Bergwandern

Das Bergwandern ist die Wanderung in bergigem Gelände. Entscheidender Faktor ist in Abgrenzung zum Wandern nicht die Entfernung in Kilometern, sondern der zu überwindende Höhenunterschied (in Höhenmetern) multipliziert mit der Kilometerzahl.

Inhaltsverzeichnis

Arten von Bergwandertouren

  • Bergwandern wird zur Gratwanderung, wenn sie in größerer Höhe ohne starke Höhenunterschiede verläuft und das Gelände auf beiden Seiten abfällt (in Abgrenzung zu Hochtour, die meist oberhalb der Schneegrenze verläuft).
  • Von Überquerung oder Übergang spricht man, wenn ein Bergsattel zu übersteigen ist und der Weg meist von einer Schutzhütte zur nächsten führt oder von einem Tal zum nächsten Tal über einen Saumpfad.

Regeln am Berg

  • Sandalen und Halbschuhe sind im Gebirge schlechtes Schuhwerk, am besten geeignet sind knöchelhohe Bergwanderstiefel.
  • Mindestens zu zweit unterwegs sein und ein Handy mitführen. Bergnotruf gleich Euronotruf mit Ausnahme von Österreich: dort 1 44. (Berg-) Wanderführer verfügen zusätzlich über Funkgerät.
  • Ausrüstung: witterungsgerechte Bekleidung Zwiebel-Prinzip), Bergschuhe, Handy und Verbandszeug, Trinkflasche (mind. ein Liter Fassungsvermögen), Notproviant und Traubenzucker, Teleskop-Wanderstöcke von Vorteil.
  • Auf das Wetter achten, im Gebirge kann es sich extrem und schnell ändern; bei Gewitter ist das Laufen von Klettersteigen lebensgefährlich, auch eine plötzliche Sichtbehinderung von Schlechtwetter bzw. ein Kälteeinbruch kann ernsthafte Folgen haben. Wird man von einem Gewitter im Gebirge überrascht, wenn möglich Schutzhütte (teils bewirtschaftet als Alm / Alpe) aufsuchen. Ansonsten auf den Boden in gehockter Stellung kauern. Beide Beine zusammen, Arme am Körper. Von metallführenden Gegenständen trennen.
  • Bergauf hat man Vorrang in schmalem Gelände vor dem Verkehr bergab.
  • Die Geschwindigkeit richtet sich immer nach dem Langsamsten, wobei regelmäßig Verschnaufpausen einzulegen sind. Diese sind auch für ausreichendes Trinken zu benützen, da die Gefahr des innerlichen Austrocknens - einer sog. Dehydrierung - droht.
  • Bergab sollte man kleine Schritte setzen, um die Gefahr eines Abrutschens zu minimieren. Kommt man jedoch ins Rutschen, immer versuchen mit dem Körper zum Hang zu drehen. Aufgeschürfte Hände Beine sind der geringerere Schaden als gebrochene Rippen / Extremitäten.
  • Überschätzen am Berg kann gefährlich werden. Es ist keine Schande umzukehren, wenn man merkt, dass man den Anforderungen nicht gewachsen ist oder aufkommende Müdigkeit wahrnimmt. Abwägen, welcher Weg weiter ist kann von Vorteil sein. Bei aufziehendem Schlechtwetter ggf. auch umkehren.
  • Nasses Holz stellt eine Unfallgefahr dar. Vorsichtiges Gehen ist indiziert. Nach längeren Regenfällen sind die Almen oft sehr nass und rutschig aufgrund Matsch. Auch Hochmoore gibt es. Hier sind Wanderstöcke gute Hilfen, um die Festheit des Untergrunds / Tiefe der Schlammlöcher zu prüfen.
  • Tourismusbüros vor Ort halten immer Merkblätter bereit, deren Anweisungen man befolgen sollte.

Alpines Notsignal

Das Alpine Notsignal ist bezüglich der Notrufnummern nicht einheitlich geregelt, nähere Informationen halten die Tourismusbüros vor Ort bereit.

Alpinunfälle

2005 gab es in Österreich 416 Tote bei Alpinunfällen, im gleichen Jahr beklagte man 764 Verkehrstote. In Tirol standen sich 179 Alpintote und 57 Verkehrstote gegenüber. Bezogen auf Österreich ereigneten sich die meisten tödlichen Unfälle beim Bergwandern (130), dann folgte Klettern (36), Hochtourenbergsteigen (29). Nach einer schweizerischen Studie kommt auf 7.143 Wanderstunden ein Unfall. So gesehen ist von gängigen Freizeitsportarten nur das Schwimmen sicherer, während das Verletzungsrisiko beim Wintersport das des Wanderns 7,5-fach übersteigt (Fußballspielen 18-fach). Ursache tödlicher Alpinunfälle sind in 64% Stolpern, Ausrutschen und Absturz, in 21% Erschöpfung und Überlastung, die restlichen 15% verteilen sich auf Orientierungsverlust, Versteigen, Stein- und Blitzschlag, Hitze- oder Kälteschäden oder Lawinen. [1]

Geführte Bergwanderungen

Geführte Bergwanderungen gibt es bei Reiseveranstaltern (Wander-Reisen)

Betreiber von alpinen Schutzhütten

siehe auch

Quelle:
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