Barczewo

Barczewo
Wappen von Barczewo
Barczewo auf der Karte von Polen
Barczewo
Barczewo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Olsztyn
Fläche: 4,58 km²
Geographische Lage: 53° 50' N, 20° 41' O
Höhe: 139 m n.p.m
Einwohner: 7.409 (30. Juni 2005)
Postleitzahl: 11-010
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOL
Wirtschaft & Verkehr
Schienenweg: Olsztyn - Kętrzyn
Mikołajki - Ełk
Nächster int. Flughafen: Flughafen Szczytno
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 21 Ortschaften
Fläche: 319,85 km²
Einwohner: 16.374 (30. Juni 2005)
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Lech Nitkowski
Adresse: pl. Ratuszowy 1
11-010 Barczewo
Webpräsenz: www.barczewo.pl

Barczewo [barˈʧɛvɔ] (1945-46 Wartembork) (deutsch Wartenburg in Ostpreußen) ist eine Stadt-/Landgemeinde im Ermland im nordöstlichen Teil Polens und liegt rund 15 km nordöstlich von Olsztyn sowie etwa 100 km südlich von Kaliningrad (Königsberg) am Fluss Pissa in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Barczewo ist an der Bahnlinie Olsztyn – Czerwonka – Kętrzyn / MikołajkiEłk gelegen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Um 1325 ließ der Bischof von Ermland hier ein Schloss errichten. Während des ersten Krieges gegen Litauen wurde der Ort 1354 zerstört. Zehn Jahre später war der Ort wieder aufgebaut und erhielt das Stadtrecht von Bischof Johannes Stryprock. Auch die Kirche wurde wieder aufgebaut.

Das Franziskanerkloster wurde 1380 errichtet. Als es nach der Reformation leer stand, wurde es 1597 den Zisterziensern überlassen. 1810 wurde das Kloster säkularisiert, 1830 verstaatlicht und seit 1834 als Strafanstalt genutzt. Die ersten Gefangenen wurden aber bereits 1812 hier inhaftiert. Bekannt wurde das Gefängnis später durch Erich Koch, den ehemaligen NS-Gauleiter von Ostpreußen, der hier von 1965 bis 1986 inhaftiert war.

1594 wurden große Teile des Schlosses Opfer eines Feuers; das Schloss wurde danach wieder aufgebaut.

1861 lebten 3.272 Menschen in Wartenburg.

Einen Eisenbahnanschluss bekam die Stadt 1872 mit der Errichtung der Linie KorschenAllenstein. Der Bahnhof von Wartenburg lag durch das hügelige Umland bedingt ca. 3 km nördlich in Reuschhagen.

Die Reichskristallnacht (9.–10. November 1938) überdauerte die Synagoge in Wartenburg als eine der wenigen im Gebiet des Deutschen Reichs unbeschädigt. 1939 – vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges – lebten 5.841 Menschen im Ort.

Wartenburg wurde am 26. Januar 1945 von der Roten Armee besetzt, zu diesem Zeitpunkt befanden sich noch 1700 Einwohner in der teilweise zerstörten Stadt. Die polnischen Behörden, die die Stadt im Frühjahr 1945 übernahmen, änderten den Ortsnamen zunächst in Wartembork, am 4. Dezember 1946 wurde die Stadt dann zu Ehren des Geistlichen Walenty Barczewski (1856-1928) in Barczewo umbenannt.

1950 lebten bereits wieder 3.229 Einwohner in der Stadt.

Einwohnerentwicklung

  • 4.055 (1875)
  • 4.499 (1880)
  • 4.818 (1933)
  • 5.841 (1939)

Sehenswürdigkeiten

  • das Schloss
  • die Pfarrkirche der Heiligen Anna aus dem 14. Jahrhundert mit dem angebauten Turm aus dem 15. Jahrhundert
  • die Synagoge aus dem 19. Jahrhundert
  • das Felix-Nowowiejski-Museum

Persönlichkeiten

  • Felix Nowowiejski, Komponist

Literatur

  • Ulrich Fox, Kirchspiel Alt-Wartenburg im Ermland mit Jadden - Tengutten - Tollack 1325-1985, Selbstverlag: Paderborn 1989

Gmina

Zur Stadt- und Landgemeinde Barczewo gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Barczewko Alt Wartenburg
Barczewo Wartenburg
Barczewski Dwór Klein Wartenburg
Bark Barkeim
Bartołty Małe Klein Bartelsdorf
Bartołty Wielkie Groß Bartelsdorf
Biedowo Neu Maraunen (1928-45 Maraunen)
Bogdany Bogdainen
Czerwony Bór Rothwalde
Dąbrówka Mała Klein Damerau
Dadaj Schönfließ
Dobrąg Debrong
Gaj Gayhof
Jedzbark Hirschberg
Kaplityny Kaplitainen
Kierzbuń Kirschbaum
Kierzliny Kirschlainen
Klimkowo Klimkowo (1938-45 Klimkau)
Klucznik Klutznik (1938-45 Klausen)
Kołaki Kollacken
Koronowo
Kromerowo Krämersdorf
Kronówko Klein Cronau
Kronowo Groß Cronau (1929-45 Cronau)
Krupoliny Kroplainen
Lamkówko Klein Lemkendorf
Lamkowo Groß Lemkendorf
Łapka Lapkaabfindung
Łęgajny Lengainen
Leszno Groß Leschno (1938-45 Leschnau)
Leszno Małe Klein Leschno (1938-45 Försterei Leschnau)
Maruny Groß Maraunen
Mokiny Mokainen
Niedźwiedź Bärenbruch
Nikielkowo Nickelsdorf
Odryty Odritten
Orzechówko
Próle Prohlen
Radosty Ottendorf
Ramsówko Groß Ramsau (1928-45 Ramsau)
Ramsowo Klein Ramsau
Rejczuchy Karolinenhof
Ruszajny Reuschhagen
Rycybałt Rittebalde
Sapunki Klein Sapuhnen
Sapuny Sapuhnen
Skajboty Skaibotten
Stare Włóki Alt Vierzighuben
Studzianek Kutzborn
Szynowo Schönau
Tęguty Tengutten
Tumiany Daumen
Wipsowo Wieps
Wójtowo Fittigsdorf
Wrocikowo Robertshof
Zalesie Vorwerkswalde (1938-45 Waldhausen)
Żarek

Weblinks

Siehe auch

Quelle:
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