Bertrada oder Bertha die Jüngere, in anderen Sprachen auch Berthruda (* 720; † 12. Juni 783 in Choisy (Département Oise) war die Tochter des Grafen Heribert von Laon und Enkelin von Bertrada der Älteren, den Stiftern der Abtei Prüm.
Sie wurde 744 die Ehefrau des fränkischen Königs Pippin der Jüngere († 768), wohl 747 oder 748 die Mutter von Karl dem Großen, und 754 Königin. Pippin und sie waren so nahe miteinander verwandt, dass das geltende Recht eine Eheschließung ausschloss; die Verbindung wurde erst sechs Jahre nach der Geburt Karls des Großen legalisiert.
Trotz ihres großen Einflusses gelang es ihr nicht, den Streit zwischen ihren Söhnen Karl und Karlmann, der nach dem Tod ihres Ehemanns ausbrach, einzudämmen. Nach dem Tod ihres Mannes verbündete sie sich mit Herzog Tassilo von Bayern gegen die aufständischen Langobarden.
Stärker als auf ihrem tatsächlichen Leben beruht Bertradas Bekanntheit auf dem karolingischen Sagenkreis, in dem sie unter dem Namen "Bertha mit dem großen Fuß" mit der Göttin Perchta verschmolzen wurde. Auch die Legende um die heilige Genoveva von Brabant geht auf diese Erzählung zurück.
Die Berthasage blieb in rund 20 Fassungen erhalten, darunter:
In diesen Erzählungen wird sie teils als Tochter von Flore und Blanziflor (Flore und Blanscheflur) angegeben, fast immer aber als Braut im Wald ausgesetzt und gegen eine falsche Bertha ausgetauscht, bis die echte gefunden und wegen ihrer Füße, von denen einer größer ist als der andere, identifiziert werden kann.
Romantische Bearbeitungen des Stoffes gibt es von: