Der Ballhausschwur am 20. Juni 1789 war ein Ereignis während der Französischen Revolution.
Nachdem die Abgeordneten des Dritten Standes der Generalstände sich am 17. Juni zur Nationalversammlung erklärt hatten, versuchte König Ludwig XVI., weitere Zusammenkünfte zu verhindern, indem er einfach den Sitzungssaal des Dritten Standes sperrte – angeblich weil Handwerker den Saal für eine gemeinsame Sitzung aller drei Stände vorbereiteten.
Daraufhin begab sich die Nationalversammlung, inzwischen um einige Vertreter des Klerus verstärkt, in den Saal Jeu de Paume des Schlosses von Versailles. Dort schworen die Mitglieder der Nationalversammlung, "sich niemals zu trennen, bis der Staat eine Verfassung hat (...) und nur der Gewalt der Bajonette" zu weichen.
Der König gab schließlich am 9. Juli 1789 dem Druck des Dritten Standes nach und befahl den Abgeordneten der anderen Stände, sich der Nationalversammlung anzuschließen. Die drei Stände bildeten die Verfassunggebende Nationalversammlung. (Der Dritte Stand machte in Frankreich etwa 98 Prozent der Bevölkerung aus.)
Der Name Ballhaus resultiert aus dem Ort, an dem die Versammlung stattfand. Die Versammlung musste - nachdem sie vom König aus dem Parlament ausgesperrt wurde - in einem anderen geeigneten Gebäude oder Saal stattfinden. So kam man in einer Halle zusammen, in der eigentlich Tennis (Ballsportart) gespielt wurde.