Bewegung

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Den musikalischen Fachbegriff behandelt Bewegung (Kontrapunkt).

Bewegung (von bewegen: in Bewegung setzen) ist eine Veränderung einer Position bzw. eines Ortes oder einer Situation, eines Objektes oder Subjektes im Vergleich zu einem Bezugssystem.

Inhaltsverzeichnis

Physik, Mathematik und Technik

In der Geometrie ist Bewegung ein Synonym für Kongruenzabbildung.

Die Physik definiert Bewegung als einen Prozess, in dem Materie oder generell Körper im betrachteten Bezugssystem abhängig von der Zeit ihren Ort verändern. Die physikalische Größe, um Bewegung zu messen, ist die Geschwindigkeit. Die zeitliche Änderung der Geschwindigkeit bezeichnet man wiederum als Beschleunigung. Eine Bewegung kann eine Translation, eine Rotation oder beides in Kombination sein.

Es gibt verschiedene Bewegungsformen. Bezogen auf Massenpunkte kann man folgende Bewegungsformen unterscheiden:

  1. Die gleichförmig geradlinige Bewegung, auch Translation genannt
  2. Die gleichförmig beschleunigte Bewegung
  3. Verschiedene zusammengesetzte Bewegungen wie z.B. Kreisbewegungen und Wurfbewegungen

Zu letzteren zählen der senkrechte Wurf nach oben oder unten, der waagerechte Wurf und der schräge Wurf.

Ein Körper in Bewegung besitzt Energie, die so genannte kinetische Energie (auch Bewegungsenergie). Diese Energie bleibt nach dem Energieerhaltungssatz immer erhalten, solange auf den Körper keine Kraft ausgeübt wird. Dieser Grundsatz umfasst auch die Umwandlung der Energie in eine andere Energieform, wie die potentielle Energie (durch Bewegung in Kraftfeldern) oder die innere Energie (durch Reibung).

Der Teilbereich der Physik, der sich intensiv mit Bewegung befasst, ist die Mechanik und insbesondere deren Teilbereiche der Kinematik und der Dynamik.

[Zunächst] ging es Einstein in der speziellen Relativitätstheorie in erster Linie um eine besondere Form der Bewegung: die Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit. Erst 1915, rund zehn Jahre später, gelang es ihm, den allgemeineren Fall, die beschleunigte Bewegung, mit Hilfe der allgemeinen Relativitätstheorie zu klären. (Brian Greene: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist, ISBN 388680738X, S. 70)

Physiologie und Medizin

Im medizinisch-physiologischen Sinne wird unter Bewegung meist das Gehen, Laufen oder sonstige sich fortbewegen eines Menschen oder anderen Lebewesens verstanden.

Der menschliche Körper ist hierbei dafür gebaut, dass er sich bewegt. Wenn sich Menschen über längere Zeit zu wenig bewegen, so hat dies vielerlei Beschwerden zur Folge.

Siehe auch: Bewegungsmangel, Bewegungsapparat, Anatomie, Pflanzenbewegung, Motorik, Sport, Bewegungswissenschaft, Biomechanik, Bewegungslehre, Bewegungssehen

Sozialwissenschaften

Die Soziologie und Politologie versteht unter einer Bewegung ein sozial oder politisch orientiertes gemeinsames Bestreben einer mehr oder weniger organisierten, größeren Anzahl von Menschen.

Entwicklungspsychologie

Bewegung (Motorik) ist eine der bedeutenden Bereiche menschlicher (individueller) Entwicklung. Über die Bewegung beziehen Menschen einen Großteil Ihres Selbstbildes und Selbstverständnisses. Defizite an Bewegungsmöglichkeiten können schwerwiegende Persönlichkeitsdefizite zur Folge haben, die nicht nur im Bereich Motorik anzusiedeln sind.

Erziehung/Pädagogik

Die Bewegungsfähigkeit ist - besonders im frühen Alter des Kindes - eine der bedeutendsten Möglichkeiten, sich zu realisieren: Die Welt entdecken, Kontakt mit Gleichaltrigen aufnehmen, ein Konzept der Persönlichkeit zu entwickeln. Fehlt diese Möglichkeit, kann es Defizite an Kompetenzen geben, die es schwer machen, ein aktives Mitglied in Gruppen zu sein. Defizite in der Sozialisation wären die zwangsläufige Folge - und eine weitere Erschwernis wäre, sich nicht in sozialen Gebilden zu bewegen und seine Interessen nicht zu vertreten.

Literatur

  • Nicole Hendriks, Manuela Freitag: Sensorische Integration (SI), in: Katrin Zimmermann-Kogel, Norbert Kühne: Praxisbuch Sozialpädagogik - Arbeitsmaterialien und Methoden, Band 1, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2005; ISBN 3-427-75409-X
  • Nicole Hendriks, Manuela Freitag: Graphomotorik, in: Katrin Zimmermann-Kogel: Praxisbuch Sozialpädagogik - Arbeitsmaterialien und Methoden, Band 2, Bildungsverlag EINS, Troisdorf 2006; ISBN 3-427-75410-3

Siehe auch

Massenbewegung, Soziale Bewegung, Politische Bewegung, Movimenti, Entwicklungspsychologie, Erziehung, Interaktion, Bewegung bei Aristoteles

Im kirchlichen Bereich ist in der Gegenwart häufiger von innovativen geistlichen Bewegungen die Rede, vgl. Neue Geistliche Bewegungen und Erneuerungsbewegungen.

Weblinks

Wiktionary
Wiktionary: Bewegung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Wiktionary
Wiktionary: bewegen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
Quelle:
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