Berlin-Pankow

Pankow
Ortsteil von Berlin

Lage von Pankow im Bezirk Pankow
Koordinaten 52° 34' 0" n. Br., 13° 24' 0" ö. L.
Einwohner 62.067 (31. Dez. 2006)
Postleitzahlen 13187, 13189
Ortsteilnummer 0307
Verwaltungsbezirk Pankow
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Typisches saniertes Gründerzeithaus
Typisches saniertes Gründerzeithaus

Der Ortsteil Pankow [ˈpaŋkoː] ist der namensgebende Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow.

Im Sprachgebrauch können Örtlichkeiten von Pankow auch in den nördlich angrenzenden Bebauungen von Heinersdorf (Pankow-Heinersdorf) und Niederschönhausen (Pankow-Schönhausen) liegen. Pankow liegt im Urstromtal der Panke.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

  • 1230 – erste urkundliche Erwähnung
  • 1375 – ausführliche Beschreibung im Landbuch Kaiser Karls IV. zeugt von regionaler Bedeutung des Ortes
  • 17. Jahrhundert – Errichtung des Schlosses Schönhausen, damit verstärkte Bedeutung des Ortes als Resisdenz des Hauses Hohenzollern
  • 1920 – Eingemeindung durch das Groß-Berlin-Gesetz, als Ortsteil dem Bezirk Pankow zugeordnet. Das Rathaus Pankow ist bis heute Sitz des Bezirksbürgermeisters
  • 1945 bis 1949 – Ortsteil im Sowjetischen Sektor von Berlin
  • 1949 bis 1990 – Ortsteil im Stadtbezirk Pankow von Ost-Berlin
  • 1990 bis 2001 – Ortsteil im Bezirk Pankow
  • seit 2001 – weiterhin Ortsteil im nunmehr vergrößerten Bezirk Pankow

Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Pankow

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs stieß die Rote Armee nach Berlin zuerst über Heinersdorf vor. Im Bereich der Prenzlauer Promenade /Binzstraße fanden erbitterte Gefechte mit letzten Gruppen des Volkssturms statt, die sich in der Neumannstraße verschanzt hatten. Am 22. April 1945 schlugen die Truppen ihr Quartier in der Binzstraße auf. In Höhe der Trelleborger Straße wurde eine Begräbnisstätte für die gefallenen Sowjetsoldaten errichtet. Die Umbettung der Toten erfolgte mit der Errichtung des Ehrenmals in der Schönholzer Heide.

DDR-Regierungssitz

Seit Oktober 1949 war das Pankower Schloss Schönhausen Sitz des Präsidenten der DDR Wilhelm Pieck. Nach dessen Tod blieb es noch bis 1964 Amtssitz des Staatsoberhaupts, des Vorsitzenden des Staatsrates. Zusammen mit dem nahegelegenen Majakowskiring bildete es eines der politischen Zentren der DDR. Im westdeutschen Sprachgebrauch wurde deshalb metonymisch der Begriff „Pankow“ verwendet, wenn die DDR-Regierung gemeint war. Nach der innerdeutschen Annäherung nach 1974 rückte er aber im Sprachgebrauch in den Hintergrund. Lediglich 1983 wurde der Begriff mit dem Song Sonderzug nach Pankow von Udo Lindenberg aufgefrischt.

Bahnhöfe

U-Bahnhof Pankow
U-Bahnhof Pankow

Neben dem S-Bahnhof Pankow gibt zwei U-Bahnhöfe, beide an der U-Bahnlinie 2 gelegen. Bis 1993 hieß der heutige U-Bahnhof Vinetastraße, der am 1. Juli 1930 eröffnet wurde, noch Pankow (Vinetastraße). Ursprünglich war er als Vinetastraße eröffnet worden. Damals war eine Verlängerung über den heutigen Bahnhof Berlin-Pankow bis Pankow-Kirche geplant. Die Weltwirtschaftskrise verhinderte jedoch den Weiterbau. Der Bahnhof befindet sich unterirdisch, so dass die vom Hochbahnhof Schönhauser Allee kommenden Züge eine Rampe herunterfahren müssen.

Der heutige U-Bahnhof Pankow ist der Endbahnhof der U2. Er wurde am 16. September 2000 eröffnet. Bereits 1988 wurde die Strecke nördlich des Bahnhofs Vinetastraße verlängert, um eine geplante Betriebswerkstatt anzuschließen. Diese wurde jedoch aufgrund des Falls der Mauer nie verwirklicht. 1994 wurden die Gleisanlagen dann zu einer Kehrgleisanlage erweitert und 1997 begann der Weiterbau bis zum Umsteigebahnhof mit der S-Bahn. Hinter dem Bahnhof befindet sich eine Kehrgleisanlage, die auch bei einem immer noch geplanten Ausbau bis Pankow-Kirche in die Strecke miteinbezogen werden kann.

Bedeutende Baudenkmale in Pankow

Pankower Dorfkirche
Pankower Dorfkirche
Ehemaliges Jüdisches Waisenhaus, heute Bibliothek
Ehemaliges Jüdisches Waisenhaus, heute Bibliothek
  • das Rathaus Pankow
  • die alte DorfkircheZu den vier Evangelisten“ aus dem 15. Jahrhundert, erweitert durch Friedrich August Stüler in den Jahren 1858–1859
  • das barocke Kavalierhaus in der Breite Straße aus dem Jahr 1770
  • die alte Bäckerei in der Wollankstraße als letztes Zeugnis der dörflichen Bebauung
  • die Wohnanlage Amalienpark erbaut 1896–1897 im Landhausstil
  • die 1912/1913 mit Anklängen an den Jugendstil erbaute Hoffnungskirche
  • das Amtsgericht in der Kissingenstraße, 1902–1906 im Stil des fränkischen Barock erbaut, heute ein Dienstgebäude des Amtsgerichts Pankow-Weißensee
  • das Kissingenviertel mit seinen Wohnensemblen aus den 1920er und 1930er. Das in den 1920er Jahren geschaffene Wohngebiet Prenzlauer Promenade, Binzstraße, Retzbacher Weg und Kissingenstraße gehört zu den architektonischen Besonderheiten aus dieser Zeit, da die Wohnblocks mit so genannten Zeppelindächern versehen wurden und in dieser Art einmalig sind.
  • ehemaliges Jüdisches Waisenhaus
  • mehrere Schulgebäude aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts, darunter das ehemalige Realgymnasium (für Jungen) und das ehemalige Lyzeum (für Mädchen); heute Rosa-Luxemburg-Oberschule und Carl-von-Ossietzky-Gymnasium.

Sonstiges

Die im Norden Berlins gelegene Ortschaft Pankow mit ihren umliegenden Gebieten galt bereits Ende des 19. Jahrhunderts als beliebtes Ausflugsziel. In diversen Liedern kommt Pankow vor, so zum Beispiel in

  • „Komm Karlineken komm … wir woll'n nach Pankow geh'n … Pankow, kille, kille, Pankow…“ oder in
  • Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, nach Pankow war sein Ziel … Auf der Schönholzer Heide da gab's 'ne Keilerei…“

Literatur

  • Ralph Hoppe: Bolle reiste jüngst ... (Pankow im Wandel der Geschichte), be.bra Verlag GmbH Berlin-Brandenburg 1998, ISBN 3-930863-45-6
  • Rudolph Dörrier: Pankow (Nachdruck der „Kleinen Chronik eine Berliner Bezirks“ 1949), Panko-Press 2000
  • Dirk Finkemeier, Elke Rölling und Projektgruppe: Vom petit palais zum Gästehaus - Die Geschichte von Schloß und Park Schönhausen in Pankow/Niederschönhausen, Kulturamt Pankow 1998, ohne ISBN-Angabe
  • Heinz Knobloch: Berliner Fenster, S. 26-73 (Bei uns in Pankow), Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1981, ISBN 3-354-00140-2


Weblinks

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