Ein Bauopfer ist ein vor oder während der Errichtung bestimmter Bauwerke dargebrachtes Opfer. Es soll den Bestand des Bauwerkes sichern bzw. den mit dem Bau verfolgten Zweck befördern.
Die Übergänge von Bauopfer und Opfer zur Verehrung eines Hausgeistes oder gar zum Totenkult sind fließend. Als sicheres Identifizierungsmerkmal gilt, dass das Opfer unter dem Fußboden oder dem Herd oder unter der Wand so angebracht ist, dass es unsichtbar blieb.
Bei den Ausgrabungen von Gebäuden finden sich viele Gegenstände des täglichen Gebrauchs, aber auch solche, die offensichtlich in kultischer Absicht niedergelegt worden sind. Andererseits ist die Unterscheidung zwischen Bauopfer und Hausheiligtum nicht immer einfach, so, wenn in der Siedlung Troldebjerg ein in die Erde nicht vollständig versenktes Flintbeil mit einem Topf daneben gefunden wurde.
Laut dem Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens waren die ursprünglichen Bauopfer Menschen, "die lebend in die Fundamente eingemauert wurden". Die Autoren beziehen sich allerdings lediglich auf episodische mittelalterliche und neuzeitliche Beobachtungen.
Heute werden Urkunden und Zeitzeugnisse wie Zeitungen und Münzen anlässlich der Grundsteinlegung öffentlicher oder kirchlicher Gebäuden, von drei Hammer-Schlägen begleiteten, ins Fundament eingelassen.