Bank

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Bank (Begriffsklärung).

Eine Bank (ein Kreditinstitut) ist ein Unternehmen, das sich mit Geschäften des Zahlungs- und Kreditverkehrs befasst. Hierzu bedarf sie eine behördlichen Zulassung. Je nach Typus beschäftigt sich eine Bank mit der Kreditvergabe, der Verwaltung von Spareinlagen, dem Handel mit Wertpapieren oder – im Falle einer Universalbank – mit allem zusammen. Die Gesamtheit aller Banken sowie die gesetzlichen Regelungen dazu bezeichnet man als Bankwesen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Geschäftsstelle einer Genossenschaftsbank
Geschäftsstelle einer Genossenschaftsbank

Die frühesten Vorläufer des modernen Bankenwesens vermutet man in Mesopotamien. Dort kannte man vermutlich schon ab dem zweiten Jahrhundert v. Chr. die buchmäßige Verrechnung von Forderungen, die Kontenführung für Einlagen sowie Anleihen, Schecks und Wechsel.

Bereits im Jahr 1327 wird das islamische Hawala-Finanzsystem vom Rechtsgelehrten Abu Bakr b. Mase-ud al–Kasani als Institut des Islamischen Rechtes dargestellt.

Die älteste Bank Italiens ist die Fondazione del Monte di Pietà di Perugina (gegründet 1462), die heute Teil der Unicredit ist.

Als eine der ersten Zettelbanken fungierte die Bank von Amsterdam im Jahr 1609.

Banken wurden in einer arbeitsteiligen Volkswirtschaft nötig, da die Leistungen der Wirtschaftssubjekte unter Zwischenschaltung von Geld ausgetauscht wurden. Die Vermittler dieser Geldströme sind die Kreditinstitute. Weiterhin sorgen sie für den Ausgleich zwischen Geldanlagewünschen und Kreditbedarf.

Kreditinstitute unterliegen aufgrund ihrer besonderen Bedeutung im Wirtschaftskreis im Regelfall einer Reihe von nationalen und internationalen gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Vorschriften (z. B. bei der Besetzung der Geschäftsleitung, bei der Bilanzierung usw.) und unterstehen im Regelfall zudem der Aufsicht einer eigens zuständigen Behörde. Daher gelten für sie auch besondere Anforderungen.

Viele Institute in Deutschland haben im Jahre 2006 das Geschäft mit Privatkunden wieder entdeckt und sind bereit, für Zukäufe einiges mehr auf den Tisch zu legen. Übernahmeziele sind wegen der Dominanz der Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Deutschland aber rar gesät.[1]

Geldverkehr

Im volkswirtschaftlichen Kreislauf bildet der Zahlungsverkehr das zentrale Koordinationsmittel zwischen den Anbietern von Gütern und Dienstleistungen (Produzenten) und den Konsumenten (Haushalten). Der Austausch von Geld gegen Leistung hat den direkten Tausch von Gütern praktisch vollständig verdrängt. Der Geldverkehr hat den Austausch von Güter und Leistungen dabei wesentlich vereinfacht. Trotzdem sind die Bedürfnisse von Produzenten und Konsumenten bezüglich der notwendigen Geldmittel im Bezug auf Beträge und Fristigkeiten oft sehr unterschiedlich.

Einlagen und Kreditvergabe

Geld, das nicht unmittelbar gebraucht wird, kann von den Haushalten zur späteren Verwendung gespart werden. Unternehmen, die große Investitionen tätigen, können diese in der Regel nicht vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Durch Aufnahme von Krediten können Investitionen zum Teil fremdfinanziert werden. Die Entgegennahme von Spareinlagen und anderen Vermögenswerten zur sicheren Verwahrung und die Kreditvergabe bilden die klassische Geschäftsgrundlage einer Bank.

