimmungsmodus der badische Volkswille „überspielt“ worden sei und die zahlenmäßig stärkere Bevölkerung die zahlenmäßig schwächere habe überstimmen können. Danach wurde die erforderliche Abstimmung immer wieder verschleppt. Es bedurfte einer weiteren Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes im Jahre 1969, in der dieses die Abstimmung für spätestens 30. Juni 1970 anordnete. Diese wurde am 7. Juni 1970 durchgeführt, ergab dann jedoch eine Zustimmung von 81,9 % zum neuen Land. Zur nachträglichen Zustimmung hatte sicherlich nicht unerheblich die normative Kraft des Faktischen beigetragen. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 %.
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Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.[4]
Hauptartikel: Wappen Baden-Württembergs, Flagge Baden-Württembergs
Das Wappen zeigt drei schreitende Löwen auf goldenem Grund. Dies ist das Wappen der Staufer und Herzöge von Schwaben. Über dem großen Landeswappen befinden sich die sechs Wappen der historischen Landschaften, aus denen oder aus deren Teilen Baden-Württemberg gebildet worden ist. Es sind dies: Vorderösterreich (rot-weiß-rot geteilter Schild), Kurpfalz (steigender Löwe), Württemberg (drei Hirschstangen), Baden (roter Schrägbalken), Hohenzollern (weiß-schwarz geviert) und Franken (drei silberne Spitzen auf rotem Grund). Dabei sind die Wappen Badens und Württembergs etwas größer dargestellt. Schildhalter sind der badische Greif und der württembergische Hirsch. Auf dem kleinen Landeswappen ruht stattdessen eine Blattkrone.
Die drei Löwen aus dem Landeswappen tauchen in abgewandelter Form auch im sogenannten Baden-Württemberg-Signet auf, das von jedermann genehmigungsfrei verwendet werden kann. Die Benutzung des Landeswappens hingegen ist genehmigungspflichtig und grundsätzlich nur den Behörden gestattet.
Die Landesflagge ist schwarz-gold; die Landesdienstflagge trägt zusätzlich das kleine Landeswappen.
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| Großes Landeswappen | Kleines Landeswappen | Baden-Württemberg-Signet | Landesflagge | Landesdienstflagge mit großem Wappen ohne Schildhalter | Landesdienstflagge mit kleinem Wappen |
Baden-Württemberg ist seit dem 1. Januar 1973 in 4 Regierungsbezirke, 12 Regionen (mit je einem Regionalverband) sowie 35 Landkreise und 9 Stadtkreise eingeteilt.
Zur Verwaltungsgliederung vor der Kreisreform 1973 siehe die beiden Artikel Verwaltungsgliederung Badens und Verwaltungsgliederung Württembergs. Zu den dort zuletzt genannten Landkreisen gehörten ferner noch die beiden ehemaligen preußischen Landkreise Hechingen und Sigmaringen.
Die Region Donau-Iller umfasst auch angrenzende Gebiete in Bayern. Die Region Rhein-Neckar umfasst auch angrenzende Gebiete in Hessen und Rheinland-Pfalz.
Im Land bestehen die folgenden neun Stadtkreise:
Die 35 Landkreise sind:
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Zum Landkreis Konstanz gehört auch die Exklave Büsingen am Hochrhein (BÜS), die in der Nähe von Schaffhausen liegt und völlig von Schweizer Gebiet umschlossen ist.
Die Landkreise haben sich 1956 zum Landkreistag Baden-Württemberg zusammengeschlossen.
Das Land Baden-Württemberg gliedert sich in insgesamt 1.108 Gemeinden (Stand: 1. Januar 2007) sowie zusätzlich einem bewohnten gemeindefreien Gebiet (Gutsbezirk Münsingen).
Die Rechte und Pflichten der Gemeinden werden vor allem in der baden-württembergischen Landesverfassung (§§ 69–76) und in der baden-württembergischen Gemeindeordnung (GO) festgelegt. In § 1 GO sind die Gemeinden als „Grundlage und Glied des demokratischen Staates“ beschrieben, und die „Teilnahme an der [...] Verwaltung der Gemeinde“ als „Recht und Pflicht“ der Gemeindebewohner.
