In der linearen Algebra ist eine Basis eine Teilmenge eines Vektorraumes, mit deren Hilfe sich jeder Vektor des Raumes eindeutig als Linearkombination darstellen lässt. Die Koeffizienten dieser Linearkombination heißen die Koordinaten des Vekors bezüglich dieser Basis. Wenn Verwechslungen zu befürchten sind, nennt man eine solche Teilmenge auch Hamelbasis. Ein Vektorraum besitzt im Allgemeinen verschiedene Basen und ein Wechsel der Basis erzwingt eine Koordinatentransformation.
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Eine Basis eines Vektorraums V ist eine Teilmenge B von V mit folgenden gleichwertigen Eigenschaften:
Die Elemente einer Basis heißen Basisvektoren. Eine Basis lässt sich als Familie
von Basisvektoren schreiben, eine endliche Basis in der Form
.
Die Skalare, die in der Darstellung eines Vektors als Linearkombination aus der Basis B auftreten, nennt man die Koordinaten des Vektors bezüglich B, zusammen bilden sie ihrerseits einen Koordinatenvektor (der allerdings in einem anderen Vektorraum liegt, dem Koordinatenraum). Für den Koordinatenvektor ist die Reihenfolge der Basisvektoren wichtig! Obwohl Basen meist als Mengen aufgeschrieben werden, ist ihre durch eine Indexmenge I gegebene „Nummerierung“ hier wesentlich.
eines K-Vektorraumes V definiert eine Abbildung 
In der Euklidischen Ebene
gibt es die so genannte kanonische Einheitsbasis {(1,0),(0,1)}. Darüber hinaus bilden in dieser Ebene zwei Vektoren genau dann eine Basis, wenn sie nicht dieselbe (oder entgegengesetzte) Richtung haben.
Allgemeiner ist die kanonische Einheitsbasis des Vektorraums Kn die n-elementige Menge
.
Der einelementige Vektorraum {0} hat Dimension 0; seine (einzige) Basis ist die leere Menge.
Als
-Vektorraum wird für
meist die Basis {1,i} verwendet. Eine Menge
ist genau dann eine Basis von
über
, wenn
keine reelle Zahl ist. Als
-Vektorraum hat
eine Basis, die man aber nicht explizit angeben kann.
Der Vektorraum der Polynome über einem Körper hat die Basis
. Es gibt aber auch viele andere Basen, die zwar umständlicher anzuschreiben sind, aber in konkreten Anwendungen praktischer sind, z.B. die Legendre-Polynome.
Im Vektorraum der reellen Zahlenfolgen bilden die folgenden Vektoren zwar ein linear unabhängiges System, aber keine Basis, denn es wird zum Beispiel die Folge
nicht davon erzeugt:

Die folgenden Überlegungen skizzieren einen Beweis dafür, dass die vier charakterisierenden Eigenschaften, die in diesem Artikel als Definition des Begriffs Basis genannt werden, äquivalent sind. (Für diesen Beweis wird das Auswahlaxiom oder Lemma von Zorn nicht benötigt.)
ein Element von B, welches nicht in B' liegt. Dann lässt sich
auf mindestens zwei verschiedene Arten als Linearkombination von Vektoren in B darstellen. Nämlich einmal als Linearkombination von Vektoren in B' und einmal als
. Es ergibt sich ein Widerspruch und daher ist B minimal.
in B, welcher sich als Linearkombination von Vektoren in
darstellen lässt. Dann aber lässt sich jede Linearkombination von Vektoren in B auch durch eine Linearkombination von Vektoren in
umschreiben und B wäre nicht minimal.
(das nicht in B liegt), welches zusammen mit B linear unabhängig wäre. Aber
lässt sich als Linearkombination von Elementen von B darstellen, was der linearen Unabhängigkeit widerspricht.
ein beliebiger Vektor. Wenn
in B enthalten ist, dann lässt sich
als Linearkombination von Elementen von B schreiben. Wenn aber
nicht in B enthalten ist, dann ist die Menge
eine echte Obermenge von B und damit nicht mehr linear unabhängig. Die Vektoren
, die in einer möglichen lineare Abhängigkeit
vorkommen, können nicht alle aus B sein, daher muss einer davon (sagen wir
) gleich
sein, mit a1 ungleich 0.
.Mit dem Lemma von Zorn kann man beweisen, dass jeder Vektorraum eine Basis haben muss, auch wenn man sie oft nicht explizit angeben kann. (Umgekehrt kann man aus dem Satz, dass jeder Vektorraum eine Basis hat, auch das Auswahlaxiom oder das Lemma von Zorn beweisen. Daher kann man in einer Mengenlehre ohne das Auswahlaxiom oder äquivalente Aussagen nicht beweisen, dass jeder Vektorraum eine Basis hat.)
Sei V ein Vektorraum. Man möchte eine maximale linear unabhängige Teilmenge des Vektorraums finden. Es liegt also nahe, das Mengensystem
linear unabhängig }zu betrachten, das durch die Relation
halbgeordnet wird. Man kann nun zeigen:
mit
in
und
ein Element von P.
ist auch
in P.Aus dem Lemma von Zorn folgt nun, dass P ein maximales Element hat. Es folgt sogar, dass jedes Element T von P in einem maximalen Element von P enthalten ist. Die maximalen Elemente von P sind nun aber genau die maximalen linear unabhängigen Teilmengen von V, also die Basen von V. Daher hat V eine Basis und es gilt darüber hinaus, dass jede linear unabhängige Teilmenge von V in einer Basis von V enthalten ist.
eine Basis eines Vektorraumes V und w ein weiterer vom Nullvektor verschiedener Vektor aus V, so kann man einen der Basisvektoren gegen w "austauschen", d.h. es existiert ein Index
, so dass
ebenfalls eine Basis von V ist.
Reelle und komplexe Vektorräume tragen meist zusätzliche topologische Struktur. Aus dieser Struktur kann sich ein Basisbegriff ergeben, der vom hier beschriebenen abweicht.
Beim Studium von reellen oder komplexen Innenprodukträumen, besonders von Hilberträumen gibt es noch eine andere, dort zweckmäßigere Art, die Elemente des Raumes darzustellen. Eine Basis besteht dabei aus paarweise orthogonalen Einheitsvektoren, und es werden nicht nur endliche, sondern auch unendliche Summen (sog. Reihen) von Basisvektoren zugelassen. Ein solches vollständiges Orthonormalsystem ist in einem unendlichdimensionalen Raum im allgemeinen keine Basis im hier definierten Sinne, zur besseren Unterscheidung spricht man auch von Schauderbasis. Der im vorliegenden Artikel beschriebene Basis-Typ wird zur Unterscheidung auch Hamelbasis genannt.
Eine Auerbachbasis ist eine Hamelbasis für einen dichten Unterraum in einem normierten Vektorraum, so dass der Abstand jedes Basisvektors vom Erzeugnis der übrigen Vektoren gleich seiner Norm ist.
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