Berger Warte

Berger Warte
Berger Warte

Die Berger Warte ist ein 12 Meter hoher, runder Beobachtungsturm aus Stein, der an der höchsten Stelle (212,4 Meter über NN) Frankfurts im Stadtteil Seckbach, an der Grenze zu Bergen-Enkheim, westlich der B521, steht. Die Warte gehörte nicht zur Frankfurter Landwehr sondern war eine Geleitwechselstation an der Straße von Frankfurt Richtung Bischofsheim. Dort endete der Geleitschutz, den Frankfurt reisenden Händlern gewährte.

Eine erste, hölzerne Warte ist bereits 1340 nachweisbar (Geierswarte). 1552 wurde dieser Bau während der Belagerung Frankfurts im Schmalkaldischen Krieg niedergebrannt, anschließend jedoch aus Stein wieder errichtet. Der Eingang befand sich im ersten Stock und war über eine Leiter erreichbar, die im Krisenfall eingezogen werden konnte.

Im Siebenjährigen Krieg befehligte der französische Feldherr Marschall de Broglie am 13. April 1759 von der Berger Warte aus seine Truppen in der Schlacht bei Bergen. Durch seinen Sieg verhinderte er den Einmarsch Preußens nach Frankfurt.

1790 lagerte an der Berger Warte die hessische Armee, um die Kaiserwahl in Frankfurt vor revolutionären Umtrieben zu schützen. 300 Kanonenschüsse verkündeten am 30. September aus Richtung Frankfurt die Wahl Leopold II. zum römisch-deutschen Kaiser. Die Hessen antworteten mit einer Ehrensalve aus 21 Geschützen. Am 11. Oktober, zwei Tage nach seiner Krönung, besuchten Leopold und die Kurfürsten den hessischen Landgrafen an der Berger Warte. Die Leopoldsäule, die der Landgraf unweit der Warte errichten ließ, erinnert daran.

Geschichte der Richtstätte
Geschichte der Richtstätte

In der Nähe der Warte war von 1484 bis 1834 die Richtstätte des Hohen Gerichts der Grafschaft Bornheimer Berg. 36 Todesurteile wurden dort am Galgen vollstreckt. Bis zur Aufteilung der Grafschaft zwischen Frankfurt und Hanau 1484 war der Richtplatz in Bornheim auf dem Galgenberg gewesen. 1732 wurde der hölzerne Galgen des Hochgerichts durch eine Konstruktion aus Stein ersetzt. Diese Steine wurden nach dem Abbruch des Galgens 1834 für die Treppe zum Turmeingang im ersten Stock verbaut.

Der Berg Berger Warte

Die Berger Warte ist mit 212,4 m (Dominanz 11,45 km, Prominenz 50 m) auch die höchste von den vier als Gipfel zählbaren Erhebungen auf dem Stadtgebiet von Frankfurt am Main, gefolgt vom wenig weiter nordöstlich anschließenden Gisisberg (202 m) und den südmainischen Erhebungen Monte Scherbelino (169,9 m, ehemalige Abfalldeponie) und Sachsenhäuser Warte mit 159 m.

Neben dem historischen Beobachtungsturm ist die sehr aussichtsreiche, gänzlich freie Anhöhe mit einer großen Umspannstation bebaut. Die Kuppe wird von Nord nach Süd von der Bundesstraße 521 überquert.

Von der Berger Warte zieht nach Nordosten die Hohe Straße, ein historischer Handelsweg von Frankfurt zum Vogelsberg.

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