Bambule (Fernsehspiel)

Das Fernsehspiel Bambule wurde 1970 von Ulrike Meinhof, später Mitglied der Roten Armee Fraktion, im Auftrag des Südwestfunks produziert (Regie: Eberhard Itzenplitz).

Der Film kritisiert die autoritären Methoden der Heimerziehung (Fürsorgeerziehung) in einem Mädchenheim. Im Verlauf der Handlung kommt es zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückenden Strukturen. Die Handlung des Films wird oft auch als Parabel auf die gesellschaftlichen Zustände der Zeit verstanden, denen eine neue Form des Klassenkampfs entgegengesetzt wird.

Die Ausstrahlung des Films, geplant am 24. Mai 1970 in der ARD, fand nicht statt, weil Meinhof zehn Tage zuvor Andreas Baader in Berlin zum Gefängnisausbruch verholfen hatte (siehe Baader-Befreiung ). Das Drehbuch erschien als Bambule. Fürsorge - Sorge für wen? bereits 1971 in Buchform und wurde schnell zu einem Klassiker der Literatur über die Erziehungsvorstellungen der 1960er Jahre (Taschenbuchausgabe 2002: Verlag Klaus Wagenbach, Berlin, ISBN 3-8031-2428-X). Erst im Jahr 1994 wurde der Film im dritten Programm der ARD gezeigt.

1979 wurde am Schauspielhaus Bochum zu Beginn der Intendanz von Claus Peymann das auf dem Fernsehspiel beruhende Stück „Fürsorgezöglinge“ (Regie: Raymund Richter, Mitarbeit: Bruno Klimek) uraufgeführt.

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Quelle:
Artikel Bambule (Fernsehspiel) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
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