Baku (aserbaidschan. Bakı/ Бакы/ باکی; türk. Bakü, pers. باکو, russ. Баку (Baku)) ist die Hauptstadt Aserbaidschans mit 1.116.513 Einwohnern in der eigentlichen Stadt. 1.850.119 Menschen leben in der ganzen Stadtprovinz auf einer Fläche von 2.130 Quadratkilometern, was etwas kleiner als das Saarland ist (Stand jeweils 1. Januar 2005).
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Die Stadt liegt an der westlichen Küste des Kaspischen Meeres, am Ufer der Abşeron-Halbinsel.
Baku ist in elf Bezirke (Binəqədi, Əzizbəyov, Xətai, Qaradağ, Nərimanov, Nəsimi, Nizami, Sabunçu, Səbail, Suraxanı, Yasamal) und 48 Stadtgemeinden eingeteilt. Dazu zählen Gemeinden auf Inseln und Inseln auf Stützen, die so genannten Ölfelsen, teilweise 100 Kilometer von Baku entfernt im Kaspischen Meer.
Das Klima ist sonnig und trocken mit gelegentlich aufkommenden orkanartigen Winden. In den Wintermonaten (Dezember bis Februar) können die Temperaturen leicht unter den Gefrierpunkt absinken. Im Sommer – besonders in den Monaten Juli und August – sind Temperaturen von über 40 °C keine Seltenheit. Regen ist im Sommer kaum zu erwarten.
Es gibt mehrere Theorien über die Herkunft des Namens Baku, die populärste ist die Ableitung von persisch bad kube (windig; persisch bad = Wind, kube = schlagend), was Stadt der Winde bedeutet.
Archäologen datierten erste Funde einer Siedlung auf 8000 v. Chr. Der Perser Schirwan Schah Ahistan I. machte Baku im 14. Jahrhundert zu seiner Hauptstadt.
Baku besteht aus drei Stadtteilen:
Die Altstadt liegt im Zentrum Bakus und ist gleichzeitig eine Festung. 2000 wurde das Viertel innerhalb der Festungsmauern zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Die meisten Mauern und Türme, die nach der russischen Eroberung 1806 verstärkt wurden, stehen seit persischer Zeit. Das Viertel mit einem Labyrinth aus engen Straßen und alten Häusern ist pittoresk. Weltberühmt sind der Palast der Khane von Schirwan, die Karawansereien, der Jungfrauenturm aus dem 11. Jahrhundert, die Bäder und die Djuma Moschee. Die Altstadt hat dutzende kleiner Moscheen, oft ohne ein Zeichen, das sie von anderen Gebäuden unterscheidet.
Die Gründerzeitstadt im Süden der Altstadt wurde nach dem enormen Ölboom zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet. 1873 kam Robert Nobel nach Baku. Der ältere Bruder von Ludvig und Alfred Nobel gründete in Baku die Ölgesellschaft Nobel Brothers Petroleum Producing Company. Die Firma wurde in wenigen Jahren das führende Unternehmen auf dem Weltmarkt. Die Ölkönige von Baku ließen sich neugotische und Jugendstilpaläste von westeuropäischen Architekten erbauen.
Von 1898 bis 1902 war der in Aserbaidschan geborene deutsche Ingenieur Nikolaus von der Nonne Oberbürgermeister von Baku.
Der Ölboom endete nach der russischen Revolution 1917. Wütende Arbeiter randalierten in Baku. Nach dem Sieg der Bolschewiki wurden die Ölkönige enteignet, die Nobels mussten Aserbaidschan verlassen. In den Millionärsanwesen sind heute vor allem Kunst-, Geschichts- und Literaturmuseen untergebracht. Manche befinden sich aber auch in Privatbesitz und sind an Expatriates vermietet. Andere haben in den Zeiten des Umsturzes 1992/1993 den Besitzer gewechselt und bieten Verwandten der herrschenden Äliyev-Familie ein angenehmes Leben.
Baku wurde im September 1918 zur Hauptstadt der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik. Der Regierungssitz befand sich bis zum 28. April 1920 in Baku. Am 27. April 1920 marschierten die bolschewistischen Truppen in die aserbaidschanische Hauptstadt ein und okkupierten das Land. Die nationale Regierung begab sich ins Exil, zuerst nach Polen und Deutschland, später in die Türkei. Die russisch-sowjetische Okkupation Bakus und Aserbaidschans dauerte über 70 Jahre und endete mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.
Im November 2000 traf ein Erdbeben mit der Stärke 6,7 auf der Richter-Skala die Stadt und beschädigte auch die Baudenkmäler der Altstadt. 2003 setzte deshalb das Welterbekommittee diese auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Eine Streichung von der Liste wird seitdem dadurch verhindert, dass die Regierung keinen ausreichenden Plan zum Schutz der Altstadt vor unkontrollierten Bautätigkeiten vorlegen kann.
Das moderne Baku dehnt sich außerhalb der Festungsmauern aus. Seine Straßen und Gebäude klettern die Hügel rund um die Bucht von Baku empor. Die Stadt beherbergt mehrere Universitäten, Hochschulen und Theater.
Der Märtyrerfriedhof ist dem Andenken jener gewidmet, die ihr Leben im Krieg mit Armenien verloren haben, aber auch jener 137 Menschen, die am 19. und 20. Januar 1990 getötet wurden, als sowjetische Panzer die Straßen von Baku einnahmen.
Seit 1996 befindet sich in Baku ein 310 Meter hoher Fernsehturm in Stahlbetonbauweise, der Fernsehturm Azeri.
Die Grundlage der Wirtschaft von Baku ist das Erdöl. Die Existenz des Erdöls ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Im 15. Jahrhundert wurde das Öl für Lampen von Quellen entnommen, die an die Oberfläche traten. 1848 fand in Baku die erste Ölbohrung der Welt statt. Die wirtschaftliche Ausbeutung des Erdöls begann 1872 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Ölfelder von Baku die größten der Welt. Sie erbrachten die Hälfte der Welterdölproduktion. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Ölreserven an Land erschöpft und die Bohrungen wurden in das Meer ausgedehnt. Am 25. Mai 2006 wurde die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline in Betrieb genommen, mit 1.760 Kilometern Länge die längste und technisch aufwändigste Pipeline der Welt.
Baku ist eines der bedeutendsten Zentren für die Produktion von Ausrüstungen für die Ölindustrie. Im Zweiten Weltkrieg ging es bei der Schlacht um Stalingrad um die Kontrolle über die Ölfelder von Baku.
Im Januar 2007 wurde der Bau der Bahnstrecke Kars–Achalkalaki–Tiflis–Baku beschlossen, die Aserbaidschan an das europäische Eisenbahnnetz unter Umgehung Russlands anschließen wird.
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