| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen finden sich unter Berber (Begriffsklärung). |
| Berber | |
|---|---|
| Gesamtbevölkerung: | ca. 23 Millionen |
| bedeutende Bevölkerung in: | Marokko: 12,000,000 Algerien: |
| Sprache: | Berber (Tamazight) |
| Religion: | Islam (99%), Christentum, Judentum, Atheismus |
| verwandte ethnische Gruppen: | Afroasiatisch |
Berber ist ein Oberbegriff für eine Reihe von Gemeinschaften in Nordafrika westlich des Nils, die eine Berbersprache sprechen. Ob der Namen „Berber“ aus dem Arabischen stammt oder sich vom griechischen/römischen Wort für Barbar ableitet, ist umstritten. In der römischen Antike ist der Ausdruck „Barbar“ als Bezeichnung für die Völker Nordafrikas nicht belegt. Heute bezeichnen sich einige Berber, insbesondere in Marokko, als „Imazighen“ („Freie“), um sich in einer eigenen, in ihrer Muttersprache gefassten, Volksgruppenbezeichnung wiederzufinden. Üblichererweise benutzen die Berbervölker aber die Namen der einzelnen Volksstämme (z.B. Kabylen oder Tuareg). [1]
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Über die Herkunft der Berber oder Imazighen ist kaum etwas bekannt. Die Berber sind die Altschichtbevölkerung (→indigenes Volk) Nordafrikas.
Zeugnisse über die Berber erschienen auch schon regelmäßig im Alten Äypten, in griechischen und römischen Quellen. Bereits auf saharanischer Felsenkunst sind frühe Einwohner der Gegend zu finden. Als ihre Vorgänger gelten die Numider, Garamanten und Libyer. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot erwähnte sie in seinen Geschichten.
Berbervölker wurde zuerst in Schriften der Ägypten während der Prädynastik genannt. Während des Neuen Reiches kämpften die Ägypter an der Westgrenze gegen die Meschwesch (Ma) und die Libu. Etwa ab 945 n.Chr. wurden die Ägypter durch das Berbervolk der Meshwesh beherrscht, welche die 22. Dynastie unter Scheschonq I. begründeten. Dadurch begann eine lange Zeit der Berberherrschaft in Ägypten. Lange Zeit stellten sie die Hauptbevölkerung in der westlichen Wüste. Die byzantinischen Chronisten beschwerten sich oft über die Amazigh, die dort die abseits gelegenen Klöster überfielen.
Viele Jahrhunderte lang bewohnten die Berber die Küste Nordafrikas von Ägypten bis zum Atlantischen Ozean. Während dessen blickten die Küstenregionen Nordafrikas auf eine lange Reihe von Eroberern, Siedlern und Kolonisatoren einschließlich den Phöniziern, die Karthago gründeten, Griechen (hauptsächlich in Kyrene), Römer,Vandalen, Alanen, Byzantiner, Araber, Ottomanen, Franzosen und Spanier. Die meisten, wenn nicht sogar alle dieser Eindringlinge prägten die heutigen Berber. Ebenso brachten die ottomanischen Corsairs Sklaven von Südeuropa in den Barbareskenstaat. Eine Schätzung stuft die Zahl der Europäer, welche nach Nordafrika während der Ottomanenherrschaft verschleppt wurden, bei 1,25 Millionen an. Beeinflussungen des Sudanreichs, Schwarzafrikas und Nomaden aus Ostafrika hinterließen ebenfalls eine ernorme Prägung auf die Berber.
Die Gegenden Nordafrikas, welche die Berbersprachen und die Traditionen der Berber erhalten haben, - im besonderen das Hochland von Kabylie im heutigen Algerien und die Volksstämme der Cleuh und Riffian - , sind im allgemeinen am wenigsten fremder Herrschaft ausgesetzt gewesen. Sogar in römischer und ottomanischer Zeit blieben die meisten von ihnen getrennt und unabhängig. Die Phönizier drangen sogar niemals hinter die Hafenstädte der Küste vor. Während viele Leute Verbindungen mit den Einheimischen herstellten und Waren und Dienste austauschten, war eine vollständige Verbindung nur mit den Römern gegeben, wodurch numidischen und mauretanischen Provinzen vollständig in das Römische Reich eingegliedert wurden und die Berber römisches Bürgerrecht erhielten. Unter den Leuten, die mit den Einheimischen siedelten, waren 80. 000 Familein der germanischen Vandalen, die durch die Römer und die Mittelmeerbewohner im allgemeinen auch als Barbaren bezeichnet wurden. Die germanischen Familien kamen weder um noch kehrten sie nach Germanien zurück, sondern vermischten sich mit der einheimischen Bevölkerung. Letztendlich wurden die Germanen durch römische Streitkräfte aus Nordafrika vertrieben.
Die Berbersprachen gehören zu den afroasiatischen Sprachen (hamitosemischen Sprachen).
Ein Teil der Bevölkerung Algeriens, Marokkos und Tunesiens ist berberischer Herkunft, aber seit dem 7. Jahrhundert während der arabisch-islamischen Expansion zunehmend arabisiert worden, so dass heute nur noch kleinere Teile der Bevölkerung dieser Länder als berberisch angesehen werden. Berber gibt es auch in Libyen, Mauretanien, Ägypten und einigen westafrikanischen Staaten, vor allem im Niger, Tschad und Mali.
Die Berber waren mutterrechtlich (matrilinear) gegliedert. Mit Ausnahme der Tuareg sind die Berber sesshaft. Das berberische Nomadenvolk der Tuareg hat eine eigene, aus dem altlibyschen bzw. phönizischen Alphabet entwickelte Schrift, das Tifinagh. Sie besaßen einen eigenen Kalender, der fast in Vergessenheit geraten ist. Ihre Zeitrechnung fing um 950 v. Chr. an. Dieses Datum entspricht der Thronbesteigung eines „Berberkönigs“, Scheschonq I. (Libyer, altägyptisch „libu“), in Ägypten (dieser gründete die Dynastie der Bubastiden, nach ihrer Hauptstadt Stadt Bubastis im Nildelta genannt.
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