| Befreiungskriege (1813–1815) |
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Als Befreiungskriege oder Freiheitskriege werden alle historischen kriegerischen Ereignisse zusammengefasst, die sich 1813–1815 (Franzosenzeit) zwischen den Truppen des napoleonischen Frankreich und deren Gegnern ereigneten. Sie sind Teil der Napoleonischen Kriege und bilden als deren sechste Koalition ihren Abschluss. In der damaligen Zeit waren beide Begriffe gebräuchlich, erst in der Restaurationsphase nach 1815 wurde der Begriff Befreiungskriege durchgesetzt.
Nach dem vernichtenden Niedergang der Grande Armée Napoleons im Russlandfeldzug 1812 schloss der kommandierende General des preußischen Hilfskorps der Grande Armée, Yorck, am 30. Dezember 1812 in der Konvention von Tauroggen einen Waffenstillstand mit den russischen Truppen. Dies war der entscheidende Impuls zum Ausbruch der Freiheitskriege der folgenden Jahre.
Schon vor dem eigentlichen Beginn der Befreiungskriege kam es zu Aufständen im französisch besetzten Deutschland. Ab 1806 flackerten in Hessen Erhebungen auf, 1809 schließlich war Wilhelm von Dörnberg Initiator und Anführer der Hessischen Insurrektion, der ersten großen Erhebung.
Neben neugeschaffenen preußischen Einheiten, u. a. Landwehr und Landsturm, waren Freiwillige (Freiwillige Jäger) und Freikorps (u. a. Lützowsches Freikorps), Russland und seit dem Sommer 1813 auch Schweden unter Kronprinz Karl Johann, dem ehemaligen französischen Marschall Bernadotte, und Österreich unter Feldmarschall Schwarzenberg zunächst an den Kämpfen beteiligt. Großbritannien beteiligte sich durch den Einsatz seiner Flotte in Übersee, durch Wellingtons Armee in Spanien und durch Subsidien und weiteren Hilfslieferungen an diesem Krieg. Ein Höhepunkt der Befreiungskriege war die Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, die mit einer Niederlage Napoleons endete. Der mit Frankreich verbündete Rheinbund, ein Zusammenschluss deutscher Herrscher im westlichen Teil des Reiches, löste sich nach diesem Ereignis vollständig auf, und damit war die Macht Napoleons östlich des Rheins gebrochen. Erst der Winterfeldzug 1814 endete mit der Abdankung Napoleons und dem Pariser Frieden. Als sogenannte Franzosenzeit hatten die Befreiungskriege weitreichende politische und gesellschaftliche Folgen, insbesondere die preußischen Reformen.
Ein kurzes Nachspiel der Freiheitskriege („Herrschaft der Hundert Tage“) erfolgte im Jahr 1815. Nach der kurzzeitigen Rückkehr Napoleons und einem letzten Sieg in der Schlacht bei Ligny wurde seine Herrschaft durch die Niederlage gegen die Briten unter Wellington und die mit diesen verbündeten Preußen unter Gebhard Leberecht von Blücher in der Schlacht bei Waterloo endgültig beendet.