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Charlottenburg-Nord |
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| Koordinaten | 52° 32' 30" n. Br., 12° 19' 21" ö. L. | |
| Postleitzahlen | 13627, 13627 | |
| Ortsteilnummer | 0406 | |
| Gliederung | ||
| Verwaltungsbezirk | Charlottenburg-Wilmersdorf | |
| Ortslagen |
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Charlottenburg-Nord ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, der hauptsächlich aus Wohngebieten und Kleingartenanlagen besteht. Hier befinden sich auch der Charlottenburger Teil von Siemensstadt, der Volkspark Jungfernheide und die Gedenkstätte Plötzensee.
Inhaltsverzeichnis |
Charlottenburg-Nord liegt östlich der Havel und nördlich der Spree in dem von beiden Flüssen gebildeten Winkel im Berliner Urstromtal.
Charlottenburg-Nord liegt zwischen Hohenzollernkanal im Norden und Osten, Westhafenkanal (Autobahn-Stadtring, Ringbahn) und Spree im Süden. In diesem Gebiet befinden sich der Volkspark Jungfernheide, die Wohnsiedlungen Charlottenburg-Nord und Paul-Hertz-Siedlung, sowie die Ortslage Plötzensee mit der gleichnamigen Justizvollzugsanstalt.
Der Ortsteil Charlottenburg-Nord grenzt
Der Ortsteil wurde mit Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung vom 30. September 2004 geschaffen.
Die im Bezirk um den Goebelplatz liegende östliche Erweiterung der Spandauer Siemensstadt wurde zwischen 1929 und 1931 unter der Gesamtplanung von Hans Scharoun errichtet, wobei bekannte Architekten der Weimarer Republik wie Walter Gropius, Otto Bartning, Hugo Häring, Fred Forbat und Paul Rudolf Henning beteiligt waren. Die Freiflächen gestaltete Leberecht Migge. Markant für die Siedlung ist Scharouns an Schiffsarchitektur erinnernder Bauteil, der "Panzerkreuzer" genannt wird. Die Ringsiedlung, wie sie in Anlehnung an den Zusammenschluss progressiver Architekten Der Ring genannt wird, gilt mit ihren aufgelockerten, von Freiräumen und Grünstreifen umgebenen, meist fünfstöckigen Wohnzeilen als beispielhaft für das Neue Bauen, den fortschrittlichen Wohnungsbau der 1920er Jahre. Die Straßen und Plätze wurden nach Technikern, Erfindern und Physikern benannt, auf deren Entdeckungen der Erfolg der Siemens AG beruhte. Der westlich des Jungfernheidewegs gelegene Teil der Wohnanlage gehört zum Bezirk Spandau.
Östlich anschließend entstand von 1956 bis 1961 die zweite Erweiterung der historischen Siemensstadt mit annähernd 4000 Wohnungen für 12.000 Menschen. An der Planung war erneut Hans Scharoun maßgeblich beteiligt. Bauträger waren im wesentlichen die Wohnungsbaugesellschaften GSW (westlich des Halemwegs) und GEWOBAG (östlich des Halemwegs).
Die wiederum östlich anschließende Paul-Hertz-Siedlung wurde mit fast 2700 Wohnungen 1961-1965 nach Planungen von Wils Ebert, Werner Weber und Fritz Gaulke für die GEWOBAG errichtet.
Die Speerplatte (benannt nach dem NS-Rüstungsminister Albert Speer) war eine ab 1939 errichtete, 90.000 m² große Betonplatte, die dem Fuhrpark der ehemaligen Transportstandarte Speer des NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrer-Korps) als Abstellfläche diente. Auf dem Gelände am heutigen Friedrich-Olbricht-Damm wurden Kasernen und Bunkerbauten errichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Areal als Lagerplatz (Senatsreserve) für 200.000 Tonnen Kohlen genutzt; in den Kasernenbauten befanden sich eine Schule, eine Kindertagesstätte, das bezirkliche Obdachlosenheim und Unterkünfte für Flüchtlinge aus dem Libanon. 1992 wurde die Betonplatte abgerissen und ein 16 Hektar großes Gewerbegebiet angelegt.
Am Friedrich-Olbricht-Damm im Ortsteil Plötzensee befindet sich das ehemalige Strafgefängnis Plötzensee. Es wurde 1868 bis 1872 in Rohziegelbauweise erbaut und ist eine der frühesten Berliner Gefängnisanlagen in lockerer Bebauung. Die Gesamtanlage mit Torhaus, Gefängnistrakten, Beamtenwohnhäusern, Küchenbauten und Kessel- und Maschinenhaus steht unter Denkmalschutz. Die Anstaltskirche befindet sich im oberen Stock des Hauptgebäudes. Das jüdische Bethaus wurde 1939 abgerissen, einige Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört.
In der Zeit des Nationalsozialismus diente das Gefängnis als politisches Straf- und Untersuchungsgefängnis und als zentrale Hinrichtungsstätte, in der rund 3000 Menschen umgebracht wurden. Die Gedenkstätte Plötzensee am Hüttigpfad erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus.
Zwischen 1945 und 1987 war die heutige Justizvollzugsanstalt Berlin-Plötzensee Jugendstrafanstanstalt. Nach deren Umzug in einen modernen Erweiterungsbau am Friedrich-Olbricht-Damm ist sie heute überwiegend eine Einrichtung des offenen Männervollzugs. Ebenfalls in unmittelbarer Nähe befindet sich die JVA Charlottenburg, die zunächst als Frauenhaftanstalt und seit 1998 als Anstalt des geschlossenen Männervollzugs genutzt wird.
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