Bernabò Visconti (* 1319; † 19. Dezember 1385) aus der Familie Visconti war der älteste Sohn des Stefano Visconti. Bei der Aufteilung des Herrschaftsgebiets der Familie nach dem Tod des Kardinals Giovanni Visconti 1354 wurde ihm die Stadt Mailand zugesprochen.
Bernabò war permanent in Kriege verwickelt und musste drückende Steuer erheben, um die Kosten zu decken. Er kämpfte gegen die Päpste Innozenz VI. (regierte 1352-1362) und Urban V. (1362-1370), die gegen ihn zum Kreuzzug ausriefen. Er kämpfte auch gegen Kaiser Karl IV. (regierte 1346-1378), der ihn seiner Lehen für verlustig erklärte. Er bemühte sich nach dem Tod seines Bruder um die alleinige Macht im Staat, wurde aber 1385 von seinem jungen Neffen und Schwiegersohn Gian Galeazzo Visconti getötet.
Bernabò Visconti war seit 1350 mit Beatrice della Scala († 18. Juni 1384) verheiratet, der Tochter des Mastino II. della Scala von Verona. Das Paar hinterließ keine gemeinsamen Kinder, und damit auch keine legitimen Erben für Bernabos Anteil.
Tatsächlich aber war Bernabò Visconti Vater einer ganzen Reihe von unehelichen Kindern, und die Ehen, die er für sie schloss, geben einen Eindruck davon, welche Macht die Visconti zu der Zeit in Italien darstellten. Aus Deutschland heirateten drei Wittelsbacher Herzöge illegitime Töchter des Bernabò, ein Herzog von Österreich aus der Familie der Habsburger und ein Graf von Württemberg, und die Vermählung mit den normalerweise als Bastarden verunglimpften Italienerinnen hat in keinem Fall zu dynastischen Problemen geführt. Tatsächlich sind diese Töchter des Bernabò Visconti zu einem großen Teil dafür verantwortlich zu machen, dass die Renaissance sich nach Deutschland ausbreitete.
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Brockhaus-1911: Visconti-Venosta · Visconti [2] · Visconti
DamenConvLex-1834: Visconti, die Familie
Heiligenlexikon-1858: Josephus Visconti (102)
Herder-1854: Visconti [3] · Visconti [2] · Visconti [1]
Meyers-1905: Visconti [2] · Visconti-Venosta · Arēse-Visconti · Visconti [1]
Pierer-1857: Visconti [1] · Visconti [2] · Castelbarco-Visconti-Simonetta · Lucchino Visconti