Als ein Gemeindegebiet wird in § 7 GO die Gesamtheit der zur Gemeinde gehörenden Grundstücke definiert. Diese Grundstückseinheit ist als Gemarkung im Grundbuch dokumentiert. Ferner ist festgelegt, dass alle Grundstücke Baden-Württembergs zu einer Gemeinde gehören sollen – „besondere Gründe“ rechtfertigen aber den Verbleib von Grundstücken außerhalb eines gemeindlichen Markungsverbandes. Solche „gemeindefreien Grundstücke“ existieren in Baden-Württemberg in zwei gemeindefreien Gebieten – nämlich im bewohnten Gutsbezirk Münsingen und im unbewohnten gemeindefreien Gebiet Rheinau.
Die zwölf einwohnerreichsten Gemeinden sind Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Ulm, Pforzheim, Reutlingen, Esslingen, Ludwigsburg und Tübingen.
In § 3 GO sind als besondere Gemeindetypen Stadtkreise (außerhalb Baden-Württembergs Kreisfreie Stadt genannt) und Große Kreisstädte erwähnt. Sie unterscheiden sich von den verbleibenden Gemeinden durch die ganze oder teilweise Übernahme von Kreisaufgaben. In Baden-Württemberg sind neun Gemeinden zu Stadtkreisen und 89 Gemeinden zu Großen Kreisstädten erklärt worden.
Von den in § 8 GO genannten Gemeindegebietsänderungen haben Eingliederung (Eingemeindung) und Neubildung (Gemeindefusion/ Zusammenlegung) das Ende der politischen Selbständigkeit einer Gemeinde zur Folge. Umfangreiche derartige Gebietsänderungen wurden unter dem Stichwort Gebietsreform in den 1970ern verfügt. Die Eingliederung von Tennenbronn nach Schramberg am 1. Mai 2005 war die erste Aufgabe der Selbständigkeit einer Gemeinde seit 1977.
Siehe auch: Liste der Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg, Liste der größten Städte Baden-Württembergs (alle Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern), Gemeinde (Deutschland), Gemeindeordnungen in Deutschland.
Siehe auch: Politik Baden-Württembergs, Verfassung des Landes Baden-Württemberg, Portal:Baden-Württemberg
Der Ministerpräsident ist Chef der Landesregierung von Baden-Württemberg, die aus Ministern und Staatssekretären und ehrenamtlichen Staatsräten besteht. Die Ministerpräsidenten seit 1952:
Baden-Württemberg ist traditionell konservativ geprägt, aber auch die FDP (hier FDP/DVP) ist in Baden-Württemberg traditionell stark. Seit Anfang der 1980er Jahre ist Baden-Württemberg auch eine Hochburg der Grünen, die in Karlsruhe gegründet wurden und deren Ergebnisse im Land stets über dem Bundesdurchschnitt lagen. Während der Ministerpräsident bis auf 1952/1953 immer von der CDU gestellt wurde, waren an der Regierung teilweise auch die FDP/DVP beziehungsweise die SPD (Große Koalition) beteiligt. Während der 1990er Jahre waren die Republikaner im Landtag vertreten, zuvor zwischen 1968 und 1972 auch die NPD. Als einzige Partei erreichte die CDU die absolute Mehrheit im Landtag, und zwar bei allen Wahlen zwischen 1972 und 1992. Aufgrund des Austrittes des Landtagsabgeordneten Ulrich Maurer aus der SPD am 27. Juni 2005 und seinem Eintritt in die WASG am 1. Juli war auch diese im Landtag vertreten, bis Maurer sein Mandat am 17. Oktober 2005 niederlegte, um für Die Linke in den Bundestag einzuziehen. Der derzeit amtierende Ministerpräsident Günther Oettinger wurde am 14. Juni 2006 mit 85 Stimmen (und damit mit mindestens einer Stimme von der Opposition) zum Ministerpräsidenten wiedergewählt.
