Der Berliner Bär ist (heute nachweislich) seit 1280 Wappentier Berlins.
Inhaltsverzeichnis |
Vermutungen zufolge soll das Berliner Wappentier, der Bär, auf Albrecht I. „der Bär“, Eroberer und Begründer der Mark Brandenburg zurückzuführen sein. Dem widerspricht jedoch die Annahme, das zu Lebzeiten Albrechts dieser „Albrecht von Ballenstedt“ hieß und auch so genannt wurde. Erst nach der Gründung Berlins könnte er zu dem Beinamen gekommen sein. Diese Theorie vermag jedoch nicht das mittelhochdeutsche Diminutivsuffix lein / lin zu erklären, was den Städtenamen „kleiner Bär“ bedeutete. Es steht fest, dass der Berliner Bär ununterbrochen seit 1280 im Siegel oder Wappen erscheint. Genaue Angaben wurden aber damals nicht aufgeschrieben oder sind verloren gegangen und daher ist die Rückführung des Namens auf das Tier, bzw. auf Albrecht den Bären in der Forschung heute umstritten.
Jedoch hat der Naturforscher Dr. Theodor Zell (Geheimpfade der Natur) festgestellt, dass genau an den Stellen wo Cölln und Berlin an den Armen der Spree entstanden sind, ein großer Wildwechselort an der Furt lag. Dr. Zell glaubt, dass also das Tier, der Bär, ausschlaggebend für den Namen war.
Es war auch allgemein üblich, Stadtnamen von Tieren oder anderen Kennzeichen abzuleiten. So gibt es z.B. 200 andere Ortsnamen, die mit Bären verbunden sind, weitere Orte sind nach dem Schwein, Eber oder dem Wolf benannt.
Eine weitere akzeptiertere Erklärung betrifft den etymologischen Stamm des indoeuropäischen Wortes „w(e)rn /w(e)rl“ der in vielen anderen europäischen Städtenamen auftritt (etwa Verona, Bern, etc.) und „sumpfiges Gelände“ bedeutet; nahe der Erdoberfläche liegender Grundwasserspiegel. Somit wäre die Benennung nach dem Tier oder Albrecht dem Bären eine sekundäre, volksetymologische Erscheinung. Will man weiter nach indogermanischen, indoeuropäischen Wortwurzeln suchen, kommt man auf bher-os, was ebenfalls 'Bär', 'braun' bedeutet und auch Sprachwurzel für 'Biber' ist, also gleichbedeutend mit Wasser, Flussufer, „sumpfiges Gelände“.
Das erste nachgewiesene Siegel mit Bären stammt vom 22. März des Jahres 1280. Es befindet sich auf einem Gildebrief der Berliner Kürschner und stellt zwei gepanzerte Bären als Schildhalter dar, die mit erhobener Tatze voneinander abgewendet sind und sich dennoch rücklings anblicken. Das Siegel trägt die Inschrift „Sigillum burgensium de berlin sum“ („ich bin das Siegel der Bürger von Berlin“). Die erhobene Tatze soll hier bereits die Selbständigkeit Berlins symbolisieren. Allerdings herrscht im Siegel an zentraler Position noch der Brandenburger Adler.
Die Herrschaft des Brandenburger Adlers beziehungsweise die Koexistenz mit ihm zieht sich noch bis ins 19. Jahrhundert. Ein Siegel von 1338 mit der Inschrift „S[igillum] Sekretum Civitatis Berlin“ („Geheimsiegel der Stadt Berlin“) zeigt den Berliner Bären bezwungen durch ein Halsband mit wehendem Adlerschild, ein anderes von 1460 zeigt ihn mit aufreitendem Adler. Die letztere Siegelvariante wird als Unterwerfung Berlins nach dem „Berliner Unwillen“ aus den Jahren 1447/1448 durch Friedrich II. Eisenzahn gewertet. Dieses Siegel wurde bis um 1700 mit der Inschrift „sigillum civitats antiqui berlin“ („Das Siegel der alten Stadt Berlin“) verwendet.
Mit der Gründung der Residenzstadt Berlin am 17. Januar 1709 wurde der Bär noch als gebändigter Bär mit Halsband unter der Herrschaft des Preußischen und des Brandenburger Adlers dargestellt. Im Jahre 1839 hat sich die Vorherrschaft des immer noch gebändigten Bären gegenüber den Adlern bereits durchgesetzt und im Jahre 1875 zeigt das Berliner Wappen bereits einen wilden ungebändigten Bären mit zotteligem Fell und ohne Halsband.
Nach der Eingemeindung diverser ehemals selbständiger Berliner Randgemeinden im Jahre 1920 zu Groß-Berlin wurde im Jahre 1935 der Berliner Bär zum alleinigen Wappentier. Seitdem wird er aufrechtgehend und krallenbewehrt dargestellt.
siehe auch: Hoheitszeichen Berlins
Als lebende Wappentiere wurden die Berliner Bären im Jahre 1939 am 17. August im Köllnischen Park am Märkischen Museum in Berlin-Mitte ihrem Domizil übergeben. Der Platz wurde gewählt, weil hier, direkt an der Spree in unmittelbarer Nähe zum Fischerkietz und dem Nikolaiviertel die Wiege der Doppelstadt Berlin-Cölln stand.
Zur Einweihung im Jahre 1939 zogen vier Bären in den Zwinger: ein von der BZ am Mittag gestifteter Bär, einer vom Berliner Zoo und zwei Bären aus Bern. Als Bärenfamilien des Berliner Bärengeschlechts wohnten hier:
Am 22. März wird in Berlin der Tag des Berliner Bären begangen. Dieses Datum führt auf das erste Siegel mit der Abbildung von Bären aus dem Jahre 1280 zurück.
Der Bär ist ein beliebtes Objekt für Plastiken, Häuserreliefs, Wetterfahnen, Brunnenschmuck und sonstige künstlerische Objekte. Abbildungen mit dem Berliner Bären findet man an Gebäuden in ganz Berlin. Im Kunstprojekt Buddy Bär wurden bereits weit über 1100 Bären gestaltet.
Am 3. September 2003 wurde die Skulptur eines Berliner Bären auf dem internationalen Flughafen in Kabul (Afghanistan) auf dem Gedenkstein der Bundeswehr-Einheit der International Security Assistance Force (ISAF) enthüllt. Als Material wurde rötlicher Sandstein aus einem bayrischen Steinbruch verwendet. Der Bär steht dort in unmittelbarer Nachbarschaft neben einem Sockel mit dem türkischen Adler.
Adelung-1793: Berlīner, der · Bär-Sanikel, der · Bar (1) · Polar-Bär, der · Bär (3), der · Bär (1), der · Bar (2) · Bär (2), der
Brockhaus-1911: Berliner Eisen · Berliner Handelsgesellschaft · Berliner Blau · Berliner Braun · Berliner Konferenz · Berliner Rot · Berliner Weiß · Berliner Kongreß · Berliner Ofen · Bar-le-Duc · Bar-sur-Aube · Bar. · Bar [7] · Bar Kochba · Bar [2] · Bär [2] · Bar · Bär · Bar Jesu · Bär [4] · Bar [5] · Bar [6] · Bar [3] · Bär [3] · Bar [4]
Herder-1854: Bar [3] · Bar [4] · Bar [2] · Bär · Bar [1]
Lueger-1904: Bär [2] · Bar-wood · Bar · Bär [1]
Meyers-1905: Berliner Elektrizitätswerke · Berliner Friede · Berliner Generalakte · Berliner · Berliner Börsenkourier · Berliner Eisen · Berliner Kongreß · Berliner Vertrag · Berliner Zimmer · Spandau-Berliner Schiffahrtskanal · Berliner Missionsgesellschaft · Berliner Monatschrift · Berliner Ofen · Bar [2] · Bär [2] · Bar [3] · Bär [1] · Bar Jesu · Bar [10] · Bar [1] · Bar [6] · Bar [7] · Bar [8] · Bar [5] · Bär [3] · Bar [4] · Bär [4]
Pierer-1857: Berliner Witterung · Berliner Scheffel · Berliner Eisen · Berliner Weiß · Berliner Salz · Berliner Blau · Berliner Äpfel · Berliner Öfen · Berliner Roth · Berliner Porzellan
Roell-1912: Berliner Stadtbahn · Berliner Ringbahn · Berliner Hoch- und Untergrundbahn