Die Privatbank Bankhaus Löbbecke AG mit Hauptsitz in Berlin wurde im Jahre 1761 als Handelshaus in Iserlohn gegründet, ließ sich bereits 1763 in Braunschweig nieder und gehört heute zum Hamburger Privatbankhaus M. M. Warburg & CO KGaA
Das Unternehmen konzentriert sich auf das Privatkundengeschäft und Asset Management für finanzstarke Klientel und Firmen. Das Kreditgeschäft wird unter hohen Bonitätsansprüchen geführt.
Zudem bietet das Bankhaus im Rahmen von Treuhand- und Service-Vereinbarungen die Verwaltung und Abwicklung notleidender Kredite an.
Im Jahre 1761 gründeten Johann Hermann (1727 - 1793) und Johann Melchior Löbbecke (1728 - 1783) das Handelshaus Löbbecke in Iserlohn. Bereits 1763 wurde die Niederlassung in Braunschweig, An der Martinikirche 4, gegründet, die mit Kurz-, Bijouterie- und Metallwaren handelte.
Um 1800 nahm das Handelshaus auch Baumwollstoffe in sein Sortiment auf und übernahm zunehmend Wechsel- und Speditionsgeschäfte. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das reine Bankhaus Gebrüder Löbbecke & Co. und reagierte damit auf den wachsenden Kapitalbedarf der beginnenden Industrialisierung.
Die Bank verwaltete das Privatvermögen des regierenden Herzogs Wilhelm und bediente die Oberschicht der Region. Bis 1911 pachtete sie die Braunschweiger Staatslotterie.
Zur Familie gehörte unter anderem Luise Löbbecke (1808 - 1892), die sich um die Wohlfahrtspflege verdient machte und 1862 als erste Frau Ehrenbürgerin der Stadt Braunschweig wurde.
1880/81 ließ der Bankier Alfred Löbbecke durch den Braunschweiger Architekten Constantin Uhde und den Gartenarchitekten Friedrich Kreiß eine Villa am Inselwall („Löbbeckes Insel“) errichten, die 1944 zerstört wurde und heute das Gästehaus der TU Braunschweig beherbergt. Das heutige Bankgebäude in Braunschweig wurde gleichfalls durch Uhde 1892 errichtet.
Während der Bankenkrise 1930 wurde die Bank in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt, an der sich die Braunschweigische Staatsbank, die heutige Norddeutsche Landesbank, beteiligte.
Im Jahr 1945 beging der seinerzeitige Inhaber Rudolf Löbbecke wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft gemeinsam mit seiner Ehefrau Selbstmord.
Trotz immer wiederkehrender Krisen konnte sich die Familie Löbbecke sechs Generationen lang bis 1983 in Managementpositionen halten, bis der Konkurs eines lokalen Handwerksbetriebes die Bank erneut in eine schwierige Lage brachte und ein wichtiger Kommanditist auf Auszahlung bestand. Letzter persönlich haftender Gesellschafter war Karl-Friedrich Löbbecke (Spitzname "Buba").
1983 wurde die Norddeutsche Landesbank Alleineigentümer. Nach der Umwandlung in eine GmbH & Co KG und der Verlagerung der Zentrale nach Berlin erwarb 1989 erwarb die italienische CARIPLO die qualifizierte Mehrheit. Nach einigen Fusionen und Umstrukturierungen des Mutterkonzerns, der mittlerweile das gesamte Gesellschaftskapital hielt, wurde die Bank am 22. Dezember 2003 vollständige Tochter des Hamburger Privatbankhauses M. M. Warburg & CO KGaA und hat damit wieder einen vollständig privaten Gesellschafterhintergrund.
Im Jahr 2004 wurde die Mitarbeiterzahl fusionsbedingt von 139 auf 63 reduziert.
Laut Bundesanzeiger vom 12.07.2006 hat die Bankhaus Löbbecke GmbH & Co. KG auf die M.M. Warburg & Co Zweite Kapitalbeteiligungsgesellschaft mbH fusioniert, welche gleichzeitig in Bankhaus Löbbecke AG umfirmiert hat und das Geschäft unter dieser Firma weiterführt.