Baden-Württemberg zählt zu den wirtschaftsstärksten und wettbewerbsfähigsten Regionen Europas. Insbesondere im Bereich der industriellen Hochtechnologie sowie Forschung und Entwicklung gilt Baden-Württemberg als die innovativste Region der EU.[5] Dies spiegelt sich auch in den Ausgaben für Forschung und Entwicklung wider, welche 2003 bei 3,9 % des BIP liegen und EU-weit nur von Schweden (4,0 %) übertroffen werden.[6]
Innerhalb der EU gehört Baden-Württemberg zu den wohlhabenderen Regionen mit einem Index von 130,4 (EU27: 100, Deutschland: 115,8) (2004).[7] Die Arbeitslosenquote von 4,8 % (Juni 2007) ist die niedrigste in Deutschland.
Das Land weist für die Landwirtschaft höchst unterschiedliche natürliche Bedingungen auf (vgl. Abschnitt Naturraum). In der Bilanz sind die tiefer gelegenen Tal- und Beckenräume des Landes ausgesprochene Gunsträume für die Landwirtschaft, hier finden sich neben Ackerbau auch Intensivkulturen wie z.B. Obst- und Weinbau, beispielsweise im Oberrhein-Tiefland oder im Bodenseegebiet. Der überwiegende Teil des Landes weist mittlere Höhenlagen auf, die für den Getreidebau günstig sind, der in unterschiedlichen Kombinationen mit Grünlandwirtschaft und Futterbau auftritt. Ungünstige Wuchsklimate finden sich in den Höhengebieten des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb sowie in der Baar, hier herrschen Futterbau und Viehhaltung auf Grünland vor.
Der allgemeine Strukturwandel der Landwirtschaft, ihre betriebliche Konzentration und die Intensivierung der Produktion, vollzieht sich in Baden-Württemberg aufgrund seiner kleinteiligeren Landwirtschaft mit einiger Verzögerung, aber letztlich in gleicher Geschwindigkeit. Indikatoren sind z.B.[8]
Industrie und Gewerbe beschäftigten 2005 in 8.600 Betrieben gut 1,2 Millionen Menschen, was 38,3% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten darstellt. Die drei nach Beschäftigtenzahlen wichtigsten Branchen sind
Im Schwarzwald war früher die Feinmechanik, insbesondere die Uhrenindustrie sowie später die Unterhaltungselektronik, sehr bedeutend (Junghans, Mauthe, Kienzle, SABA, Dual), ebenso die Textilindustrie, welche hauptsächlich auf der Schwäbischen Alb beheimatet war und auch heute noch ist (Hugo Boss, Trigema, Steiff).
Die zwei Teile der Mineralölraffinerie Oberrhein in Karlsruhe bilden zusammen die größte Mineralölraffinerie in Deutschland. In Walldorf ist das größte europäische Software-Unternehmen (SAP AG) beheimatet.
In Baden-Württemberg gibt es zwei Kernkraftwerke, das Kernkraftwerk Philippsburg und das Kernkraftwerk Neckarwestheim. Ein drittes Kernkraftwerk in Obrigheim wurde 2005 stillgelegt. Die Flüsse des Landes weisen zahlreiche Laufwasserkraftwerke auf.
Baden-Württemberg ist von 1.037 Kilometern Bundesautobahnen durchzogen. Die wichtigsten sind die A 5, A 6, A 7, A 8 und die A 81. Daneben gibt es auch einige kleinere nur regional wichtige Autobahnen. Gerade die Autobahnen um die Großstädte Baden-Württembergs, wie um viele andere Großstädte auch, werden vor allem während der Stoßzeiten von sehr starkem Verkehr belastet. Staus von über 25 km Länge sind auch außerhalb von Urlaubszeiten keine Seltenheit. Auch der Zustand der Autobahnen wird häufig kritisiert; so ist die A 8 Ulm–Stuttgart–Karlsruhe zu guten Teilen seit NS-Zeiten nicht mehr ausgebaut worden. Die meistbefahrene Kreuzung Baden-Württembergs ist das Echterdinger Ei, offiziell Anschlussstelle Stuttgart-Degerloch, welches die Kreuzung der A 8 mit der autobahnähnlich ausgebauten B 27 (Bodensee/Grenze Schweiz–Tübingen–Stuttgart–Heilbronn–Fulda–Harz) bildet. Es liegt einige Kilometer östlich des Autobahnkreuzes Stuttgart und wird jeden Tag von 170.000 bis 180.000 Fahrzeugen befahren.
Die Länge der Bundesstraßen im Land beträgt 4.407 Kilometer. Die Landesstraßen sind 9.896 Kilometer lang, die Kreisstraßen 12.073 Kilometer.
Das Schienennetz der Deutschen Bahn im Land umfasst 3.400 Kilometer Strecke, auf denen 6.400 Kilometer Gleise verlegt und 9.500 Weichen eingebaut sind. Rund 1.400 Bahnübergänge sind vorhanden. Auf diesem Netz finden täglich 6.500 Fahrten von Zügen statt, die dabei 310.000 Kilometer zurücklegen.
Weitere Strecken werden von anderen Eisenbahninfrastrukturunternehmen betrieben; die bedeutendsten sind die Württembergische Eisenbahngesellschaft, die Hohenzollerische Landesbahn und die Karlsruher Albtal-Verkehrs-Gesellschaft. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg bestellt im Auftrag des Landes den Öffentlichen Personennahverkehr auf diesen Strecken. Das Karlsruher Modell als Innovation aus diesem Land verbindet technologisch die Systeme Eisenbahn und Straßenbahn und wird an vielen Stellen weltweit nachgeahmt.
Ein wichtiges Eisenbahnprojekt ist Stuttgart 21. Bei diesem Projekt geht es hauptsächlich darum, den Stuttgarter Hauptbahnhof von einem oberirdischen Kopfbahnhof in einen um 90° gedrehten unterirdischen Durchgangsbahnhof zu „verwandeln“. Der andere Teil besteht hauptsächlich aus der Schnellfahrstrecke nach Ulm und der Anbindung des Stuttgarter Flughafens an das Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn. Das Projekt wird insgesamt mehrere Milliarden Euro kosten.
Rhein und Neckar (bis Plochingen) haben den Status von Bundeswasserstraßen. Am Zusammenfluss in Mannheim liegt einer der bedeutendsten Binnenhäfen Europas. In Karlsruhe befindet sich der größte Ölbinnenhafen Europas.
Baden-Württemberg verfügt über eine relativ vielfältige Medienlandschaft. Im Zeitungsbereich gibt es 17 Regionalzeitungen, die auflagenstärksten (mind. 150.000 Exemplare) sind die Südwest-Presse, die Stuttgarter Nachrichten, die Schwäbische Zeitung, der Mannheimer Morgen, die Badische Zeitung, die Badischen Neuesten Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung. Daneben existieren rund 50 Lokalzeitungen, von denen viele jedoch den Mantel von einer Regionalzeitung beziehen.
Die Landeshauptstadt Stuttgart ist ein bedeutender Standort der Verlagsbranche. Es gibt viele Verlage (u. a. Ernst Klett Verlag und die Verlagsgruppe Holtzbrinck). Außerdem befindet sich in Stuttgart die Hochschule der Medien (HdM).
Zudem befindet sich in Offenburg der Sitz der Hubert Burda Media, einer der größten Verlags- und Medienkonzerne Deutschlands, der auch auf dem internationalen Markt von Bedeutung ist.
Im Jugendbereich ist das Jugendmagazin für Baden-Württemberg Yaez Marktführer.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird vom Südwestrundfunk betrieben, der auch Klangkörper unterhält, die zu den führenden in Europa gehören: das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, das SWR Vokalensemble Stuttgart sowie die SWR Big Band Stuttgart.
Im privaten Hörfunk gibt es neben 13 Lokalsendern drei überregionale Bereichssender: Radio Regenbogen, Hit-Radio Antenne 1 und Radio 7.
BW Family.tv ist ein privates TV-Landesprogramm. Darüber hinaus gibt es mehrere regionale TV-Sender: Rhein-Neckar-Fernsehen, R.TV (Karlsruhe), REGIO TV Euro 3, REGIO.TV, REGIO TV Schwaben, L-TV, TV Südbaden, RTF.1 Neckar-Alb,. Die Debatten des Landtages zeigt der digitale Fernsehsender BWeins.
