Bertelsmann

Dieser Artikel behandelt den Medienkonzern Bertelsmann. Für weitere Bedeutungen siehe Bertelsmann (Begriffsklärung).
Bertelsmann AG
Bertelsmann Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft (nicht börsennotiert)
Gründung 1. Juli 1835
Unternehmenssitz Gütersloh, Deutschland

Unternehmensleitung

Gunter Thielen

Mitarbeiter 97.132 (2006)
Umsatz 19,3 Mrd. Euro (2006)
Branche Medien
Website www.bertelsmann.de

Die Bertelsmann AG ist ein internationaler Verlags- und Medienkonzern mit Hauptsitz in Gütersloh.

Zum Bertelsmann-Konzern gehören Medienunternehmen wie der Gruner + Jahr Zeitschriftenverlag (unter anderem Stern, Brigitte), die RTL-Group, die Verlagsgruppe Random House, 50 % der Sony BMG Music Entertainment, der BMG Music Publishing Musikverlag (beide Teil des Unternehmensbereichs BMG (Bertelsmann Music Group)), die Direct Group Bertelsmann (unter anderem Bertelsmann Club) und arvato.

Die Bertelsmann AG ist nicht börsennotiert; Aktionäre sind die Bertelsmann Stiftung (76,9 %) und die Familie Mohn (23,1 %). Die Stimmrechte der Bertelsmann Stiftung und der Familie Mohn übt die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) aus. Sie verfügt nach dem Aktienrückkauf nun wieder über 100 % der Stimmrechte. Die Gesellschafter der BVG sind der Aufsichtsratsvorsitzende, ein weiteres Aufsichtsratsmitglied sowie der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, drei Vertreter der Familie Mohn (derzeit Reinhard Mohn, Liz Mohn und Dr. Brigitte Mohn). Reinhard Mohn verfügt über ein Mehrfachstimmrecht und ein Veto bei allen Beschlüssen und kann drei Gesellschafter der BVG direkt benennen. Das Gremium wurde im Januar 2007 um zwei Gesellschafter verkleinert: Christoph Mohn und der Konzernbetriebsrat Erich Ruppik mussten ihre Sitze in der BVG abgeben.

Inhaltsverzeichnis

Management des Unternehmens

Vorstand Aufsichtsrat
  • Reinhard Mohn (Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrats)
  • Prof. Dr. Dieter Vogel, Geschäftsführender Gesellschafter der LGB & Vogel GmbH, Düsseldorf und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh (Vorsitzender des Aufsichtsrats)
  • Prof. Dr. Jürgen Strube, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BASF AG, Ludwigshafen und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh (Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats)
  • Dr. Wulf Bernotat, Vorsitzender des Vorstands der E.ON AG, Düsseldorf
  • John R. Joyce, Managing Director von Silver Lake Partners, New York
  • Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA, Darmstadt
  • Dr. Hans-Joachim Körber, Vorsitzender des Vorstands der Metro AG, Düsseldorf
  • Oswald Lexer, Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG, Gütersloh
  • Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG, München
  • Liz Mohn, Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands und des Kuratoriums der Bertelsmann Stiftung, Vorsitzende der Gesellschafterversammlung und Geschäftsführerin der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
  • Christoph Mohn, Chief Executive Officer Lycos Europe N.V., Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
  • Willi Pfannkuche, Mitglied des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG, Gütersloh
  • Erich Ruppik, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Bertelsmann AG und Gesellschafter der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft mbH, Gütersloh
  • Richard Sarnoff, Vorsitzender der Führungskräftevertretung der Bertelsmann AG und President Bertelsmann Digital Media Investments, New York
  • Lars Rebien Sørensen, President und Chief Executive Officer der Novo Nordisk A/S, Bagsvaerd

Beteiligungen

Logo Teilunternehmen Beteiligung Mitarbeiter
Stand
31. Dezember 2005
Umsatz
im Geschäftsjahr 2005
Milliarden Euro
Umsatz
in %[1]
Gewinn[2]
in Mio Euro
Gewinn
in %[1]
arvato AG, Gütersloh 100,0 % 33.813 4,365 23,7 341 19,6
Direct Group Bertelsmann 100,0 % 15.000 2,700 12,4 53 3,0
Gruner + Jahr 74,9 % 11.671 2,624 14,2 250 14,4
RTL Group[3] 90,4 % 8.117 5,112 27,7 756 43,5
Random House 100,0 % 5.383 1,828 9,9 166 9,5
BMG 50,0 % 4.259 2,128 11,6 177 10,2
Gesamt 95.516 17,900 99,5 1.743 97,5

Hauptbeteiligungen

Daneben besitzen die Haupt-Beteiligungen ca. 400 weitere Firmen und Firmenbeteiligungen.

Geschichte des Unternehmens

vor 1900

Am 1. Juli 1835 gründete der Drucker und Buchhändler Carl Bertelsmann den C. Bertelsmann Verlag mit angeschlossener Druckerei in Gütersloh. Am 17. Dezember 1850 starb der Firmengründer im Alter von 59 Jahren. Sein Sohn Heinrich Bertelsmann übernahm die Geschäftsleitung des nunmehr 14 Mitarbeiter zählenden Verlages. Zunächst auf erbauliche christliche Lieder und Texte ausgerichtet, öffnete sich der Verlag 1850 unter dem Sohn Heinrich Bertelsmann auch für Belletristik. 1861 wurde der Verlag S.G. Liesching aus Stuttgart erworben. 1868 umfasste das Unternehmen 60 Mitarbeiter und zog im selben Jahr in ein neues Verlagsgebäude in der Bahnhofstraße in Gütersloh. 1887 richtet Heinrich Bertelsmann für seine Mitarbeiter eine Invalidenkasse ein. Am 3. März 1887 starb Heinrich Bertelsmann und sein Schwiegersohn Johannes Mohn übernahm die Leitung des Verlagshauses. 1898 wurde die angegliederte Druckerei erweitert.

1900–1945

1921 übernahm Johannes Mohns Sohn, Heinrich Mohn, die Geschäftsleitung. Das Unternehmen beschäftigte 80 Mitarbeiter. 1928 erschienen die ersten Romane aus dem Verlagshaus. Die ersten drei waren in Fortsetzungen zuvor in der von Heinrich Mohn erworbenen Zeitschrift „Der Christliche Erzähler“ erschienen. Am 2. November 1930 starb Johannes Mohn. 1932 veröffentlichte Bertelsmann die ersten Romane als Volksausgaben. In den folgenden Jahren wuchs der Verlag ständig und hatte 1939 bereits 400 Mitarbeiter.

Bertelsmann wurde im Zweiten Weltkrieg mit den sogenannten „Feldausgaben“ zum wichtigsten Buchlieferanten der Soldaten an der Front. Es wurden unter anderem Bücher von nationalsozialistischen Autoren wie Will Vesper oder Hans Grimm verlegt. Mit Titeln wie „Mit Bomben und MGs über Polen“ und „Wir funken für Franco“ erzielte man Millionenauflagen.

1944 verfügten die Nationalsozialisten die Schließung des Bertelsmanns Verlages, wobei nicht, wie noch bis weit in die 1990er Jahre vorgegeben, eine oppositionelle Haltung zum NS-Regime, sondern Wirtschaftskriminalität ausschlaggebend waren (siehe hierzu auch den eingehenderen Artikel zu Matthias Lackas). Der Verlag war keineswegs ein Hort des Widerstandes. Von der Schließung 1944 waren jedoch die Setzerei, Druckerei und Buchbinderei nicht betroffen. 1945 wurden durch einen alliierten Bombenangriff die Produktionsstätten völlig zerstört. Nach dem Kriegsende begann der sofortige Wiederaufbau.

1945–1990

1946 bekam Bertelsmann in der britischen Besatzungszone eine Verlagslizenz erteilt. Der technische Betrieb, die Mohn & Co. GmbH, heute Mohn Media - Mohndruck GmbH, wurde eine selbständige Firma. 1947 übernahm Sohn Reinhard Mohn in fünfter Generation das Familienunternehmen. Noch im Soldatenmantel sprach er anlässlich des ersten Richtfestes zu seinen Mitarbeitern. Reinhard Mohn begleitete Rommel auf den Feldzügen in Afrika und geriet in Kriegsgefangenschaft. Später wurde er in den Club of Rome berufen. Als Unternehmer wird er beschrieben als geprägt von einem enormen Willen, sich durchzusetzen und entsprechenden Erfahrungen mit Konkurrenz, Behörden, Regierung und Justiz. Darauf ist wohl zurückzuführen, dass er das gegenwärtige demokratische System und die soziale Marktwirtschaft als reformbedürftig einstufte. Er hat bemerkenswerte freiwillige Formen der Mitbestimmung und sozialen Absicherung für die Mitarbeiter zugelassen und beachtliche Anteile des Gewinns an die Mitarbeiter (desmeist mit Übernahme der steuerlichen Belastungen) verteilt. Seinen Prinzipien, Profit zu machen, nützliche Produkte zu vertreiben und Arbeitsplätze auf Lebenszeit zu sichern, blieb er bis zu seinem Rücktritt 1999 treu. Die Rahmenbedingungen in der Firmenverfassung galten für alle. In diesem Rahmen, auf den sich alle Mitarbeiter berufen konnten, schuf er mit seinen Angestellten ein Wirtschaftsimperium – von dem alle profitierten:

Die Bertelsmann Lexikothek in 26 Bänden: Das Bertelsmann Lexikon in 10 Bänden und 16 Ergänzungsbände, in der Auflage von 1983
Die Bertelsmann Lexikothek in 26 Bänden: Das Bertelsmann Lexikon in 10 Bänden und 16 Ergänzungsbände, in der Auflage von 1983

1950 gründeten Reinhard Mohn und sein Mitarbeiter Fritz Wixforth zusammen mit dem Buchhandel den Bertelsmann Lesering. 1954 wurde eine Verlagsgemeinschaft zur Betreuung der nun 1 Million Lesering-Mitglieder gegründet. Am 26. April 1955 starb Heinrich Mohn. 1956 gründete Bertelsmann den Schallplattenring. 1958 erfolgte der Eintritt in den Musikmarkt mit der Gründung des Schallplattenlabels Ariola. 1960 feierte Bertelsmann sein 125-jähriges Jubiläum. In Anerkennung um die Verdienste der Stadt Gütersloh wurde die zum Betriebsgelände führende „Wilhelmstraße“ in „Carl-Bertelsmann-Straße“ umbenannt. 1963 erfolgte die Übernahme des Europäischen Buchclubs und Europäischen Phonoclubs, der später in „Europäische Bildungsgemeinschaft“ umbenannt wurde. Es eröffnete die erste Partner-Bücherstube in der Buchhandlung „Fingerhut“ in Kleve. 1964 Start des Club-Reisedienstes für Lesering-Mitglieder. Die erste Bücherstube des Leserings wurde in Kiel eröffnet. 1964 stieg Bertelsmann in den Filmsektor ein und kaufte die Ufa-Filmproduktionsgesellschaft. Die Anteile an der gleichnamigen Kinokette wurden in den siebziger Jahren wieder verkauft. 1969 wurden die Bücherstuben der Verlagsgemeinschaft in Club-Center umbenannt. Im selben Jahr erwarb Reinhard Mohn eine Beteiligung von 25 % am Hamburger Verlagshaus (Gruner und Jahr), an dem Bertelsmann 1973 die Mehrheitsbeteiligung erwarb. Von 1965 bis 1970 war Manfred Köhnlechner der Generalbevollmächtigte des Konzerns. 1970 übernahm Bertelsmann ein Drittel des Medienimperiums Axel Springers mittels eines Betrages von 300 Millionen DM, der laut Spiegel-Magazin (11/1970) mit Hilfe eines aufgenommenen Kredites der WestLB (damals 1/3 im Besitz des SPD-regierten Landes NRW) zu 3,5 % verzinst wurde. Die Transaktion wurde noch im gleichen Jahr wieder rückgängig gemacht. Der Kress-Report gab am 20. Juli 1970 als Grund die „Schwierigkeiten, die sich aus der gleichzeitigen Beteiligung des Hauses Bertelsmann an den Häusern Axel Springer und Gruner+Jahr ergeben“ an. Im April 1971 wurde Bertelsmann in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1974 erfolgte die Grundsteinlegung für ein neues Verlags- und Verwaltungsgebäude der Bertelsmann AG in Gütersloh. 1975 wurde der Bertelsmann-Lesering 25 Jahre alt und umfasst 7,5 Millionen Buchclub-Mitglieder, die 25 Buch- und Schallplattengemeinschaften in 18 Ländern angehörten. Am 11. April 1976 starb der Mitbegründer des Leserings, Fritz Wixforth. Bertelsmann versuchte zusehends weiter international an Gewicht zu gewinnen und erwarb 1977 eine Mehrheitsbeteiligung an Bantam Books, den bis dato größten Verlag der Welt. 1979 kam es zu einem Großbrand in der Druckerei Mohndruck. Im gleichen Jahr wurde das amerikanische Label Arista erworben. Später kamen auch noch das Plattenlabel RCA und das Verlagshaus Doubleday hinzu. Die Musikaktivitäten wurden fortan unter dem Label BMG gebündelt. 1980 besuchte Bundeskanzler Helmut Schmidt Bertelsmann und sprach vor 3000 Mitarbeitern. Am 29. Juni 1981 erhielt Reinhard Mohn anlässlich seines 60. Geburtstages die Ehrenbürgerschaft der Stadt Gütersloh. 1985 hatte Bertelsmann nunmehr 150 Jahre Bücher verlegt und den Buchclubs gehörten weltweit mehr als 16 Millionen Mitglieder an.

1990–1999

1990, mit der Wiedervereinigung Deutschlands und dem Ende des Kalten Krieges expandierte die Bertelsmann AG auch in Osteuropa. Dem Unternehmen gehörten damals 42.500 Mitarbeiter an und der Jahresumsatz betrug 13,323 Milliarden DM. 1993 übertrug Reinhard Mohn 68,8 % der Unternehmensanteile der AG auf die bereits 1977 von ihm gegründete Bertelsmann Stiftung. Die Familie Mohn kümmert sich bis heute über Sitze und Stimmen in der Bertelsmann-Vermögensverwaltungsgesellschaft (BVG) um die Erhaltung der Unternehmenskultur. In diesem Zusammenhang fiel einmal der Satz Reinhard Mohns: „Die Hauptversammlung bin ich“.

1995 trat Bertelsmann zusammen mit AOL in Europa ins Multimediageschäft ein, die Anteile wurden jedoch im Jahr 1998 schon wieder für 1,4 Milliarden Euro an AOL zurückverkauft. 1997 fusionierte die Ufa Film- und Fernseh-GmbH mit der luxemburgischen CLT. 1998 wurde der Verlag Random House mit Sitz in New York City aufgekauft. Im Jahr 2000 entstand unter dem Namen RTL Group der größte Hörfunk- und Fernsehveranstalter Europas. 1998 übernahm Thomas Middelhoff den Vorstandsvorsitz von Mark Wössner. Im Jahr 2000 wurde der Verkauf der Anteile an AOL Europe für 6,75 Milliarden US-Dollar verkündet. Im Jahr 2002 übernahm Bertelsmann unter dem neuen Vorstandsvorsitzenden Gunter Thielen Zomba Records und stützte damit seine Musiksparte BMG. 2003 erwarb die Tochter Random House auch den Heyne Verlag aus München. 2004 fusionierte BMG mit der Musiksparte des Sony Konzerns zu Sony BMG Music Entertainment. Das neue Unternehmen ist ein Joint Venture von Sony und Bertelsmann.

1999 bis heute

1999 übergab Reinhard Mohn die Führung an eine Verwaltungsgemeinschaft. Sein Nachfolger Middelhoff setzte sich zum Ziel, jeden Mitarbeiter bis 2000 mit einem PC samt Peripherie für zuhause als Arbeitsanreiz auszustatten. Aufgrund der Besteuerung solcher Geschenke zu fünfzig Prozent hatten die deutschen Mitarbeiter das Geschenk zum größten Teil selbst zu tragen. Nachdem Middelhoff unterging, schlug Thielen einen gänzlich neuen Kurs ein. Thielen setzte auf Einsparungen. 2003 wurde die eingesetzte Verwaltungsgemeinschaft für den Konzern in ihrer Entscheidungskompetenz eingeengt auf die zwei Vertreter der Familie Mohn. Im selben Jahr publizierte Reinhard Mohn ein Buch mit dem Titel „Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers“, in welchem er die neue Unternehmenspolitik der beiden Familienmitglieder samt ihrer „Managergarde“ aufs schärfste angriff.

Die Bertelsmann AG ist mittlerweile eines der weltgrößten Medienunternehmen mit Niederlassungen in 63 Ländern und mehr als 97.000 Mitarbeitern. Der Umsatz betrug konzernweit im Jahre 2005 17,9 Milliarden €, der Gewinn vor Steuern (Operating EBIT) 1,6 Milliarden €.

Bis zum 30. Juni 2006 lagen 25,1 % der Kapitalanteile bei der Groupe Bruxelles Lambert (GBL), zu 57,6 % bei der Bertelsmann Stiftung und zu 17,3 % bei der Familie Mohn. Mit dem 1. Juli 2006 wurde der Anteil der GBL von der Bertelsmann Stiftung und der Familie Mohn mit etwa 4,5 Mrd. € zurückgekauft. Die Kapitalanteile der Bertelsmann AG verteilen sich ab Juli 2006 wie folgt: Bertelsmann Stiftung 76,9 %, Familie Mohn 23,1 %. Die Stimmrechte liegen zu 100 % bei der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft. Die Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft wiederum wird von der Familie Mohn kontrolliert. Das stärkste Gewicht fällt dabei auf die zweite Ehefrau Reinhard Mohns, Liz Mohn, die zugleich Mitglied im Aufsichtsrat der Bertelsmann AG ist.

Im Jahr 2005 war Sony BMG das erste bekanntgewordene Unternehmen, welches Rootkits für das digitale Rechtemanagement (DRM) einsetzte. Nach heftigen Protesten von Kunden und Kritikern wurden diese jedoch zurückgezogen. Ein Imageschaden konnte jedoch nicht vermieden werden. Rootkits werden von den Programmierern von Mal- und Spyware verwendet, um ihre illegalen Aktivitäten zu verbergen.

Am 6. September 2006 wurde bekannt, dass Bertelsmann seinen Musikverlag BMG Music Publishing für 1,63 Mrd. € an Vivendi verkaufen wird. Mit diesem Verkauf finanziert Bertelsmann zum Teil den Aktienrückkauf von der belgischen Groupe Bruxelles Lambert vom 1. Juli.[4]

Im April 2007 kaufte Bertelsmann dem Medienkonzern Time die restlichen fünfzig Prozent des 2000 gemeinsam gegründeten Unternehmens Bookspan ab. Nach der vollständigen Übernahme ist Bertelsmann in den USA zum größten Direktanbieter für Musik, Filme und Bücher aufgestiegen. Time Inc. erhält dafür im Zuge seiner Konzentration auf sein Kerngeschäft rund 110 Millionen Euro von Bertelsmann.

Siehe auch

Quellenangaben

  1. a b Aufgrund von Rundungsfehlern addieren die Prozentwerte nicht auf 100
  2. Ergebnis (vor Steuern und Zinsen) im Geschäftsjahr 2005: 1,74 Milliarden Euro
  3. für RTL arbeiten direkt und bei Zulieferern zusätzlich zur Stammbelegschaft einige tausend freie Mitarbeiter
  4. Musikverlag um 1,63 Mrd. € verkauft. Die Presse. Wien 06.09.2006.

Literatur

  • Richard Albrecht: Medienprofit & Medienideologie - am Beispiel Bertelsmann. Buch & Leser in der BRD [...], phil. Diss., Bremen 1976, 83ff. (Kapitel II/2).
  • Jörg Becker: Der Bertelsmann-Konzern, in: Dieter Prokop, Medienforschung Band 1: Konzerne, Macher, Kontrolleure. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1985.
  • Frank Böckelmann, Hersch Fischler: Bertelsmann. Hinter der Fassade des Medienimperiums. Eichborn, Frankfurt 2004. ISBN 3821855517
  • Saul Friedländer, Norbert Frei, Trutz Rendtorff, Reinhard Wittmann: Bertelsmann im Dritten Reich. C. Bertelsmann, München 2002. ISBN 3570007138
  • Thomas Lehning: Das Medienhaus. Geschichte und Gegenwart des Bertelsmann-Konzerns. Fink, Paderborn 2004. ISBN 3770540352
  • Thomas Schuler: Die Mohns. Vom Provinzbuchhändler zum Weltkonzern. Die Familie hinter Bertelsmann. Campus, Frankfurt 2004. ISBN 3593373076
  • Thomas Barth (Hrsg.): Bertelsmann - Ein Medienimperium macht Politik. Expansion als Bildungsdienstleister und politische Einflussnahme -internationale Perspektive. Tagungsband des Bertelsmann (-kritischen) Kongresses Hamburg 2005. Anders, Hamburg 2006. ISBN 3-939594-01-6
  • Martin Bennhold: Bertelsmann und die Hochschulreform. Universität Hamburg. In: Ingrid Lohmann, Rainer Rilling (Hrsg.): Die verkaufte Bildung - Kritik und Kontroversen zur Kommerzialisierung von Schule, Weiterbildung, Erziehung und Wissenschaft. Leske + Budrich, Opladen 2002, 279-299 (PDF). ISBN 3-8100-3348-0
  • Jens Wernicke, Torsten Bultmann (Hrsg.): Netzwerk der Macht - Bertelsmann. Der medial-politische Komplex aus Gütersloh. BdWi-Verlag, Marburg 2007. ISBN 978-3-939864-02-8

Weblinks


Aufsätze

Artikel

Quelle:
Artikel Bertelsmann aus der freien Enzyklopädie Wikipedia mit dieser Versionsgeschichte
Lizenz:
Kategorien:
Ähnliche Einträge in anderen Lexika
Empfehlungen
Initiative für Beschäftigung OWL e.V. / Universität Bielefeld, Survey GmbH & Co. KG / Bertelsmann ...
22,00 €

Würmli, Marcus; Friesen, Ute
19,95 €



Herausgeber: Varnhorn, Beate; Braun, Anke
24,95 €

Herausgeber: Bertelsmann Stiftung
20,00 €






Von Hertha Beuschel-Menze u. a.
9,95 €
Bookmarks
delicious wong linkarena google
Sponsoren