Ben Webster

Ben Webster 1943
Ben Webster 1943

Ben Webster (* 27. März 1909 in Kansas City, Missouri; † 20. September 1973 in Amsterdam, Niederlande; eigentlich Benjamin Francis Webster) war ein US-amerikanischer Jazz-Musiker. Der Tenorsaxofonist war bekannt für seinen weichen, einschmiegsamen Sound (Subtone). Seine Spitznamen waren Frog und Big Ben.

Ben Webster lernte als Kind das Violinspiel und von keinem Geringeren als seinem Nachbarn Pete Johnson Klavier. Nach dem Studium an der Wilberforce University begann er in Amarillo in Texas als Stummfilmpianist Geld zu verdienen. Sein Freund Budd Johnson brachte ihm 1928 während eines Engagements in Texas die Grundlagen des Altsaxophonspiels bei und Webster lernte schnell. Während seiner Zeit in der Band von W.H.Young, dem Vater von Lester Young, half ihm Lester beim Übergang zum Tenorsaxophon. In Kansas spielte er bei Gene Coy, Blanche Calloway, Andy Kirk und Stuff Smith. 1932 kam er mit dem Bandleader Bennie Moten nach New York, wo er auch in der Fletcher Henderson Big Band, mit Benny Carter, Raymond Scotts Radio-Orchester, Teddy Wilson und bei Cab Calloway spielte und Freundschaft mit Fats Waller schloß. Ab 1935 und 1936 spielte er schon gelegentlich in der Duke Ellington, in der 1940-1943 festes Mitglied war (Blanton-Webster-Jahre der Ellington Band). Hier löste er sich von seinem Vorbild Coleman Hawkins und fand zu seinem eigenen Stil. 1943 trennte er sich im Streit von Eddington (ein Grund waren wohl Ausfälle bei zu viel Alkoholkonsum), kehrte aber 1948/9 in die Band zurück. Seinen Spitznamen Frog soll er vom Ellington-Bassisten Jimmy Blanton bekommen haben. In den 1950er Jahren trat er u.a. in den Jazz at the Philharmonic Konzerten und in TV Shows (The sound of Jazz, The Subject is Jazz, 1957/8) auf und arbeitete als Studiomusiker abwechselnd in New York und Los Angeles. Er pflegte lange seine Mutter und Großmutter, aber als seine letzten Verwandten tot waren, siedelte er 1964 nach Europa über. Zunächst ging er nach Holland, wo 1967 van Keuken den Film Big Ben (ein weiterer Spitzname) drehte, dann nach Kopenhagen, das er als Basis für Touren durch ganz Europa nutzte. Besonders viele Auftritte hatte er in England, wo in den 1960er Jahren der mainstream eine neue Blüte erlebte, der viele von der Avantgarde in den USA abgedrängte Künstler anlockte. Während er in den 1940er Jahren eher zornig klang, entwickelte er sich später zum Meister gefühlvoller Balladen, der den Text seiner Stücke genau kannte (Harry „Sweets“ Edison: Ben was a singer on his instrument).

Er begleitete u.a. Billie Holiday, spielte auf Verve 1959 Duette mit seinem Vorbild Coleman Hawkins, Gerry Mulligan (1959) und mit Oscar Peterson (ebenfalls 1959 bei Verve). Mit Oscar Peterson spielte er schon 1953 in King of the tenors (mit Benny Carter und Harry Edison) und 1957 auf der Platte Soulville (einer frühen Soul-Jazz Platte mit dem Oscar Peterson Trio).

Sein Nachlass befindet sich in der Jazzsammlung der Universität in Odense in Dänemark.

Im Film Kansas City von Robert Altman von 1996 spielt James Carter Ben Webster.

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