Baden-Württemberg ist ein sehr beliebtes Reiseziel für Besucher aus aller Welt. Beeindruckende Landschaften und herausragende Sehenswürdigkeiten machen es nach Bayern zum beliebtesten Urlaubsland in Deutschland.
Mit rund 40 Millionen Übernachtungen im Jahr ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Land. In diesem Sektor gibt es etwa 200.000 Arbeitsplätze und etwa 8.000 Ausbildungsplätze. Diese Arbeitsplätze sind im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen standortgebunden und daher relativ sicher. Mit erwirtschafteten fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes kann sich das mittelständisch geprägte Tourismusgewerbe neben Wirtschaftszweigen wie dem Maschinenbau und der Automobilindustrie sehen lassen.
Mit seinen rund sechzig Heilbädern und Kurorten ist das Land das führende Kur- und Bäderland in Deutschland. Berühmte Heilquellen und ein besonderes Klima in den traditionsreiche Kurorten im Schwarzwald oder die Mineral- und Moorbäder Oberschwabens bieten alles, was der Gesundheit und Erholung dient.
Traditionelle Volksfeste wie auf dem Cannstatter Wasen, viele Weinfeste oder stimmungsvolle Weihnachtsmärkte werden von Tausenden besucht. Auch eine Reihe von bedeutenden Kulturfestivals locken viele Besucher ins Land.
Im Land gibt es lebendige Universitätsstädte und romantische Kleinstädte, abwechslungsreiche und beeindruckende Landschaften, sehr gute Einrichtungen für Kongresse, Messen und Tagungen, ein reichhaltiges Kulturangebot und nicht zuletzt eine Spitzengastronomie – Faktoren, die den Südwesten touristisch attraktiv machen.
Der Schwarzwald, die Region rund um den Bodensee oder die Schwäbische Alb, die Stadt Heidelberg, die elegante Kurstadt Baden-Baden mit ihrer berühmten Spielbank, die „grüne“ Universitätsstadt Freiburg im Breisgau mit dem „schönsten Turm der Christenheit“, die Stadt Ulm oder die Landeshauptstadt Stuttgart sind typische Anziehungspunkte für Gäste in Baden-Württemberg.
Der Schwarzwald ist insbesondere für seine romantischen Täler, Schluchten, Mühlen und die typischen Bauernhöfe sowie wegen der Kuckucksuhr weltweit bekannt. Rund um den Feldberg (1493 m), dem höchsten Berg im Schwarzwald sowie in vielen anderen Orten des Schwarzwalds hat auch der Wintersport eine lange Tradition. Ein hervorragendes und bestens markiertes Wegenetz machen den Schwarzwald zu einem Wanderparadies.
Der Bodensee mit der Alpenkette im Hintergrund ist auch für Gäste aus dem Land ein besonders begehrtes Ziel. Die Blumeninsel Mainau und die alten Städte Konstanz und Meersburg ziehen besonders viele Besucher an. Das ehemalige Kloster auf der Insel Reichenau gehört zum Weltkulturerbe.
Nicht weit von der Region um den Bodensee liegt Oberschwaben, ein Zentrum des Barocks nördlich der Alpen. Kaum sonst irgendwo in Deutschland findet man so viele Barock-Bauwerke wie hier. Das schwäbische Allgäu beeindruckt mit seiner schönen Landschaft und vielen Wandermöglichkeiten.
Auch die Schwäbische Alb – das Kalkgebirge im Osten von Baden-Württemberg – ist eine beliebte Ferienregion. Kleine romantische Städte, Heidelandschaften, ausgedehnte lichte Wälder, Höhlen, Burgen und Schlösser prägen diese besonders beliebte Landschaft.
In Baden-Württemberg werden seit 1978 die Heimattage Baden-Württemberg veranstaltet. Im Süden und entlang des Rheins wird die Schwäbisch-alemannische Fastnacht gefeiert.
Im nördlichen Teil von Württemberg und in der Kurpfalz ist die Bevölkerung überwiegend evangelisch. Die meisten anderen Gebiete, vor allem der Süden des Landes, sind mehrheitlich römisch-katholisch.
Für Baden-Württemberg insgesamt ergeben sich folgende Mitgliederzahlen:[9]
| Konfession | Anteil | Anzahl |
|---|---|---|
| römisch-katholisch | 38,3 % | 4,1 Mio. |
| evangelisch | 34,6 % | 3,7 Mio. |
| muslimisch | ca. 5,6 % | ca. 600.000 |
| buddhistisch | ca. 0,23 % | ca. 25.000 |
| hinduistisch | ca. 0,14 % | ca. 15.000 |
| jüdisch | ca. 0,08 % | ca. 9.000 |
| andere Konfessionen und Konfessionslose |
21,4 % | 2,25 Mio. |
(Fehlende: Rundungsdifferenz)
Siehe auch: Erzbistum Freiburg und Bistum Rottenburg-Stuttgart, Evangelische Landeskirche in Baden und in Württemberg
Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.
Die angestammten Dialekte werden von Sprachwissenschaftlern in alemannische und fränkische Mundarten gruppiert:
Zwischen den Mundarträumen bestehen nicht zu unterschätzende Übergangsgebiete, die sich nicht widerspruchslos einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren vor allem fränkisch-schwäbische (u. a. um Calw, um Pforzheim, Strohgäu, Zabergäu), fränkisch-niederalemannische (um Baden-Baden und Rastatt) und schwäbisch-niederalemannische (Oberschwaben) Übergangsgebiete. Vor allem in diesen Gegenden wird die Abstraktheit der germanischen Dialektgliederung deutlich. Neuere Entwicklungen sind das Eindringen schwäbischer Dialektmerkmale nach Heilbronn und Schwäbisch Hall.
Manche Musiksender haben regelmäßig Mundartkünstler im Programm (z. B. Thaddäus Troll oder Harald Hurst). Es gibt Fernsehsendungen im Dialekt (z. B. Hannes und der Bürgermeister). Eine Verschriftlichung der Mundart wie in der Schweiz oder in Luxemburg steht aber nicht zur Debatte.
Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.
Siehe auch: Grenzorte des alemannischen Dialektraums.
Die baden-württembergischen Hochschulen gehören zu den renommiertesten in Deutschland. In einem Uni-Ranking des Magazins FOCUS (2005) wurden sechs baden-württembergische Universitäten unter die besten zehn eingestuft.[10] In Heidelberg befindet sich die älteste Universität in Deutschland; außerdem gibt es noch Universitäten in Freiburg, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm. 2006 wurde die Universität Karlsruhe (TH) von der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder als eine von drei Eliteuniversitäten in Deutschland ausgezeichnet. Durch diverse Einsparungen des Landes Baden-Württemberg existieren weniger Studienplätze, als es Abiturienten mit Studienwunsch gibt. Die Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg hat, nach einem Versuch des Ministerpräsidenten Oettinger, abgelehnt, Studienplätze auf ihre Kosten zu finanzieren. Derzeit tragen daher die Lasten dieser Sparpolitik die anderen Bundesländer, die diese Abiturienten aufnehmen müssen.[11] Weitere Sparpolitik zeigt sich in der Lehre, in der das Land aufgrund der Studiengebühren die Mittel kürzt. Im Gesetz befindet sich lediglich der Passus, dass Studiengebühren die Lehre erhalten sollen und nicht erweitern.[12] In der Zahl der gesamten Drittmitteleinahmen innerhalb des Landes liegt Baden-Württemberg auf Platz 2 nach Nordrhein-Westfalen. [13]
Die staatlichen Fachhochschulen tragen in Baden-Württemberg seit 2006 den Titel Hochschule. Neben einer Vielzahl von weiteren Hochschulen, wie Pädagogische Hochschulen oder Musikhochschulen wird der tertiäre Bildungsbereich durch die 1974 in Baden-Württemberg eingeführten Berufsakademien ergänzt. Bundesweit einzigartig ist die Popakademie Baden-Württemberg.
Siehe auch: Hochschulen in Baden-Württemberg
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