Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg

Annaberg-Buchholz Süd–Schwarzenberg
Streckennummer: 6624; sä. BSg
Streckenlänge: 24,114 km
Spurweite: 1.435 mm
Maximale Neigung: 25 
Minimaler Radius: 190 m
Zschopautalbahn von Chemnitz
0,00 Annaberg-Buchholz Süd früher Buchholz (Sachs) 574 m
nach Vejprty
von Crottendorf
5,94 Walthersdorf (Erzgeb) 588 m
7,24 Schlettau (Erzgeb) 585 m
10,64 Scheibenberg (ehem. Bf.) 623 m
nach Zwönitz
Markersbacher Viadukt
18,13 Markersbach (Erzgeb) 485 m
19,40 Raschau (b Schwarzenberg/Erzgeb) 462 m
Schmalspurbahn von Rittersgrün
21,44 Grünstädtel (nur noch Güterbf.) 441 m
von Johanngeorgenstadt
24,11 Schwarzenberg (Erzgeb) 427 m
nach Zwickau

Die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz–Schwarzenberg ist eine Nebenbahn in Sachsen. Sie verläuft von Annaberg-Buchholz über Schlettau und Scheibenberg nach Schwarzenberg/Erzgeb. Die Strecke gehört heute zum Netz der Erzgebirgsbahn, wird aber nicht mehr fahrplanmäßig befahren.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

Erste Projekte zum Bau der Strecke von Annaberg nach Schwarzenberg stammten schon aus den 1850er Jahren. Die Annaberger Fabrikanten wollten über die Linie einen günstigen Transportweg für die Zwickauer Steinkohle erhalten, in Schwarzenberg erhoffte man sich eine bessere Verkehrsanbindung nach Böhmen. Es sollten jedoch noch etliche Jahre vergehen, bis das Projekt im Sächsischen Landtag in den Jahren 1883/84 eingehend untersucht wurde. Da die Strecke als wichtige Verbindungsbahn zwischen zwei schon existierenden normalspurigen Strecken vorgesehen war schied eine schmalspurige Ausführung – wie seinerzeit allgemein üblich – von vornherein aus. In 1886 wurde der Bau der Strecke als normalspurige Sekundärbahn gemeinsam mit der in Grünstädtel abzweigenden Schmalspurbahn nach Rittersgrün vom Sächsischen Landtag beschlossen. Kontroversen gab es zunächst noch um den Verknüpfungspunkt mit der Strecke Chemnitz–Weipert. Zur Wahl stand eine Streckenführung direkt von Buchholz oder eine technisch einfachere im Zschopautal von Schönfeld ausgehend. Man entschied sich letztlich für die kürzere, aber schwieriger zu trassierende Variante von Buchholz aus.

Markersbacher Viadukt
Markersbacher Viadukt

Gemeinsam mit der Schmalspurbahn Grünstädtel-Rittersgrün begannen im April 1888 die Bauarbeiten an der neuen Sekundärbahn Buchholz–Schwarzenberg. Die Arbeiten an der schwierig trassierten Strecke kamen recht schnell voran. Bei Markersbach musste zur Überquerung eines Seitentales der Mittweida ein über 200 Meter langer Gerüstpfeilerviadukt errichtet werden, der zur Zeit seines Baues ob seiner einmaligen Fachwerkkonstruktion europaweites Aufsehen erregte.

Am 1. Dezember 1889 wurde der Bahnverkehr auf der Gesamtstrecke gemeinsam mit der abzweigenden Sekundärbahn von Walthersdorf nach Crottendorf mit einem Festakt eröffnet. Zwischen Grünstädtel und Schwarzenberg fand schon seit dem 1. Juli 1889 Zugverkehr statt.

Betrieb

Die Strecke entwickelte sich in den Folgejahren zu einer wichtigen Verbindung im Güterverkehr. Im Reisezugverkehr war die Strecke dagegen weniger bedeutsam, auch weil ein Teil der Bahnhöfe recht weit von den zugehörenden Ortschaften entfernt liegt. In den 1960er Jahren bestand jedoch sogar eine Schnellzugverbindung mit Kurswagen von Berlin nach Cranzahl über die Strecke. Am 28. September 1997 wurde der zuletzt unbedeutende Reisezugverkehr eingestellt.

Heute wird die Strecke nur noch von Sonderzügen benutzt. Ein planmäßiger Verkehr findet nicht mehr statt. Einzig der Bahnhof Grünstädtel blieb als Wagenladungsbahnhof erhalten; die Bedienung erfolgt von Schwarzenberg aus.

Streckenerweiterungen

Gemeinsam mit der Verbindung Buchholz–Schwarzenberg wurde die in Walthersdorf abzweigende Nebenbahn nach Crottendorf errichtet. Der Reisezugverkehr auf der 1889 eröffneten Strecke wurde 1996 eingestellt, nachdem schon seit Anfang der 1990er Jahre keine Güterzüge mehr verkehrten.

In Scheibenberg endete seit 1900 die Nebenbahn Zwönitz–Scheibenberg. Die früher als Erzgebirgische Panoramabahn bekannt gewesene Strecke wurde 1945 als Reparationsleistung weitgehend abgebaut. Die Reststrecke von Elterlein nach Scheibenberg wurde 1966 stillgelegt.

Von Grünstädtel führte von 1889 bis 1971 die Pöhlatalbahn nach Rittersgrün. Die Strecke ist heute vor allem durch das im einstigen Endbahnhof Oberrittersgrün eingerichtete Sächsische Schmalspurbahnmuseum bekannt.

Streckenbeschreibung

Die Strecke beginnt im Bahnhof Annaberg-Buchholz Süd und verlässt den Bahnhof südwärts parallel zum Gleis der Zschopautalbahn Richtung CranzahlVejprty. Am Hang des Sehmatales führt das Gleis nun stetig aufwärts, um oberhalb der Ortslage Sehma die Wasserscheide zur Zschopau zu überqueren. Im Gefälle führt die Strecke nun nach Walthersdorf (Erzgeb), wo bis 1996 die kurze Nebenbahn nach Crottendorf abzweigte. In einer langen Geraden überquert das Gleis die Zschopau und erreicht den Bahnhof Schlettau (Erzgeb). Der folgende Abschnitt bis Scheibenberg war bis 1945 mit einem parallelen zweiten Gleis für die bis Schlettau durchgebundenen Züge der einstigen Strecke von Zwönitz versehen. Ab dem einstigen Abzweig dieser Strecke bei Scheibenberg beginnt das lange Gefälle der Strecke hinab ins Mittweidatal. Oberhalb der Ortslage Markersbach führt das Gleis über den imposanten Markersbacher Viadukt um dann in einem engen 180°-Rechtsbogen den Bahnhof Markersbach (Erzgeb) zu erreichen. Entlang den im Mittweidatal gelegenen langestreckten Ortschaften Raschau und Grünstädtel erreicht die Bahn schließlich Schwarzenberg (Erzgeb).

Literatur

  • Erich Preuß, Rainer Preuß: Sächsische Staatseisenbahnen. transpress Verlagsgesellschaft mbH, Berlin, 1991

Weblinks

Quelle:
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