Der Berlin-Marathon (offizieller Name real,- BERLIN-MARATHON nach dem Sponsor Real) ist ein deutscher Straßen- und Volkslauf, der jährlich, in der Regel am letzten Septemberwochenende (2007 am 30. September), in Berlin stattfindet. Er wird vom Sportverein SCC Berlin veranstaltet und von der SCC-RUNNING Events GmbH unter der Leitung von Mark Milde organisiert.
Er besteht aus einem Rennen für Inlineskater und einen Mini-Marathon (4,2195 km) für Kinder und Schüler am Samstag und dem Marathon für Rollstuhlfahrer, Power-Walker und natürlich Läufer am Sonntag.
Der Lauf gehört neben dem New-York-City-, dem Chicago- und dem London-Marathon zu den größten und neben London und Chicago zu den schnellsten Marathonläufen der Welt. Hier wurde im Jahr 2003 auch der aktuelle Männer-Weltrekord von Paul Tergat in 2:04:55 Stunden aufgestellt.
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Die Geburtsstunde der großen Laufveranstaltungen in West-Berlin war der 8. November 1964. An diesem Tag fand der erste „Berliner Crosslauf am Teufelsberg“ mit über 700 Teilnehmern statt. (Eine ähnliche Veranstaltung in Hamburg hatte nur neun Teilnehmer.) Horst Milde und andere organisierten diesen Lauf, nachdem sie von einem Rennen in Le Mans inspiriert worden waren. In den Folgejahren entwickelte sich der SCC-Cross zu einer festen Institution in der Berliner Sportszene.
Zehn Jahre später, 1974, war die Zeit reif für den „1. Berliner Volksmarathon“. Gestartet wurde vor dem Mommsenstadion auf der Waldschulallee und gelaufen wurde eine Pendelstrecke im Grunewald, entlang der AVUS, fast bis zum Strandbad Wannsee.
Ab 1975 wurde dann die Strecke ein wenig geändert, so dass nun im Mommsenstadion gestartet wurde. Das Ziel befand sich ebenfalls im Stadion.
1977 wurde die deutsche Meisterschaft in den Berlin-Marathon integriert, sie startete eine Stunde später. Im Rahmen dieser Meisterschaften stellte Christa Vahlensieck mit 2:34:47,5 einen Weltrekord auf.
Als die französische Besatzungsmacht im Mai 1981 die 25 km de Berlin als ersten Citylauf Berlins durchführten, reifte der Plan, auch den Marathon in die Innenstadt zu verlegen. Nachdem behördliches Unverständnis („Dort drüben sitzt ein Verrückter – der will durch die Stadt rennen.“) sowie einige politische Hürden („Die Straßen sind für die Autos da.“) mit Hilfe der westlichen Alliierten – Horst Milde hatte sich an John Kornblum, den Chef der US-Mission gewandt – genommen worden waren, verließ der Lauf 1981 den Grunewald und wurde zum Stadtmarathon. Start war auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude, die Strecke führte unter anderem am Checkpoint Charlie vorbei und das Ziel befand sich auf dem Kurfürstendamm. Auf der Asphaltstrecke war es nun auch möglich Rollstuhlfahrer an dem Rennen zu beteiligen. Mit 3.486 gemeldeten Teilnehmern war der Berlin-Marathon 1981 bereits der größte deutsche Citylauf.
Einen heute weit verbreiteten Service gibt es in Berlin seit 1982: Zelte mit Warmwasserduschen am Ziel.
Aufgrund der stetig steigenden Teilnehmerzahlen wurde der Start 1987 auf die Straße des 17. Juni verlegt. Außerdem engagierte der Veranstalter erstmals über 30 Musikgruppen, die an der Strecke für Stimmung sorgten.
Premiere hatte 1989 der Mini-Marathon der Schüler. Dabei laufen Mannschaften je zehn Schüler die letzten 4,2195 km. Zusammenaddiert ergibt das die gesamte Marathondistanz. So können die Kinder ihre Zeiten mit denen der „Großen“ vergleichen. Damals ahnte noch niemand, dass die Zeiten vorbei waren, in denen sich die Sportler morgens vor der Berliner Mauer aufwärmten.
