Das Bevölkerungswachstum bezeichnet die Zunahme der Zahl der Einwohner eines Gebietes, während der neutralere Begriff Bevölkerungsentwicklung auch die Möglichkeit eines Bevölkerungsrückganges einschließt. Die Bevölkerungsentwicklung ist eines der zentralen Untersuchungsgebiete der Demografie.
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Es existieren zwei zentrale Einflussfaktoren für die Bevölkerungsentwicklung in einer einzelnen Raumeinheit:
Das Ausmaß des Bevölkerungswachstums wird als Wachstumsrate in Prozent (meist bezogen auf 1 Jahr) ausgedrückt. Bei einem Wachstum von 1,14 Prozent pro Jahr – entsprechend der geschätzten globalen Wachstumsrate im Jahr 2006 – dauert es etwa 61 Jahre, bis sich die Bevölkerung verdoppelt hat — vorausgesetzt, das Wachstum bleibt die ganze Zeit über konstant auf diesem Niveau. Beträgt die jährliche Wachstumsrate 2%, verkürzt sich die Verdoppelungszeit auf 35 Jahre. Bei einer Rate von 3,5%, die in einigen Ländern erreicht bzw. überschritten wird, beträgt die Verdoppelungszeit nur noch 20 Jahre (siehe auch Geburten-, Sterberate und 72er-Regel).
Das weltweite Bevölkerungswachstum ist nur begrenzt beeinflussbar. Eine langfristige Stabilisierung der Weltbevölkerung wird jedoch allgemein angenommen. Zwei Trends sind möglich:
Umgangssprachlich wird oft das Wachstum der Weltbevölkerung mit dem Begriff Bevölkerungswachstum gleichgesetzt. Ungehemmtes Wachstum führt zu dramatischen ökologischen Problemen und politischen Herausforderungen.
Seit der industriellen Revolution wuchs die Weltbevölkerung sehr stark, wobei das Wachstum mit dem Fortschritt einherging. In den Industrieländern ist das Bevölkerungswachstum mittlerweile jedoch abgeschlossen und in eine Bevölkerungsabnahme umgeschlagen. Das Bevölkerungswachstum in vielen anderen Ländern hält jedoch noch an und lässt die Weltbevölkerung zurzeit noch steigen. In fast allen Industrieländern ist in den nächsten 50 Jahren mit einem Bevölkerungsrückgang zu rechnen; insbesondere in Osteuropa wird sich der Bevölkerungsrückgang bemerkbar machen.
Ein solcher Rückgang ist auch in der Volksrepublik China und in einigen Ländern des südlichen Afrika zu erwarten. Dort gibt es bereits Länder, die praktisch kein Bevölkerungswachstum mehr aufweisen (Botswana (-0,55% 2003), Simbabwe, Südafrika), vor allem wegen Misswirtschaft, Hunger, Krieg und Seuchen (vor allem AIDS, aber auch Tuberkulose und Malaria).
In Russland und der Ukraine gibt es bereits einen größeren Bevölkerungsrückgang (ca. 0,5-1% pro Jahr). Auch in vielen Ländern Südamerikas ist ein Rückgang auf 2 Geburten pro Frau zu beobachten, oder bereits eingetreten (Brasilien)
In Mittel- und Osteuropa und den Nachfolgestaaten der UdSSR sind 1,1 bis 1,4 Geburten pro Frau heute schon die Regel. Lediglich in islamischen Ländern und in Südostasien sowie Afrika ist noch mit größerem Bevölkerungswachstum zu rechnen.
Weltweit ist, auch wenn in einigen Regionen ein Bevölkerungsrückgang zu beobachten ist, ein Bevölkerungswachstum hingegen zu verzeichnen. Die UNO erwartet bei mittlerer Projektion bis 2025 7,9 Milliarden und bis 2050 9,2 Milliarden Menschen.[1] Falls sich die Zahl der Geburten pro Frau (Fertilitätsrate) – wie in der Prognose angenommen – langfristig bei 1,85 einpendelt, ist nach 2050 weltweit von einem Bevölkerungsrückgang auszugehen.
Die so genannte Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern wird zwar in den entwickelten Ländern allgemein beklagt, es werden aber nur wenige Maßnahmen getroffen, um den Wachstumstrend zu bremsen. Darüber wird im Rahmen der Weltbevölkerungskonferenzen der UNO debattiert.
Faktoren in diesem Zusammenhang: