Bank und Monument (London Underground)

Eingang zur Station Bank, im Hintergrund die Bank of England
Eingang zur Station Bank, im Hintergrund die Bank of England
Bahnsteig der Circle und District Line in der Station Monument
Bahnsteig der Circle und District Line in der Station Monument
Bahnsteig der Northern Line in der Station Bank
Bahnsteig der Northern Line in der Station Bank
Bahnsteig der Docklands Light Railway in der Station Bank
Bahnsteig der Docklands Light Railway in der Station Bank
Dieses Wandfliesenmuster zeigt das Wappen der Corporation of London
Dieses Wandfliesenmuster zeigt das Wappen der Corporation of London

Bank und Monument sind zwei miteinander verbundene Stationen der London Underground. Sie liegen beide unter der King William Street im Zentrum der City of London. Offiziell gelten diese Stationen als eine einzige Station mit separaten Eingängen und unterschiedlichen Namen. Dieser in der Travelcard-Tarifzone 1 gelegene Stationskomplex ist auch unter dem Namen Bank-Monument complex bekannt. Im Jahr 2004 wurde er von 33,836 Millionen Fahrgästen genutzt.

Die Station Bank ist nach der Bank of England benannt, die sich unmittelbar darüber befindet. Es ist das einzige denkmalgeschützte Gebäude in London, das einen eigenen Eingang zur U-Bahn besitzt. Hier halten Züge der Northern Line und der Central Line; außerdem ist Bank die Endstation eines Streckenastes der Docklands Light Railway. Die Bahnsteige der Waterloo & City Line sind durch zwei nur leicht geneigte Rolltreppen mit diesem Teil des Stationskomplexes verbunden.

Die Station Monument ist nach einem Denkmal, eben dem Monument, benannt; es erinnert an den Großen Brand von London im Jahr 1666, der hier in unmittelbarer Nähe ausbrach. In Monument halten die Züge der Circle Line und der District Line. Die Verbindung zum anderen Teil des Stationskomplexes erfolgt durch ein rund 200 Meter langes Rollband.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bis 1900

Die erste Station in diesem Teil der Stadt war die am 6. Oktober 1884 eröffnete Station der Metropolitan District Railway. Zu Beginn hieß sie Eastcheap (nach einer Straße in der Umgebung), wurde dann jedoch bereits knapp drei Wochen später, am 1. November, in Monument umbenannt. Mit dem Abschnitt zwischen Mansion House und Tower Hill wurde die letzte Lücke der Ringstrecke geschlossen, die rund um die gesamte Innenstadt verläuft.

Zahlreiche Eisenbahngesellschaften strebten danach, ihre Strecken bis in die City of London hinein bauen zu dürfen. Den Anfang machte am 8. August 1898 die "Waterloo & City Railway" (W&CR, heute Waterloo & City Line), die im Prinzip lediglich eine kurze Pendellinie zum Bahnhof Waterloo ist. Die Station, die unter der Queen Victoria Street liegt, hieß zunächst City und wurde dann am 28. Oktober 1940 in Bank umbenannt.

Die erste Station mit dem Namen Bank war allerdings jene der City & South London Railway (C&SLR, heute der City-Ast der Northern Line), die am 25. Februar 1900 eröffnet wurde und die nahe gelegene Station King William Street ersetzte.

Da nun die Bahnsteige direkt unter der King William Street lagen (im Gegensatz zur vorherigen Endstation), musste die Schalterhalle nahe der Kreuzung mit der Lombard Street gebaut werden. Allerdings waren die Grundstückspreise derart hoch, dass die CSLR sich kein eigenes Stationsgebäude leisten konnte. Eine Alternative wäre gewesen, die Kirche St Mary Woolnoth abzureißen, was jedoch an heftigen Protesten der Öffentlichkeit scheiterte. Schließlich konnte die C&SLR die Krypta der Kirche erwerben und dort ihre Schalterhalle einrichten. Die dort begrabenen Toten wurden ohne große Bedenken in den Friedhof von Ilford geschafft. Der damals in der Krypta gebaute Aufzug ist heute noch in Betrieb.

Nach 1900

Die (vorläufige) östliche Endstation der "Central London Railway" (CLR, heute Central Line) folgte am 30. Juli 1900. Die Gesellschaft hatte sich dazu verpflichtet, den Tunnel genau unter den darüber liegenden Straßen zu bauen. Damit sollen spätere Entschädigungszahlungen an die Grundstücksbesitzer wegen Erschütterungen an den Gebäuden vermieden werden. Dies hatte zur Folge, dass die Bahnsteige stark gekrümmt sind, so dass es nicht möglich ist, von einem Ende des Bahnsteigs aus das andere Ende zu sehen.

Die hohen Grundstückspreise in der City, gepaart mit der unmittelbaren Nachbarschaft der Royal Exchange, der Bank of England und des Mansion House führten dazu, dass die CLR-Station vollständig unterirdisch gebaut werden musste. Allerdings lag diese genau unter einer der meist befahrenen Kreuzungen in ganz London. Die Corporation of London setzte durch, dass die Station auch als Fußgängerunterführung benutzt werden konnte. Die Schalterhallen der W&CR und der CLR wurden wenig später durch Tunnels miteinander verbunden. Eine unterirdische Verbindung zur Station der C&SLR hingegen konnte erst in den 1920ern nach der Erfindung der Rolltreppe errichtet werden. Die Station Monument und die Bahnsteige der Northern Line wurden schließlich 1933 durch den Bau eines Tunnels miteinander verbunden.

Am 11. Januar 1941, während des Zweiten Weltkriegs, erlitt die Schalterhalle der Central Line einen direkten Treffer durch eine deutsche Fliegerbombe. Das eigentliche Ziel war die Bank of England gewesen, doch die Bombe schlug auf der Straße ein und brachte die Decke der darunter liegenden Halle zum Einsturz. Dabei wurden 56 Personen getötet.

Die Docklands Light Railway baute eine unterirdische Verlängerung nach Bank, die am 29. Juli 1991 eröffnet wurde. Die Bahnsteige kamen parallel zu jenen der Northern Line zu liegen, allerdings etwas darunter. Es entstanden neue Verbindungstunnels. Damit war es nicht mehr nötig, die Bahnsteige der Northern Line zu passieren, um von der Central Line zur Station Monument zu gelangen. Zusätzlich baute man einen weiteren Verbindungstunnel von der DLR zur Waterloo & City Line.

Weblinks

Commons
Commons: Bank und Monument – Bilder, Videos und Audiodateien


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