Am 30. September 1990, drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung führte der Lauf durch das Brandenburger Tor. Der Start verblieb auf der Straße des 17. Juni, allerdings wurde er umgedreht. Das Interesse an diesem Rennen war so groß, dass die Veranstalter erstmals Anmeldungen ablehnen mussten: das Teilnehmerlimit war erreicht. Erstmals wurde ein Marathonlauf live im deutschen Fernsehen übertragen, auch in Japan gab es eine Live-Übertragung. Die historische Bedeutung dieses Laufes zeigt sich auch in einem traurigen Zwischenfall: Ein Läufer starb kurz nach dem Startschuss an einem Herzinfarkt. Er wollte wohl nur die ersten drei Kilometer bis zum Brandenburger Tor laufen, das er allerdings nie erreichte.
1994 wurde die elektronische Zeitnahme mit Hilfe des ChampionChips eingeführt. Im selben Jahr wurde in Berlin das Rollstuhl-Marathonrennen der Behinderten-Weltmeisterschaften ausgetragen, das Heinz Frei mit einer Weltbestzeit von 1:22:12 gewann.
Sammy Lelei lief 1995 mit 2:07:02 die damals zweitschnellste je gelaufene Zeit und verfehlte die Weltbestzeit um nur zwölf Sekunden. Es wurde nun offensichtlich, was Fachleute seit den 1980er Jahren sagten: Berlin hat eine der schnellsten Marathonstrecken der Welt.
1997 stellten die Kenianer Elijah Lagat, Eric Kimaiyo und Sammy Lelei mit 6:23:24 einen inoffiziellen Mannschaftsweltrekord auf. Erstmals gingen Speedskater auf die Strecke.
Zum 25. Berlin-Marathon 1998 wurde erstmals wieder der Teilnehmerrekord des historischen Laufs von 1990 erreicht. Sieger wurde Ronaldo da Costa, der mit 2:06:05 die zehn Jahre alte Weltbestleistung von Belayneh Dinsamo (2:06:50) brach. Ronaldo da Costa war der erste Läufer, der einen Marathon mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 20 km/h lief.
Im Folgejahr 1999 fiel die Weltbestleistung der Frauen: Tegla Loroupe siegte mit 2:20:43. Im Männerrennen wurden erstmals zwei Zeiten unter 2:07 gelaufen, Berlin stand in der Liste der schnellsten Marathonläufe auf Platz eins. Erstmals nahmen Power-Walker an dem Lauf teil.
2001 gab es wieder eine Weltbestleistung: Die japanische Olympiasiegerin Naoko Takahashi lief mit 2:19:46 als erste Frau unter 2:20. Der Lauf wurde in Japan live übertragen und erreichte Einschaltquoten von über 50 Prozent.
2003 wurde die Strecke modifiziert. Das Ziel war nun nicht mehr am Kurfürstendamm, sondern am Brandenburger Tor. Der Start wurde ebenfalls vor das Tor verlegt.
Damit entfiel der heikle Transport der „Klamotten für hinterher“, die die Sportler schon immer am Start abgeben konnten. Die Strecke führte im Ganzen länger durch den ehemaligen Ostteil der Stadt und die Straße Unter den Linden wurde zur Zielgeraden. Der Skater-Marathon, inzwischen mit fast 10.000 Teilnehmern der größte der Welt, startet nicht mehr Sonntag früh vor den Läufer, sondern wurde auf den Samstagnachmittag vorverlegt. Der 30. Berlin-Marathon wurde wieder mit einer Weltbestleistung gekrönt, die später als erster offizieller Marathon-Weltrekord anerkannt wurde: Paul Tergat aus Kenia lief mit 2:04:55 als erster Mann unter 2:05, sein Landsmann und Tempomacher Sammy Korir benötigte nur eine Sekunde mehr. Mit dem kenianischen Drittplatzierten Titus Munji (2:06:15), ebenfalls Tempomacher Tergats, stellten sie einen neuen inoffiziellen Mannschaftsweltrekord auf.
2004 löste Mark Milde seinen Vater Horst Milde als Race-Director ab. Mark hatte sich seit 1999 um die Verpflichtung der Topläufer gekümmert und regte 1997 die Integration der Inline-Skater an.
Seit 2004 beinhaltet der Berlin-Marathon auch einen Wettkampf für Handbiker.
Seit 2006 gehört der Berlin-Marathon zu der Laufserie World Marathon Majors (WMM), die mit dem Boston-Marathon, dem London-Marathon, dem Chicago-Marathon und dem New-York-City-Marathon vier weitere zu den weltgrößten Marathonveranstaltungen gehörende Läufe umfasst. Die jeweils über zwei Jahre laufenden Serie ist mit je 500.000 US-Dollar für den besten Mann und die beste Frau dotiert.
Quellen: Website des Veranstalters [1] und arrs.net [2]
| Datum | Männer | Zeit | Frauen | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 24. September 2006 | Haile Gebrselassie (ETH) | 2:05:56 | Gete Wami (ETH) | 2:21:34 |
| 25. September 2005 | Philip Manyim (KEN) | 2:07:41 | Mizuki Noguchi (JPN) | 2:19:12 |
| 26. September 2004 | Felix Limo (KEN) | 2:06:44 | Yoko Shibui (JPN) | 2:19:41 |
| 28. September 2003 | Paul Tergat (KEN) | 2:04:55 | Yasuko Hashimoto (JPN) | 2:26:32 |
| 29. September 2002 | Raymond Kipkoech (KEN) | 2:06:47 | Naoko Takahashi -2- | 2:21:49 |
| 30. September 2001 | Joseph Ngolepus (KEN) | 2:08:47 | Naoko Takahashi (JPN) | 2:19:46 |
| 10. September 2000 | Simon Biwott (KEN) | 2:07:42 | Kazumi Matsuo (JPN) | 2:26:15 |
| 26. September 1999 | Josephat Kiprono (KEN) | 2:06:44 | Tegla Loroupe (KEN) | 2:20:43 |
| 20. September 1998 | Ronaldo da Costa (BRA) | 2:06:05 | Marleen Renders (BEL) | 2:25:22 |
| 28. September 1997 | Elijah Lagat (KEN) | 2:07:41 | Catherina McKiernan (IRL) | 2:23:44 |
| 29. September 1996 | Abel Antón (ESP) | 2:09:15 | Colleen De Reuck (RSA) | 2:26:35 |
| 24. September 1995 | Sammy Lelei (KEN) | 2:07:02 | Uta Pippig -3- | 2:25:37 |
| 25. September 1994 | António Pinto (POR) | 2:08:31 | Katrin Dörre-Heinig (GER) | 2:25:15 |
| 26. September 1993 | Xolile Yawa (RSA) | 2:10:57 | Renata Kokowska -3- | 2:26:20 |
| 27. September 1992 | David Tsebe (RSA) | 2:08:07 | Uta Pippig -2- | 2:30:22 |
| 29. September 1991 | Steve Brace (GBR) | 2:10:57 | Renata Kokowska -2- | 2:27:36 |
| 30. September 1990 | Steve Moneghetti (AUS) | 2:08:16 | Uta Pippig (GER) | 2:28:37 |
| 1. Oktober 1989 | Alfredo Shahanga (TAN) | 2:10:11 | Päivi Tikkanen (FIN) | 2:28:45 |
| 9. Oktober 1988 | Suleiman Nyambui -2- | 2:11:45 | Renata Kokowska (POL) | 2:29:16 |
| 4. Oktober 1987 | Suleiman Nyambui (TAN) | 2:11:11 | Kerstin Preßler (GER) | 2:31:22 |
| 28. September 1986 | Bogusław Psujek (POL) | 2:11:03 | Charlotte Teske (GER) | 2:32:10 |
| 29. September 1985 | James Ashworth (GBR) | 2:11:43 | Magda Ilands (BEL) | 2:34:10 |
| 30. September 1984 | John Skovbjerg (DEN) | 2:13:35 | Ágnes Sipka (HUN) | 2:39:32 |
| 25. September 1983 | Karel Lismont (BEL) | 2:13:37 | Karen Goldhawk (GBR) | 2:40:32 |
| 26. September 1982 | Domingo Tibaduiza (COL) | 2:14:47 | Jean Lochead (GBR) | 2:47:05 |
| 27. September 1981 | Ian Ray (GBR) | 2:15:42 | Angelika Stephan (GER) | 2:47:24 |
| 28. September 1980 | Ingo Sensburg -3- | 2:16:48 | Gerlinde Püttmann (GER) | 2:47:18 |
| 30. September 1979 | Ingo Sensburg -2- | 2:21:09 | Jutta von Haase -2- | 3:07:07 |
| 3. September 1978 | Michael Spöttel (GER) | 2:20:03 | Ursula Blaschke -2- | 2:57:09 |
| 10. September 1977 | Norman Wilson (GBR) | 2:16:21 | Angelika Brandt (GER) | 3:10:27 |
| 10. September 1977 [3] | Günter Mielke (GER) | 2:15:19 | Christa Vahlensieck (GER) | 2:34:48 |
| 26. September 1976 | Ingo Sensburg (GER) | 2:23:08 | Ursula Blaschke (GER) | 3:05:19 |
| 28. September 1975 | Ralf Bochröder (GER) | 2:47:08 | Kristin Bochröder (GER) | 3:59:15 |
| 13. Oktober 1974 | Günter Hallas (GER) | 2:44:53 | Jutta von Haase (GER) | 3:22:01 |
Rollstuhlfahrer
Handbiker
1997 wurde der Marathon der Speedskater Bestandteil des Berlin-Marathons. Das Rennen wird seit 2003 separat am Samstag vor dem Laufmarathon ausgetragen.
