Bewässerung

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Bewässerung eines Reisfeldes in Indien: Besonders in trockenen Gebieten ist die künstliche Bewässerung unabdingbar für die Nahrungsmittelversorgung.
Bewässerung eines Reisfeldes in Indien: Besonders in trockenen Gebieten ist die künstliche Bewässerung unabdingbar für die Nahrungsmittelversorgung.
Beregnungsanlage
Beregnungsanlage
Irrigationsanlagen in der Sahara
Irrigationsanlagen in der Sahara

Bewässerung ist die Versorgung des Kulturlandes mit Wasser, um das Wachstum von Pflanzen zu fördern, fehlenden Regen zu ersetzen. Dabei wird vor allem in ariden Regionen zwischen den Wendekreisen künstlich bewässert, um den Sonnenreichtum und die hohen Temperaturen auszunutzen. Aber auch in humiden Regionen wird für sehr wasserbedürftige Pflanzen - wie Reis - oder für die Überbrückung saisionaler Trockenphasen bewässert.

Das Wasser wird mit folgenden Methoden auf die zu bewässernden Flächen aufgebracht:

  • Gießen
  • Einstau von horizontalen Flächen bzw. Überflutung.
  • Verrieselung über geneigte Flächen (oberflächlicher Abfluss).
  • Beregnung oder Irrigation, das heißt Versprühen von Wasser über den zu bewässernden Flächen. Diese Methode ist in der modernen Landwirtschaft der humiden Gebiete sowie auf Golfplatzen weit verbreitet.
  • Bei der Unterflurbewässerung erfolgt eine unterirdische Wasseranreicherung insbesondere mit Hilfe von im Boden verlegten Rohrleitungen, die entweder porös oder mit Schlitzen versehen sind.
  • Bei der Tröpfchenbewässerung sind an oberirdisch verlegten Schläuchen in regelmäßigen Abständen Auslässe angebracht, die nur geringe, exakte Wassermengen (tröpfchenweise), weitgehend unabhängig vom Druck in der Rohrleitung, abgeben. In trockenen Ländern zum wassersparenden Einsatz entwickelt, findet dieses Verfahren in Mitteleuropa zunehmend beim Weinbau (z.B. in der Wachau) aber auch im Hausgarten und in Parkanlagen Anwendung. Neben der exakten Aufbringung des Wassers unter Vermeidung von Verdunstungsverlusten ist ein Vorteil des Verfahrens, dass die Blätter nicht benetzt werden und somit Pilzerkrankungen der Pflanzen nicht weiter gefördert werden.
  • Daneben existieren Sondermethoden wie die Bewässerung mit Tau, wie sie beispielsweise in der Wüste Negev aufbauend auf traditionellen An-bauverfahren durch Michael Evenari weiter entwickelt wurde.
Versalzung durch Bewässerung
Versalzung durch Bewässerung

Die Bewässerung muss dafür sorgen, dass genügend Frischwasser über die Bodenfläche geführt wird. Insbesondere in ariden Gebieten, in denen der Niederschlag oft niedriger als die Verdunstung ist, muss zur Vermeidung der Versalzung des Bodens über den Pflanzenbedarf hinaus bewässert und dieses Wasser wieder abgeführt werden (leaching). Bei wasserstauenden und zur Vernässung neigenden Böden ist daher unter Umständen zur Vermeidung von Vernässungen eine Drainage des Bodens, bei der über unterirdische Rohrsysteme das Wasser wieder abfließt, erforderlich. Das Ausmaß der dazu notwendigen überschüssigen Bewässerung hängt vom Salzgehalt des Wassers und der zu bewässernden Pflanzenart ab. Dabei ist insbesondere der Na+-Gehalt von Bedeutung, das neben der negativen Auswirkung auf die Pflanzen zu einer Schädigung des Korngefüges des Bodens führt.

Die Qualität des Bewässerungswassers muss einerseits den Anforderungen der zu bewässernden Pflanzen und andererseits hygienischen Mindeststandards entsprechen. Internationale Richtlinien dazu wurden von der FAO der UNO in Rom herausgebracht.

Als Bewässerungswasser kann Wasser aus Flüssen, Seen und Grundwasser genutzt werden. Mitunter wird auch aufbereitetes Abwasser oder gespeichertes Regenwasser eingesetzt.

Zur Wasserbereitstellung und zu dem Ausgleich zwischen trockenen und feuchten Jahreszeiten wird in trockenen Gebieten das Wasser mitunter in Staubecken (Staudamm) gehalten, ehe es, über z.T. weite Strecken, verteilt wird. Dies geschieht durch Bewässerungssysteme wie Gräben bis hin zu Beregnungsanlagen und Rieselsystemen.

Bei der Bewässerung handelt es sich um uralte Techniken der Landwirtschaft. Nicht nur in den frühen Hochkulturen Ägypten, Mesopotamien, Indien und China konnten durch intensive Anwendung von Bewässerungstechniken die landwirtschaftliche Produktion so deutlich gesteigert werden, dass auch eine merkliche Zunahme der Bevölkerung möglich war. Dies war auch in vielen anderen Kulturen, beispielsweise in Ostafrika oder im vorkolumbianischen Nordamerika der Fall. Mitunter wird argumentiert, dass die erheblichen, zu bewerkstelligenden Arbeiten zur Errichtung der Bewässerungssysteme einen wesentlichen Impuls zur Bildung organisierter, gesellschaftlicher Strukturen bildeten.

Auch in vielen Teilen Europas ist das Ausmaß des zur Verfügung stehenden Wassers ein begrenzender Faktor der Entwicklung der Landwirtschaft. Dies kann mitunter zu Konflikten zwischen Ländern und Regionen führen.

Siehe auch

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