Volkswirtschaftliche Funktionen von Banken

Die Banken erfüllen dabei drei wichtige volkswirtschaftliche Funktionen (siehe auch: Finanzintermediär)

  • Losgrößentransformation (auch: Ballungsfunktion): Banken schaffen einen Ausgleich zwischen dem Angebot vieler relativ kleiner Einlagen und der Nachfrage nach großen Krediten. Transformation vieler zum Teil sehr kleiner Sparbeträge zu großen Kreditpaketen. Vermittlung von Spar- und Kreditbedürfnissen mit unterschiedlichen Zeithorizont. Dies erreichen die Banken durch Poolbildung. Ein Pool ist dabei je die Summe der Einlagen und die Summe der Kredite.
  • Fristentransformation (auch: Fristverlängerungsfunktion): Die strenge Auslegung der goldenen Bankregel gilt heute nicht mehr uneingeschränkt, da ein bestimmter Prozentsatz kurzfristiger Einlagen auch langfristig ausgeliehen werden kann (Bodensatz). Bei der Fristentransformation sind folgende Aspekte zu beachten:
  • Risikotransformation (auch: Vertrauensfunktion): Der Einleger vertraut auf die Sorgfalt und die Sachkenntnis des Kreditinstituts bei der Kreditvergabe, auch in Bezug auf die Risikostreuung. Vermittlung von Spar- und Kreditbedürfnissen mit unterschiedlicher Risikobereitschaft. Dies erreicht sie durch:
    • Portefeuillebildung
    • Überwachung der Kredite
    • Haftung durch Eigenkapital
    • Vertragsgestaltung mit Sparer und Kreditnehmern

Im Bereich der Geldschöpfung spielen Geschäftsbanken insofern eine Rolle, da sie durch Kredite von der Zentralbank dem Wirtschaftskreislauf Geld zuführen und durch Veranlagung von Kapital bei der Zentralbank dem Wirtschaftskreislauf Geld entziehen. Bezüglich der Betriebswirtschaftlichen Funktionen von Banken siehe: Bankgeschäft.

Kundengruppen der Banken

Die Kundengruppen der Banken sind

  • Privatkunden
    • Massengeschäft (Retailgeschäft): (Standardisiertes) Kredit- und Anlagegeschäft sowie Zahlungsverkehr
    • Private Banking: Vermögensberatung und -verwaltung für vermögende Privatkunden
  • Firmenkunden
  • Staaten und Gebietskörperschaften
  • Banken

Rechnungslegung

Der Jahresabschluss ist auch bei Banken nicht wesentlich anders. Es gibt jedoch eine spezielle Bankbilanz. Die Kosten- und Leistungsrechnung findet bei Banken in der Kosten- und Erlösrechnung statt, siehe dort.

Rechtsgrundlagen

In Deutschland ist das Kreditwesengesetz Rechtsgrundlage für Kreditinstitute. In Österreich, welches nach Ende des Zweiten Weltkrieges vorerst die deutschen Bestimmungen übernahm, galt ab 1979 ein abgewandeltes, österreichspezifisches Bankwesengesetz, welches 1986 mittels Gesetzesnovelle erneut verändert wurde, und 1994 gänzlich durch das neue Bankwesengesetz ersetzt wurde.

Eine Besonderheit der Schweiz, welche teils auch noch für Österreich zutrifft, ist das Bankgeheimnis. In Deutschland gibt es - entgegen einer landläufigen Auffassung - kein Gesetz bezüglich des Bankgeheimnises, das vor einem Zugriff des Staates auf Daten schützt.

Übernahmen

Eine wichtige Kennzahl bei der Bewertung des Kaufpreises bei der Übernahme von Banken ist der Buchwertmultiplikator. Dieser gibt an, wie hoch der Kaufpreis im Verhältnis zum Buchwert ist. Grundsätzlich gilt, je mehr Interessenten es bei einer konkreten Bankenübernahme gibt, desto höher ist der Buchwertmultiplikator, da nach dem betriebswirtschaftlichen Grundgesetz von Angebot und Nachfrage große Nachfrage den Preis in die Höhe treibt.

Größte Banken weltweit

Top 25 Banken der Welt nach verwaltetem Vermögen

In Millionen US-Dollar zum letztverfügbaren Bilanzabschluss (meist 31.12.2006). Quelle: The Banker

Die größten Kreditinstitute der Welt nach dem Kernkapital (2007)
konsolidiert (Quelle: The Banker)
Rang 2007 Bank Land Kernkapital Rang 2006 Rang 2005 Rang 2004 Bilanzsumme Rang 2007
1 Bank of America USA 91.065 3 4 4 1.459.737 10
2 Citigroup USA 90.899 1 1 1 1.882.556 4
3 HSBC UK 87.842 2 3 3 1.860.758 5
4 Crédit Agricole F 84.937 6 5 2 1.818.341 6
5 JP Morgan Chase USA 81.055 4 2 5 1.351.520 11
6 Mitshubishi UFJ J 68.464 5 7 7 1.579.390 8
7 Industrial Bank of China CN 59.166 16 32 25 961.576 20
8 Royal Bank of Scotland UK 58.973 7 6 8 1.710.703 7
9 Bank of China CH 52.518 17 11 29 682.262 30
10 Santander Central Hispano E 46.805 10 12 22 1.098.213 17
11 BNP Paribas F 45.305 24 10 10 1.896.935 3
12 Barclays Bank UK 45.161 14 13 13 1.956.786 2
13 HBOS UK 44.030 12 9 11 1.160.245 16
14 China Construction Bank CN 42.286 11 25 21 697.740 28
15 Mizuho J 41.934 9 8 6 1.235.443 14
16 Wachovia USA 39.428 21 18 19 707.121 27
17 Unicredit I 38.700 13 39 41 1.084.267 18
18 Wells Fargo USA 36.808 19 16 14 481.996 39
19 Rabobank NL 34.757 20 14 15 732.708 25
20 ING Bank NL 33.958 22 17 17 1.178.697 15
21 UBS CH 33.212 18 19 18 1.963.870 1
22 Sumitomo Mitsui J 33.177 8 15 9 826.599 22
23 Deutsche Bank D 32.264 23 21 12 1.483.248 9
24 ABN AMRO NL 31.239 15 20 20 1.299.966 12
25 Crédit Mutuel F 29.792 25 24 27 635.685 33

Siehe auch

Zitate

  • „Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“, Dreigroschenoper von Bertolt Brecht
  • „Bankraub ist eine Unternehmung von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.“, Bertolt Brecht[2]

Literatur

  • Koslowski, Peter: Ethik der Banken und der Börse, Tübingen: Mohr Siebeck, 1997(auch engl. und span.)
  • Eckhard Wandel: Banken und Versicherungen im 19. und 20. Jahrhundert. Oldenbourg, München 1998
  • Alexander Scheike: "Rechtliche Voraussetzungen für die materielle Privatisierung kommunaler Sparkassen. Eine Untersuchung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft", Lang Frankfurt 2004, ISBN 3631524706

Weblinks

Commons
Commons: Banken – Bilder, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. boerse.ard.de:Deutsche Bank erbeutet Privatkunden, 4. August 2006
  2. http://www.zitate.de/autor-Brecht%2C%20Bertolt.htm
Quelle:
Artikel Bank aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Tipp: Zeno.org bei Google Maps
Empfehlungen
Braun, Lilian Jackson
6,45 €

Czichon, Eberhard
18,50 €

Ernst-Auch, Ursula
31,00 €

Bank, Gerhard
12,95 €

Pohl, Manfred; Raab-Rebentisch, Angelika
7,90 €


Rhodan, Perry
16,90 €



Pohl, Manfred; Raab-Rebentisch, Angelika
9,90 €

Backhaus, Jürgen
10,65 €

Pohl, Manfred; Raab-Rebentisch, Angelika
7,90 €

Bank, Zsuzsa
8,95 €

Gricksch, Gernot
6,95 €


Von Rolf-E. Breuer, Jürgen Fitschen, Werner Plumpe u. a.
22,90 €

Historische Gesellschaft der Deutschen Bank (Hrsg.)
39,90 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren