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Wannsee |
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| Koordinaten | 52° 25' 0" n. Br., 13° 9' 0" ö. L. | |
| Höhe | max. 103 m ü. NN | |
| Einwohner | 9178 (31. Dez. 2006) | |
| Eingemeindung | 1. Okt. 1920 | |
| Postleitzahl | 14109 | |
| Ortsteilnummer | 0607 | |
| Verwaltungsbezirk | Steglitz-Zehlendorf | |
| Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg | ||
Wannsee ist ein Ortsteil im Bezirk Steglitz-Zehlendorf von Berlin, der im äußersten Südwesten der Stadt liegt.
Die zwischen Seen gelegene Insel ist ein beliebter Ausflugsort für alle Berliner und Touristen. Sie ist über fünf Brücken mit dem Festland verbunden: Die Wannseebrücke, die Alsenbrücke, die Hubertusbrücke, die Parkbrücke und die Glienicker Brücke.
Neben der Insel gehören auch Albrechts Teerofen, Kohlhasenbrück und Steinstücken sowie die Pfaueninsel und Gebiete östlich vom Großen und Kleinen Wannsee zum Ortsteil Wannsee.
Inhaltsverzeichnis |
Umgeben wird Wannsee im Norden und Westen von der Havel, im Osten vom Großen Wannsee und im Süden von einer Seenkette, genannt Griebnitzkanal, sowie dem Griebnitzsee. Der Griebnitzkanal mit dem bekanntesten Teilsee, dem Kleinen Wannsee, verbindet den Großen Wannsee mit dem Griebnitzsee, an den im Osten der Teltowkanal anschließt. Der Westteil des Griebnitzsees ist über die Glienicker Lake mit der Havel verbunden, etwa auf Höhe der Glienicker Brücke. Der Havelbereich westlich von Wannsee wird vom Jungfernsee geprägt, welcher sich nach Nordwesten weiter ausdehnt.
Nicht die gesamte Insel Wannsee gehört zu Berlin: Im Südwesten Wannsees befindet sich die zu Potsdam (Brandenburg) gehörige kleine Ortschaft Klein-Glienicke, die über die Parkbrücke mit Potsdam-Babelsberg verbunden ist.
Die Insel Wannsee ist im Norden und Westen her vor allem mit Wald bedeckt. Die Besiedlung ist von einem kleinen Dorf, Stolpe, ausgegangen. Heute verläuft die west-östlich verlaufende Bundesstraße 1 mitten durch Wannsee, an der sich auch der heutige Siedlungsschwerpunkt befindet.
Zu den Verkehrsanbindungen gehört der S- und Fernbahnhof Berlin-Wannsee, die Bundesautobahn 115, die weiter stadteinwärts als AVUS eine Vergangenheit als Rennstrecke aufweist, ferner die Königstraße zur Glienicker Brücke, die Berlin und Potsdam verbindet, sowie als malerische Alternative zur AVUS, die kurvenreiche Havelchaussee entlang des Havelufers.
Im Osten an der Straße am Westufer des Großen Wannsees liegt die Villa, in der die Wannseekonferenz stattgefunden hat, bei der die Deportation und Ermordung der europäischen Juden organisiert und geplant wurde. Heute ist das Haus eine Gedenk- und Bildungsstätte. Nach der Sanierung der Liebermann-Villa wurde das Sommerhaus des Malers Max Liebermann am 30. April 2006 als Museum eröffnet. Weiterhin die Dorfkirche von Stolpe, die vom Schinkelschüler Friedrich August Stüler 1858–59 erbaut wurde.
Am Kleinen Wannsee befindet sich auf der Ostuferseite das Kleist-Grab. Auf dem Neuen Friedhof finden sich unter anderem die Gräber des Physikers Hermann von Helmholtz, des Mediziners Ferdinand Sauerbruch und des Chemienobelpreisträgers Hermann Emil Fischer. Auf dem Alten Friedhof Wannsee in der Friedenstraße liegen der Architekt Hans Poelzig und der Eiserne Gustav begraben. Im Westen befinden sich mit dem Glienicker Schloss und dem Jagdschloss Glienicke gleich zwei Schlösser, an denen weitläufige Parks angeschlossen sind. Überquert man die Parkbrücke in Klein-Glienicke, hat man gleich das Schloss Babelsberg mit einem weiteren Park vor Augen. Auf der Pfaueninsel befindet sich ein weiteres Schloss, welches von Friedrich Wilhelm II. im 18. Jahrhundert in Auftrag gegeben wurde. In der Nähe der Pfaueninsel befindet sich die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoë.
Nördlich der B 1 befindet sich der zweithöchste Turm Berlins, der Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg.
Das denkmalgeschützte Strandbad Wannsee, wahrscheinlich das größte Binnengewässerbad Europas, liegt am Ostufer des Großen Wannsees. Es gehört nicht zum Ortsteil Wannsee, sondern zum Ortsteil Nikolassee.
Ab 1870 entstand in Wannsee eine einmalige Kulturlandschaft, die im Kaiserreich und der Weimarer Republik ihres gleichen suchte. Viele prachtvolle Villen entstanden zu dieser Zeit, von denen heute leider nur noch wenige übrig geblieben sind.
Als das Zeitalter der Industrialisierung begann, trieb es viele Berliner aus dem Zentrum an den Stadtrand. Zu diesem Zeitpunkt war die Gegend um das Dorf Stolpe noch weitgehend unbesiedelt. 1863 erwarb Wilhelm Conrad (1822-1899), Naturfreund, erfolgreicher Bankier und Direktor der Berliner Handelsgesellschaft, den Gasthof "Stimmiger Krug". Durch Zukäufe erweiterte er seinen Landbesitz in den Folgejahren auf 320 Morgen Land. 1870 ließ Conrad die Gaststätte abreißen und an gleicher Stelle die Villa Alsen errichten. Diese Villa war der Startschuss für die weitere Besiedlung und Gründung der Colonie Alsen.
Wilhelm Conrad stellte sich ein Gesamtkunstwerk von Villen vor, nach dem Muster der neuesten Berliner Villenkolonien, aber in einer Parklandschaft gelegen, umgeben vom Wasser der Havelseen. Der Peter Joseph Lenné-Schüler und Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer wurde beauftragt, einen Plan auszuarbeiten. In diesem wurde das Zentrum der Kolonie als Hippodrom angeordnet, durch das die Königstraße in der Längsachse geführt wurde. Conrad verstand sein Handwerk und fand Käufer für zahlreiche Parzellen, von denen keine kleiner als der preußische Morgen (2.553m²) war. Nur zwei Jahre, nachdem er die Villa Alsen bezog, wohnten bereits 64 Siedler in zwölf neuen Villen in der Kolonie.
Ab 1874 begann die Besiedlung entlang des Ostufers des Großen Wannsees. Prinz Friedrich-Karl, der Besitzer der Parzellen, veräußerte sie u. A. an die Petroleumlampenfabrikanten Ernst Wild und Friedrich Wilhelm. Die Villen, die in der Villenkolonie Wannsee angelegt wurden, waren zumeist noch größer als die der gegenüber liegenden Colonie Alsen.
Um zusätzliches Publikum für die Ansiedlung in den Kolonien zu gewinnen, musste eine effektive Infrastruktur geschaffen werden. 1874 wurde nach starkem Widerstand, aber auf Willen von Conrad, eine Bahnverbindung zwischen Berlin und Wannsee durchgesetzt. Außerdem fuhr die Bahn im Anschluss bis hinaus nach Potsdam. Im Volksmund wurde die Wannseebahn auch „Wahnsinnsbahn auf Conrädern“ oder „Bankierszug“ genannt. Mit ihr verkürzte sich die Reisezeit von der Innenstadt in die Kolonie auf nur 20 Minuten.
1898 entstand aus dem Dorf Stolpe, der Colonie Alsen, sowie der Kolonie Wannsee die Gemeinde Wannsee. Im Zuge der Bildung Groß-Berlins im Jahre 1920 wurde die Gemeinde dem Bezirk Zehlendorf zugeordnet.
Siehe auch: Colonie Alsen
Wannsee verfügt über einen eigenen Golfplatz, der 1895 gegründet wurde. Neben 21 Segel- und 10 Rudervereinen, gibt es mit dem FV Wannsee einen Fußballverein und der TUS Wannsee beschäftigt sich mit Leichtathletik und weiteren Leibesübungen. Es gibt verschiedene Bademöglichkeiten, besonders das Strandbad Wannsee, oder die große Badewiese am Alten Hof.
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