Batavische Republik (niederl.: Bataafse Republiek) lautete der Name für die Vereinigten Niederlande, die nach der Eroberung durch Frankreich 1795 gebildet wurde und bis 1806 existierte. Die Provinzen verloren ihre Selbständigkeit, indem alle Staatsgewalt einer gesetzgebenden Versammlung und einem Direktorium von fünf Mitgliedern übertragen wurde. Die Batavische Republik war ganz von Frankreich abhängig und wurde rücksichtslos ausgebeutet. Auf Napoleons Geheiß hin hieß sie ab 8. Juni 1806 Königreich Holland.
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Eine Republik war das Land zwar bereits seit 1581. Doch war diese geprägt von einer abgeschlossenen politischen Elite aus kaufmännischer Aristokratie und dem Haus Oranien, welches das seit 1747 erbliche Statthalteramt (oberster Heer- und Marineführer) innehatte. Da sich also zunehmend mehr Macht in immer weniger Händen konzentrierte, regte sich bereits im letzten Viertel des 18.Jahrhunderts Widerstand gegen die bestehenden Machtstrukturen. Sogenannte Patrioten, die sich an den Ideen der Aufklärung orientierten, forderten mehr Rechte zur Mitbestimmung. Nach anfänglichen Erfolgen jedoch scheiterten sie am heftigen Widerstand. Im Jahre 1787 mussten sie sogar in großer Zahl nach Frankreich flüchten, da sich Preußen in die Angelegenheiten der Niederlande mit militärischen Mitteln einmischte. Frankreich wiederum entsandte darauf seine Armee in die Niederlande und entschied so die dortige innenpolitische Lage zugunsten der Patrioten, die letzten Endes die Staatsgeschäfte übernahmen.
Zu Beginn des Ersten Koalitionskrieges gegen das revolutionäre Frankreich (1792-1797) blieb die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande zwar neutral. Für Großbritannien jedoch war man der wichtigste Geldgeber. Großbritannien wiederum stellte den Hauptfeind der französischen Revolution dar. Somit wurden die Vereinigten Niederlande in den Konflikt verwickelt. Am 1. Februar 1793 schließlich kam es zur Kriegserklärung Frankreichs an die Vereinigten Niederlande. Im Winter 1794/1795 rückten französische Truppen in die Niederlande ein, Amsterdam wurde am 20. Januar 1795 eingenommen.
Am 16. Mai 1795 schlossen die Französische und die bereits konstituierte Batavische Republik den Friedensvertrag von Den Haag; die Exklaven Maastricht, Venlo, Staats-Limburg und Staats-Flandern wurden in die bereits französisch gewordenen Österreichischen Niederlande (das heutige Belgien) integriert, und die Batavische Republik musste mit hohen Kontributionen eine französische Armee von 30 000 Mann auf ihrem Staatsgebiet unterhalten. Eine Defensiv- und Offensivallianz verband die beiden Republiken im weiteren Kampf gegen die Koalition (vor allem Österreich und Großbritannien).
Die Batavische Republik war jedoch nicht nur eine Erfindung der französischen Machthaber. Sie stützte sich auf Kreise der Bevölkerung, die bis in die 1780er Jahre in Opposition zur vorherigen Adelsherrschaft in den Niederlanden gestanden hatten und zum Teil nach Frankreich geflohen waren. Diese Exilanten riefen noch vor dem Ende der Kämpfe die Batavische Republik aus.
Sie stellte auch staatspolitisch eine Zäsur dar: Sie war ein Einheitsstaat. Die Vereinigten Niederlande dagegen waren lediglich ein Zusammenschluss mehrerer Kleinstaaten gewesen, die innenpolitisch jeder für sich sehr eigene Wege gingen. Von nun an gab es eine zentrale Regierung für die Niederlande, vergleichbar mit den absolutistischen Monarchien wie Frankreich oder Preußen. Außenpolitisch spielte die Republik als Vasallenstaat Frankreichs weiterhin keine Rolle, aber innenpolitisch blieb der Wandel, beispielsweise in der Religionsfreiheit, nicht ohne Auswirkung; viele zukunftsweisende Neuerungen wie die Standardisierung des Niederländischen wurden zu dieser Zeit beschlossen und umgesetzt.
Die Nationalversammlung, das Parlament, das als Nachfolger der 1795 eingesetzten provisorischen Volksvertretung erstmals 1796 zusammentrat, war jedoch gekennzeichnet von Fraktionskämpfen und Verfassungskämpfen. 1798 gab es den ersten Staatsstreich, um demokratische Veränderungen zu beschleunigen. Erst in der Folge dieser Auseinandersetzungen erhielt die Republik eine Verfassung nach dem Vorbild des französischen Direktoriums von 1795, die in den folgenden Jahren jedoch nicht verwirklicht wurde. Und schon drei Jahre später, 1801, folgte ein zweiter Staatsstreich; diesmal, um die demokratischen Reformen wieder rückgängig zu machen. Napoléon Bonaparte, erster Konsul in Frankreich, hatte diesen Coup eingefädelt, da er sich zunehmend als monarchischer Herrscher positionierte.
1805 ernannte er Rutger Jan Schimmelpenninck zum „Ratspensionär“, zum Staatspräsidenten mit fast uneingeschränkter Macht, der allerdings daran ging, die bereits 1798 eingesetzte Verfassung in Kraft zu setzen.
1806 schließlich beendete Napoleon das Kapitel "Batavische Republik", indem er die Monarchie in den Niederlanden einführte und seinen Bruder Louis zum dortigen König erhob.
1810 wurde in der ehemaligen Republik der Code Napoleon eingeführt. Daran, an vielen anderen Reformen sowie an der neuen Staatsstruktur änderte auch die Restauration nicht viel, so dass viele Errungenschaften der Batavischen Republik unter den neuen Vereinigten niederlanden unter Wilhelm von Oranien beibehalten wurden.
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