Zum ersten Mal in Deutschland wurden 1997 Inline-Skater bei einem großen City-Marathon in das Programm aufgenommen. An den Start gingen 446 Skater. Premierensieger waren zwei Franzosen. Sportler aus Frankreich belegten 1998 sogar die ersten drei Plätze sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern.
Im Jahr 1999, es fuhren schon 4.179 Inline-Skater mit, wurden die Streckenrekorde von Frauen wie Männern gleich um mehrere Minuten verbessert. Die Siegerin Anne Titze war erste Frau unter 1:10:00 und ist heute noch die einzige deutsche Gewinnerin des Skater-Marathons. Beim Rennen 2000 mit über die 6.700 Teilnehmern fuhr Angèle Vaudan eine neue Weltbestzeit. Die Berliner Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wurde 19. Neben vielen Bestzeiten für die Teilnehmer stieg die Leistungsdichte stetig, 2001 fuhren die ersten 61 Skater innerhalb von 6,8 Sekunden über die Ziellinie.
2002 kam es aufgrund einer nach oben wölbenden Zeitmessungsmatte, welche für die Läufer gedacht war, in der Spitze des Rennens zu einem Massensturz. Mit über 8300 Teilnehmern war das Rennen groß und attraktiv genug für eine eigene Veranstaltung geworden. Somit bekam es 2003 seinen eigenen Renntag am Samstagnachmittag. Mit 9612 Sportlern war dies auch der weltgrößte Skater-Marathon. Bei den Frauen gab es einen dreifach Erfolg für die USA. Aufgrund von Beschwerden von Autofahrern und Einzelhandel startete das Rennen der Skater 2004 bereits Samstagmorgen. Mit nur 8191 Startern führte die frühe Startzeit aber zu einem Rückgang sowohl der Teilnehmer- als auch der Zuschauer-Zahl. Also wurde 2005 der Start wieder auf den Nachmittag gelegt. Bei den Herren gab es einen Dreifach-Triumph der Italiener und bei den Damen gewann eine Kolumbianerin.
Seit 2000 ist das Rennen für Speedskater Bestandteil des World Inline Cup (WIC), der weltweit ranghöchsten Rennserie. Seit 2004 findet in Berlin das Weltcup-Finale statt. Juan-Carlos Betancur und Luca Saggiorato sind die einzigen Skater, die den Marathon zweimal hintereinander gewinnen konnten.
| Jahr | Sieger | Zeit | Siegerin | Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 2006 | Luca Saggiorato -2- | 1:02:25 | Giovanna Tuchiarelli (ITA) | 1:14:02 |
| 2005 | Luca Saggiorato (ITA) | 1:01:21 | Brigytte Mendez (COL) | 1:10:43 |
| 2004 | Roger Schneider (SUI) | 1:04:43 | Cecilia Baena (COL) | 1:17:08 |
| 2003 | Juan Carlos Betancur -2- | 1:02:03 | Julie Glass (USA) | 1:11:28 |
| 2002 | Juan Carlos Betancur (COL) | 1:04:44 | Angèle Vaudan -2- | 1:13:59 |
| 2001 | Arnaud Gicquel (FRA) | 1:04:17 | Sheila Herrero (ESP) | 1:12:57 |
| 2000 | Chad Hedrick (USA) | 1:01:45 | Angèle Vaudan (FRA) | 1:08:29 |
| 1999 | Tristan Loy (FRA) | 1:01:08 | Anne Titze (GER) | 1:09:32 |
| 1998 | Johann Langenberg (FRA) | 1:07:32 | Caroline Lagree (FRA) | 1:14:20 |
| 1997 | Pascal Briand (FRA) | 1:07:52 | Caroline Jean (FRA) | 1:15:30 |
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