Batschka

Das Königreich Ungarn und die Einteilung in Gespanschaften nach 1883
Das Königreich Ungarn und die Einteilung in Gespanschaften nach 1883
Die autonome Region Vojvodina innerhalb Serbiens
Die autonome Region Vojvodina innerhalb Serbiens
Bezirke der Vojvodina (Serbien)
Bezirke der Vojvodina (Serbien)

Die Batschka (serb. / kroat. Bačka, serb. kyrill. Бачка, ungar. Bácska, slowak. Báčka, russinisch Бачка) ist eine Region in Ostmitteleuropa bzw. in Südosteuropa. Früher bildete diese Region das Komitat Bács-Bodrog innerhalb des Königreichs Ungarn. Die Batschka ist heute zwischen den Staaten Serbien und Ungarn aufgeteilt, wobei der südliche Teil zu Serbien gehört und sich in drei Bezirke der autonomen Provinz Vojvodina unterteilt, der nördliche Teil dagegen zu Ungarn gehört und das Komitat Bács-Kiskun bildet. Die Batschka ist überwiegend fruchtbares Flachland und wird im Westen und im Süden von der Donau und im Osten von der Theiß begrenzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im 6. Jahrhundert siedelten sich slawische Stämme aus Mittelost- und Osteuropa in der Batschka an, unter ihnen auch Serben. Ab dem 10. Jh. gehörte die Region zu Ungarn. Die Bezeichnung Batschka leitete sich von der mittelalterlichen Festung Batsch (serb. Bač) nordwestlich von Novi Sad ab. Batsch war während der Herrschaft Österreich-Ungarns Sitz eines ungarischen Komitats und eines Erzbischofs.

Die Festung wurde um 1242 von den Mongolen zerstört, danach wieder aufgebaut und um 1543 schließlich von den Osmanen erobert. Große Teile der heute serbischen Batschka gehörte zur Lehensherrschaft Stefan Lazarevićs. Im 16. Jahrhundert gelang es dem serbischen Adeligen Jovan Nenad kurzzeitig ein unabhängiges serbisches Reich zu proklamieren und ließ sich zum Kaiser Serbiens ausrufen. Von den Osmanen verwüstet verlor Batsch an Bedeutung, der Name blieb aber in der Bezeichnung für die Region Batschka erhalten.

Schon im Mittelalter siedelte ein Völkergemisch von Kumanen, Serben, Ungarn und anderen Nationen in der Batschka. 1699 kam die Batschka in den Besitz der Habsburger. Die Habsburger betrieben eine intensive Kolonisation der zum großen Teil entvölkerten Batschka, und neben serbischen und ungarischen kamen auch sehr viele deutsche Siedler, die sogenannten Donauschwaben.

Bis 1918 gehörte die gesamte Region zum habsburgischen Ungarn, danach kam der südliche Teil zu Serbien bzw. zum Königreich Jugoslawien, der nördliche Teil verblieb bei Ungarn. Diese Teilung musste Ungarn mit dem Friedensvertrag von Trianon vom 4. Juni 1920 widerwillig anerkennen. Im nördlichen Teil wurde nach dem Ersten Weltkrieg mit der „Sozialistischen ungarisch-serbischen Republik Batschka und Branau/Baranya“ eine kommunistische Räterepublik ausgerufen. Der Versuch, die Unterstützung der Serben im südlichen Teil zu gewinnen, scheiterte, und rumänische sowie serbische Truppen lösten die Räterepublik auf.

Mit der Besetzung Jugoslawiens durch Hitler 1941 wurde die südliche Batschka dem faschistischen Ungarn angegliedert. Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden die Staatsgrenzen gemäß dem Friedensvertrag von Trianon 1920 wiederhergestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Bevölkerung zum größten Teil vertrieben. Bei dieser Flucht kamen viele Flüchtlinge um. Daraufhin wurden zahlreiche Mazedonier, Serben, Bosniaken und Kosovaren durch Titos Partisanen in das Gebiet umgesiedelt.

Größere Städte und Gemeinden in der Batschka

Serbien: Novi Sad, Subotica, Sombor, Bačka Palanka, Apatin

Ungarn: Kecskemét (gehört eigentlich nicht zur historischen Region Bácska), Kiskunfélegyháza, Kiskunhalas, Baja, Kalocsa

Serbische Bezirke in der Batschka

Siehe auch

Quelle:
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